{"id":1276,"date":"2021-07-01T13:39:27","date_gmt":"2021-07-01T11:39:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.orbi.or.at\/?p=1276"},"modified":"2021-07-01T22:01:51","modified_gmt":"2021-07-01T20:01:51","slug":"helga-wagner-ein-leben-fuer-den-bio-landbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2021\/07\/01\/helga-wagner-ein-leben-fuer-den-bio-landbau\/","title":{"rendered":"Helga Wagner &#8211; Ein Leben f\u00fcr den Bio Landbau"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><strong>\u00a0<\/strong><strong>Das Herz f\u00fcr den Bio-Landbau hat aufgeh\u00f6rt zu schlagen<\/strong><\/h4>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><strong>\u00a0<\/strong><strong>Ing. Helga Wagner 1924-2021<\/strong><\/h4>\n<h5 style=\"text-align: center;\"><strong><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-1277 size-large\" src=\"https:\/\/www.orbi.or.at\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Frau_Helga_Wagner-1024x900.jpg\" alt=\"\" width=\"604\" height=\"531\" srcset=\"https:\/\/www.orbi.or.at\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Frau_Helga_Wagner-1024x900.jpg 1024w, https:\/\/www.orbi.or.at\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Frau_Helga_Wagner-300x264.jpg 300w, https:\/\/www.orbi.or.at\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Frau_Helga_Wagner-768x675.jpg 768w, https:\/\/www.orbi.or.at\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Frau_Helga_Wagner.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 604px) 100vw, 604px\" \/>\u00a0<\/strong><\/h5>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Lange bevor die Welt \u00fcber den Klimawandel schrieb, \u00fcber die Probleme, die die Chemie in Landwirtschaft und Gartenbau verursacht, lange bevor \u201eBio\u201c in aller Munde war, ist Ing. Helga Wagner aus Leonding aktiv gewesen.<\/p>\n<p>Fast m\u00f6chte man sagen, dass sie 97 Jahre lang eine K\u00e4mpferin f\u00fcr die Mutter Erde war. Und das bis zuletzt. Die engagierte und manchmal auch sehr energische Frau begeisterte tausende von Menschen und riss sie mit ihren Erz\u00e4hlungen und Erkenntnissen in ihren Bann.<\/p>\n<p>Helga Wagner ist eine wahre Pionierin gewesen. Mit der Gr\u00fcndung der F\u00f6rdergemeinsaft f\u00fcr gesundes Bauerntum gab sie den damals als Au\u00dfenseitern geltenden Bio-Bauern ein Sprachrohr, sorgte f\u00fcr den Vertrieb der Produkte und war landauf und landab als K\u00e4mpferin f\u00fcr das naturgem\u00e4\u00dfe G\u00e4rtnern unterwegs.<\/p>\n<p>Helga Wagner wuchs in Linz-Kleinm\u00fcnchen auf, wo ihr Gro\u00dfvater einen Betrieb besa\u00df und wo ihre Mutter eine kleine Landwirtschaft betrieb. Nach der Matura war sie im Salzkammergut und Bayern auf Praxis, ehe sie bei Fulda im Landwirtschafts- und G\u00e4rtnerbetrieb Loheland die Kunst der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise nach Rudolf Steiner kennen lernte. Ab diesem Zeitpunkt schlug ihr Herz nur noch f\u00fcr diese Form des Biogartenbaus. Mit Fachkursen in Klosterneuburg und in einer Baumschule und Gartengestaltungsfirma in der Schweiz vergr\u00f6\u00dferte sich ihr Wissen immer mehr. Sie baute damals ihre Verbindungen zu den in Fachkreisen hoch gesch\u00e4tzten Pers\u00f6nlichkeiten wie Ehrenfried Pfeiffer aus den USA, Erika Riese, Alwin Seifert, Nikolaus Reiner und Joseph Werr auf.<\/p>\n<p>Als sie 1951 in das Gartenamt der Stadt Linz kam, traf sie auf einen aufgeschlossenen und verst\u00e4ndnisvollen Chef. So begann sie die einzigartige Kompostwirtschaft in der Landeshauptstadt zu verwirklichen, mit der Linz zur weltweiten Pilgerst\u00e4dte f\u00fcr alle Menschen wurde, die die Kreislaufwirtschaft forcieren wollten. Wie gesagt, lange bevor sich dar\u00fcber die Politik Gedanken machte. Im Gegenteil: Frau Wagner musste oft gegen gro\u00dfe Widerst\u00e4nde k\u00e4mpfen. Denn in einer Stadt, in der Kunstd\u00fcnger erzeugt wurde, arbeitete die st\u00e4dtische G\u00e4rtnerei ohne Chemie und ohne Gift \u2013 und das \u00e4u\u00dferst erfolgreich. Dass die \u201eF\u00f6rderungsgemeinschaft\u201c in der Folge die \u00fcberaus wichtige Vorreiterrolle f\u00fcr den biologischen Landbau in \u00d6sterreich \u00fcbernehmen konnte, war vor allem auf den gro\u00dfartigen Einsatz von Helga Wagner zur\u00fcckzuf\u00fchren!<\/p>\n<p>So wurde erstmals in \u00d6sterreich ein staatlich gesch\u00fctztes Markenzeichen (ORBI) f\u00fcr die Bauern dieser Gemeinschaft geschaffen und als G\u00fctesiegel eingef\u00fchrt. Es gelang, die Richtlinien f\u00fcr die Bezeichnung von \u201eProdukten aus biologischem Anbau\u201c f\u00fcr den staatlichen \u201eLebensmittelkodex\u201c \u00d6sterreichs vorzugeben.<\/p>\n<p>Auf die so wichtige Ausbildung der Bauern in Kursen, Seminaren, Vortr\u00e4gen, Beratungen und Hofbegehungen legte Frau Wagner besonderen Wert. Aber auch auf die nicht weniger wichtige Vermittlung geistiger Grundhaltungen und Werte wie Nachhaltigkeit, Ganzheitlichkeit, Verantwortung gegen\u00fcber der Sch\u00f6pfung, Denken in gr\u00f6\u00dferen Zusammenh\u00e4ngen und Zeitr\u00e4umen, in geschlossenen Kreisl\u00e4ufen und vor allem des Wertes, Anwalt des Lebendigen zu sein &#8211; also in und mit der Natur zu arbeiten und nicht gegen sie!<\/p>\n<p>Als Mittler und Tr\u00e4ger f\u00fcr diese Grundhaltungen hat Helga Wagner die Zeitschrift \u201eDer b\u00e4uerliche Pionier\u201c ins Leben gerufen, eine Zeitschrift, der alle -Bauern, Konsumenten, G\u00e4rtner oder auch einfach nur Freunde der F\u00f6rderungsgemeinschaft &#8211; gr\u00f6\u00dfte Anerkennung entgegenbringen.<\/p>\n<p>Ihre fachliche Kompetenz wurde gerade in den wichtigen Bio-Arbeitskreisen und Gremien besonders hoch gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Besondere Bedeutung f\u00fcr den Biolandbau in \u00d6sterreich war immer Helga Wagners Forderung nach einer R\u00fcckbesinnung auf die Wurzeln des Biolandbaus.<\/p>\n<p>Der Ruschtest f\u00fcr die Bestimmung der Bodeng\u00fcte, der Redoxtest f\u00fcr die Qualit\u00e4tsbestimmung der Lebensmittel, der Einsatz von Steinmehl, die Schl\u00e4gler- Biogespr\u00e4che sind alle mit dem Namen Frau Ing. Helga Wagner unmittelbar verbunden.<\/p>\n<p>Die wichtigsten Schriften unserer Gr\u00fcnder M\u00fcller und Rusch hat sie in den letzten Jahren f\u00fcr die organisch biologische Landwirtschaft \u00fcberarbeitet und neu ver\u00f6ffentlicht. So ist es ihr gelungen einen aktuellen Leitfaden f\u00fcr jeden Biobauern und Biog\u00e4rtner zu erstellen.<\/p>\n<p>Ihr eigener Garten war f\u00fcr Helga Wagner ihre Gl\u00fccksoase. Wann immer es ging, war sie hier besch\u00e4ftigt und scheute keine Arbeit. R\u00fcckschl\u00e4ge, etwa ein Sturz von einer Leiter vor einigen Jahren, verkraftete sie ebenso wie das eine oder andere Wehwehchen, das ihr Alter mitbrachte. Noch letzte Woche war sie mit einem Kollegen bei einer Tagung in Aigen-Schl\u00e4gl.<\/p>\n<p>Nach einem Sturz vor wenigen Tagen erholte sie sich nicht mehr und starb am 29.07.2021 in den Morgenstunden.<\/p>\n<p>Die Gedenkfeier f\u00fcr unserer Bio-Pionierin Helga erfolgt offiziell am 9. Juli 2021 um 14.00 Uhr im Gro\u00dfen Saal der LLK, Auf der Gugl 3, 4020 Linz.<\/p>\n<h4>Danke liebe Helga f\u00fcr dein gro\u00dfartiges Wirken und Tun.<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 \u00a0Das Herz f\u00fcr den Bio-Landbau hat aufgeh\u00f6rt zu schlagen \u00a0Ing. Helga Wagner 1924-2021 \u00a0 \u00a0Lange bevor die Welt \u00fcber den Klimawandel schrieb, \u00fcber die Probleme, die die Chemie in Landwirtschaft und Gartenbau verursacht, lange bevor \u201eBio\u201c in aller Munde war, ist Ing. Helga Wagner aus Leonding aktiv gewesen. 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