{"id":275,"date":"2017-10-10T19:43:49","date_gmt":"2017-10-10T17:43:49","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress\/?p=275"},"modified":"2017-10-10T19:43:49","modified_gmt":"2017-10-10T17:43:49","slug":"10-artikel-winter-1955","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2017\/10\/10\/10-artikel-winter-1955\/","title":{"rendered":"10. Artikel, Winter 1955"},"content":{"rendered":"<p><b>&#8222;Bodenbearbeitungsfragen: Im Blick auf die\u00a0<\/b><b>Erhaltung und Mehrung der lebenden Substanz\u00a0<\/b><b>im Boden&#8220;\u00a0<\/b><br \/>\n<b><br \/>\n<\/b>Die Landwirtschaft steht niemals Stille \u00ad es flie\u00dft alles \u00ad so wie in anderen Berufen, die mit<br \/>\nLebendigem zu tun haben, zB in der Heilkunde.<\/p>\n<p>Der Bauer hat sich angew\u00f6hnt seinen Acker zum s\u00e4en, pflanzen, lockern, kr\u00fcmeln und<br \/>\nUnkraut j\u00e4ten mit vielerei Maschinen allj\u00e4hrlich viele Male zu befahren, umzust\u00fcrzen und zu\u00a0zermahlen. Je \u00f6fter desto besser!<br \/>\nEs war mehr eine Frage der Arbeitskraft und der Zeit wie viele Male das j\u00e4hrlich geschah als<br \/>\neine Frage, wie weit das n\u00fctzlich oder sch\u00e4dlich sein k\u00f6nnte.<br \/>\nWenn wir die Fragen der Bodenbearbeitung in diesem Geiste ansehen, so wird es uns leicht\u00a0fallen zu begreifen, wieviel es da noch zu entwickeln gibt. Die Umsetzung der organischen\u00a0Stoffe im Boden geht in verschiedenen Schichten vor sich. Nur wenn die Arbeit dieser\u00a0Schichten reibungslos ablaufen kann, gibt es eine optimale, eine bestm\u00f6gliche\u00a0Humusbildung.<\/p>\n<p>Die Umsetzung geht dann, wenn wir den Acker dauernd umdrehen und verfurchen wohl<br \/>\nauch vor sich, aber unvollkommen. Der Acker kann viel weniger von den Vorteilen einer<br \/>\ngro\u00dfen Lebendigkeit Gebrauch machen. Jedes Mal wenn der Pflug die Schichtbildung in der\u00a0lebendigen Oberschicht zerst\u00f6rt, geht ein Teil der Organismen zugrunde.<br \/>\nSeine Teile m\u00fcssen sich erst m\u00fchsam und langsam wieder zu einer Ordnung<br \/>\nzusammenfinden.<\/p>\n<p>Die Zahl der Kleintiere und Mikrobien geht mit jedem Mal robuster Bearbeitung zur\u00fcck bis die\u00a0Entlebung des Bodens vollst\u00e4ndig wird.<\/p>\n<p>Es kann deshalb daran kein Zweifel bestehen: Die Landwirtschaft der Zukunft wird danach<br \/>\nstreben den Pflug als Mittel der Boden-Bearbeitung m\u00f6glichst auszuschalten. Sie wird<br \/>\nMaschinen benutzen, die die Schichtbildung des Bodens m\u00f6glichst wenig st\u00f6ren. Sie wird<br \/>\ndie Oberfl\u00e4che nur gerade so viel bearbeiten, wie es f\u00fcr die Zwecke der Kultur unbedingt<br \/>\nnotwendig ist. Pioniere ans Werk! (Pflugloser Ackerbau, bereits daf\u00fcr entwickelte Ger\u00e4te zB\u00a0Eco Dyn \u00ad System)<\/p>\n<p>Bodenbedeckung: Die Umsetzung der organischen Stoffe im Boden zu fruchtbarem Humus,\u00a0das A und O im biologischen Landbau, hat zwei unerbittliche Feinde: das Tageslicht und die\u00a0Trockenheit.<\/p>\n<p>Die Bodenbedeckung hilft sie fernhalten und darin liegt ihre gr\u00f6\u00dfte Bedeutung. Die<br \/>\nBodenbedeckung ist teilweise der Maschinenbearbeitung im Weg, auch hier werden neue<br \/>\nGer\u00e4te zu entwickeln sein (ebenfalls Eco Dyn System).<\/p>\n<p><b>&#8222;Welche sind die wichtigsten Fehler beim Kompostieren&#8220;<br \/>\n<\/b><br \/>\nDie Arbeit des Kompostierens verrichten kleine und kleinste Lebewesen in tausenden von<br \/>\nArten, die \u00fcberall da sind, wenn organische Materie nach Beendigung eines<br \/>\nLebensprozesses umgearbeitet werden soll zu neuer Brauchbarkeit. Bei diesem Vorgang<br \/>\nherrscht wie \u00fcberall in der Natur eine wundervolle Ordnung und Zweckm\u00e4\u00dfigkeit.<br \/>\nBei der Kompostierung kommt es darauf an, genau die Bedingungen zu erf\u00fcllen, unter denen\u00a0die Umsetzung organischer Materie in der Natur vor sich geht.<\/p>\n<p>\u00b7 Gen\u00fcgend Feuchtigkeit! Ist das Material zu trocken (Sch\u00f6nwetterperioden, trockenes<br \/>\nMaterial) muss gew\u00e4ssert werden\u00a0\u00b7 Gen\u00fcgend Luft, Atemluft f\u00fcr die aeroben Bakterien und Luftstickstoff f\u00fcr den Aufbau von\u00a0Eiwei\u00dfstoffen, daher locker aufsetzen, egal wie hoch Haufen oder Walme sind. Im\u00a0Kompostvorgang gibt es eine Abbauphase und eine Aufbauphase. Die Lebewesen der\u00a0Abbauphase brauchen mehr Wasser und die Lebewesen der Aufbauphase brauchen mehr\u00a0Luft.<br \/>\n\u00b7 Haufen und Walme zudecken mit Strohh\u00e4ckseln, Grasschnitt, Kompostvlie\u00df. Die Decke<br \/>\nmuss luft- und feuchtigkeitsdurchl\u00e4ssig sein, muss das Licht, den Wind und den Gussregen<br \/>\ndrau\u00dfen lassen. Sie sch\u00fctzt die Materie vor st\u00f6renden Einwirkungen.<br \/>\n\u00b7 Komposte geh\u00f6ren weder in Gruben noch auf Betonplatten sondern auf den gewachsenen\u00a0Boden. Sehr zu empfehlende Zus\u00e4tze sind Wildkr\u00e4uter und Urgesteinsmehl.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Bodenbearbeitungsfragen: Im Blick auf die\u00a0Erhaltung und Mehrung der lebenden Substanz\u00a0im Boden&#8220;\u00a0 Die Landwirtschaft steht niemals Stille \u00ad es flie\u00dft alles \u00ad so wie in anderen Berufen, die mit Lebendigem zu tun haben, zB in der Heilkunde. 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