{"id":269,"date":"2017-10-10T19:37:48","date_gmt":"2017-10-10T17:37:48","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress\/?p=269"},"modified":"2017-10-10T19:37:48","modified_gmt":"2017-10-10T17:37:48","slug":"7-artikel-winter-1954-und-fruehjahr-1955","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2017\/10\/10\/7-artikel-winter-1954-und-fruehjahr-1955\/","title":{"rendered":"7. Artikel, Winter 1954 und Fr\u00fchjahr 1955"},"content":{"rendered":"<p><b>&#8222;Theorie und Praxis der Kompostbereitung im\u00a0<\/b><b>biologischen Landbau&#8220;\u00a0<\/b><\/p>\n<p>D\u00fcngung und Kompostwirtschaft war in fr\u00fcheren Zeiten unbekannt solange gen\u00fcgend<br \/>\njungfr\u00e4uliches Land vorhanden war. Als dieses aber anfing Mangelware zu werden, fing der<br \/>\nBauer an, Abfallstoffe zu verwerten und entdeckte dass der Boden lebendige Eigenschaften<br \/>\nhat, die erhalten werden m\u00fcssen, wenn er fruchtbar bleiben soll. Der deutsche Arzt Dr.<br \/>\nAlbrecht Thaer begr\u00fcndete in der ersten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts die Humuslehre und mit ihr die Landwirtschaftswissenschaft. Er wies nach, dass man den Humus der Kulturfl\u00e4chen\u00a0erhalten kann, wenn man organische Abfallstoffe (Mist, G\u00fclle, Jauche, Stroh,<br \/>\nPflanzenabf\u00e4lle) auf das Land bringt und begr\u00fcndete weiters die Kleewirtschaft.<\/p>\n<p>In der 2. H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts begr\u00fcndete Liebig die Minerald\u00fcngung aus der<br \/>\nErkenntnis heraus, dass die Pflanze aus den gleichen Mineralien besteht, die man im Boden\u00a0findet und dass die Salzformen von Mineralien von der Pflanze gerne aufgenommen werden,\u00a0dass man Mineralmangel durch Gaben von Minerald\u00fcngern zu beheben sei. Aus diesen\u00a0Erkenntnissen Liebigs formten seine Zeitgenossen und Nachfolger den Grundsatz, dass die\u00a0l\u00f6slichen Mineralsalze die einzige Nahrung seien, die die Pflanze aufnehmen k\u00f6nne. Dieser\u00a0Grundsatz wurde zum Freipass f\u00fcr jedwede Kunstd\u00fcngung in deren Gefolge die\u00a0Humusdecke verschwindet, die Pflanze wird unfruchtbar, krank und anf\u00e4llig.<\/p>\n<p>Diese Entwicklung f\u00fchrte in die Richtung des biologischen Landbaues der seine Methode<br \/>\nnach den Gesetzen des Lebendigen richtet. Die Pflanze braucht zum Wachstum nicht nur<br \/>\nMineralsubstanz, schon gar nicht tote aus dem Kunstd\u00fcngersack, sondern auch lebendige<br \/>\nSubstanz, organische Masse; der Boden braucht das Gleiche. Da die Lebensprozesse des<br \/>\nBodens den gleichen Gesetzen unterliegen, denen auch die Pflanze unterliegt. Diese<br \/>\nMineralsubstanz und lebende Substanz stammt aus den Lebenskreisl\u00e4ufen vornehmlich aus\u00a0den Abf\u00e4llen der h\u00f6heren Organismen und wird gewonnen durch die Kompostierung.<br \/>\nKompost ist somit der vollkommene D\u00fcngestoff. Er ist imstande die durch die Kultur<br \/>\nentstandenen M\u00e4ngel auszugleichen, sowohl biologisch als mineralisch. Er ist weiter<br \/>\nimstande w\u00e4hrend seines Reifungsprozesses einen Gesundungsprozess zu entwickeln der<br \/>\ndas krankhafte zum Verschwinden bringt.<\/p>\n<p>Dr. Rudolf Steiner entwickelte die biologisch-dynamischen Kompostpr\u00e4parate, die in<br \/>\nhom\u00f6opathischen Dosen gegeben im Kompost die Lebenskr\u00e4fte und damit seine<br \/>\nWirksamkeit noch steigern, was sich auf Boden und Produkt \u00fcbertr\u00e4gt. Auch andere Zus\u00e4tze\u00a0erh\u00f6hen die D\u00fcngekraft des Kompostes, vor allem Urgesteinsmehl oder diverse<br \/>\nBakterienpr\u00e4parate. Die Komposte sind bei Luftzutritt abzudecken und feucht zu halten. Bis\u00a0hierher ist vom Haufenkompost die Rede.<\/p>\n<p>Die Natur kompostiert jedoch fl\u00e4chig, wie das Herbstgeschehen (Laubfall) zeigt; die oben<br \/>\nliegende Frischmasse wird von Bodentieren und Mikroben zerkleinert und verarbeitet, sinkt\u00a0ab und wird von neuer Frischmasse bedeckt und wandelt sich durch Bakterient\u00e4tigkeit zu\u00a0Humus. Dieser Vorgang gibt den Ansto\u00df auch im Landbau fl\u00e4chig zu kompostieren in Form\u00a0von Mulchdecken, Zwischensaaten, Gr\u00fcnd\u00fcngungen, Mistschleiern, Bodendecken aus halb\u00a0verrottetem Material, aufgegrubberten Stoppel- und Wurzeldecken mit Urgesteinsmehl\u00a0bestreut.<br \/>\nDem Haufen wird anvertraut, was jahreszeitlich und bedarfsm\u00e4\u00dfig fl\u00e4chig nicht verwertet<br \/>\nwerden kann. Das anfallende Material soll nicht l\u00e4ngere Zeit unkontrolliert lagern, sondern<br \/>\nm\u00f6glichst bald (Stallmist) der Verrottung zugef\u00fchrt werden, um unkontrollierte<br \/>\nAbbauvorg\u00e4nge zu verhindern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Theorie und Praxis der Kompostbereitung im\u00a0biologischen Landbau&#8220;\u00a0 D\u00fcngung und Kompostwirtschaft war in fr\u00fcheren Zeiten unbekannt solange gen\u00fcgend jungfr\u00e4uliches Land vorhanden war. Als dieses aber anfing Mangelware zu werden, fing der Bauer an, Abfallstoffe zu verwerten und entdeckte dass der Boden lebendige Eigenschaften hat, die erhalten werden m\u00fcssen, wenn er fruchtbar bleiben soll. Der deutsche Arzt &hellip; <a href=\"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2017\/10\/10\/7-artikel-winter-1954-und-fruehjahr-1955\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">7. 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