{"id":292,"date":"2017-10-10T20:00:12","date_gmt":"2017-10-10T18:00:12","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress\/?p=292"},"modified":"2017-10-10T20:00:12","modified_gmt":"2017-10-10T18:00:12","slug":"18-artikel-sommer-1958","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2017\/10\/10\/18-artikel-sommer-1958\/","title":{"rendered":"18. Artikel, Sommer 1958"},"content":{"rendered":"<p><b>&#8222;Statistik&#8220;\u00a0<\/b><\/p>\n<p>Die Statistik \u00ad das Aufzeichnen und Vergleichen in Zahlen, in Kurven, in Prozenten \u00ad ist<br \/>\neines der wertvollsten Hilfsmittel, um irgendeine Arbeit zu kontrollieren. Man kann auf diese\u00a0Weise sehr viel erfahren, was auf andere Weise niemals herauskommt und gar manchmal\u00a0kann man vermeiden, auf falsche Wege zu geraten, wenn man beizeiten die Statistik zurate\u00a0zieht. F\u00fcr unsere Arbeit am biologischen Landbau ist die Statistik ebenso unentbehrlich wie\u00a0f\u00fcr jede andere wissenschaftliche Arbeit. Wir brauchen sie, um daraus zu lernen, um daraus\u00a0die n\u00e4chsten Schritte abzulesen, die wir tun m\u00fcssen und wir brauchen sie schlie\u00dflich, um zu\u00a0erkennen, was wir falsch gemacht haben, damit es rechtzeitig korrigiert werden kann.<\/p>\n<p>Wir unternehmen es ja, wissenschaftliche Klarheit in den biologischen Landbau zu bringen,\u00a0um die nebulosen Vorstellungen von fr\u00fcher endlich zu \u00fcberwinden. Wir unternehmen es,\u00a0eine Kontrolle f\u00fcr unsere Arbeit zu schaffen, weil wir ehrlich arbeiten wollen und deshalb\u00a0brauchen wir die statistische Arbeit an den Ergebnissen der Bodenpr\u00fcfungen, deshalb\u00a0m\u00fcssen wir Materie sammeln und tausende und abertausende von Proben auswerten.<\/p>\n<p>In Lebensabl\u00e4ufen sind einzelne Messergebnisse von sehr beschr\u00e4nktem Wert. Die<br \/>\nEntwicklung des Bodens, die Entwicklung des ganzen Betriebes nach seiner Umstellung auf\u00a0die biologische Wirtschaftsweise braucht lange Zeit, oft Jahre, ehe man genaue<br \/>\nMessergebnisse erwarten kann.<\/p>\n<p>Je mehr Messergebnisse und diese von l\u00e4ngeren Zeitabl\u00e4ufen, desto besser, desto<br \/>\naussagekr\u00e4ftige die Ergebnisse der Statistik. Die Ergebnisse der ersten Zeit werden mehr<br \/>\noder weniger einen Trend angeben, die zusammengefassten Ergebnisse von mehreren<br \/>\nJahren jedoch einen Aufschluss \u00fcber die Richtigkeit des Weges, oder aber auch \u00fcber<br \/>\ngemachte Fehler. Um die Wahrheit \u00fcber den Boden zu erfahren, braucht es unendlich viel<br \/>\nGeduld.<\/p>\n<p>Es geht aber nicht nur darum, regelm\u00e4\u00dfig Bodenproben zu liefern, es geht auch um alle<br \/>\nanderen Werte des Betriebes, wie die Ertr\u00e4ge, ihre Qualit\u00e4t, die Rentabilit\u00e4t des Viehstalles<br \/>\nund seine Entwicklung, die Tier- und Menschengesundheit usw.<\/p>\n<p>Alle diese Werte in Zahlen \u00fcber Jahre sind imstande den biologischen Landbau zu<br \/>\nuntermauern.<\/p>\n<p>Die Zeit ist gekommen um unsere Arbeit zum ersten Mal zu \u00fcberschauen, um Rechenschaft<br \/>\nabzulegen \u00fcber das Erreichte, falsches auszumerzen und Richtiges zu f\u00f6rdern, kurz um den\u00a0Weg in die Zukunft genauer abzustecken als das bisher m\u00f6glich war.<\/p>\n<p><b>Sch\u00e4den durch Bodenbearbeitung<br \/>\n<\/b><br \/>\nDie stark gestiegene Bodennutzung und die Technisierung der Bodenarbeit erfordert die<br \/>\nBeachtung von Sch\u00e4den am Boden, die fr\u00fcher weniger m\u00f6glich waren und praktisch nicht ins\u00a0Gewicht fielen. Als solche Sch\u00e4den kommen in Betracht:<\/p>\n<p>1. Sch\u00e4den physikalischer Art<br \/>\na) Ver\u00e4nderungen der Grundwasserspiegel<br \/>\nb) Sch\u00e4den der Porenstruktur<br \/>\nc) Bodenverdichtung und Podsolbildung bei intensiver Minerald\u00fcngung (anorganische<br \/>\nHandelsd\u00fcnger)<br \/>\nd) oberfl\u00e4chliche Krustenbildung bei Erosion und Humusmangel<br \/>\n2. Sch\u00e4den biologischer Art<br \/>\na) Vernichtung der Bodenkleintiere und W\u00fcrmer durch Maschinen und Humusmangel<br \/>\nb) Neigung zu Austrocknung und starker W\u00e4rmeaufnahme auf unbedeckten Fl\u00e4chen<br \/>\nc) St\u00f6rung der Humusbildung durch Beseitigung der Bodenschichtung beim Pfl\u00fcgen und<br \/>\nUmst\u00fcrzen<br \/>\nd) St\u00f6rung der Wurzelfunktionen durch Einbringen unreinen organischen Materials in die<br \/>\nWurzelsph\u00e4re<\/p>\n<p>Aus diesen Angaben geht hervor was eigentlich selbstverst\u00e4ndlich war:<br \/>\nJe intensiver der Landbau, desto gr\u00f6\u00dfer die Differenz zwischen Kulturbau und nat\u00fcrlichem<br \/>\nPflanzenwuchs. Da wir heute von der Kulturpflanze mehr verlangen m\u00fcssen als bisher, vor<br \/>\nallem bez\u00fcglich ihrer biologischen Qualit\u00e4t als Nahrungs- und Futterpflanze, entsteht die<br \/>\nAufgabe, die Technik des Landbaues soweit wie m\u00f6glich den nat\u00fcrlichen Wachstumsbedingungen anzupassen.<br \/>\nDas Ideal, das hei\u00dft, die st\u00e4ndige Bodendecke aus organischem Material und der<br \/>\nvollkommene Verzicht auf jeden Eingriff in die Bodenschichtung durch Umarbeiten, Pfl\u00fcgen,\u00a0Fr\u00e4sen, Mei\u00dfeln und vieles andere, ist vorl\u00e4ufig nicht erreichbar, weil die erforderliche\u00a0Technik, die entsprechenden Maschinen und die praktische Erfahrung noch nicht zur\u00a0Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p>Die winterliche Bodendecke ist zwar schon ein Fortschritt in der gewollten Richtung, aber<br \/>\nweniger wichtig als die Sommerdecke, weil fast nur w\u00e4hrend der Vegetation die biologische\u00a0und physikalische Bodenbeschaffenheit gebildet wird.<\/p>\n<p>Es ist deshalb Aufgabe des biologischen Landbaues, Methoden der Bodenbearbeitung zu<br \/>\nentwickeln, die die physikalischen und biologischen Bodensch\u00e4den weitgehend vermeiden\u00a0oder ganz unm\u00f6glich machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Statistik&#8220;\u00a0 Die Statistik \u00ad das Aufzeichnen und Vergleichen in Zahlen, in Kurven, in Prozenten \u00ad ist eines der wertvollsten Hilfsmittel, um irgendeine Arbeit zu kontrollieren. 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