{"id":302,"date":"2017-10-10T20:07:49","date_gmt":"2017-10-10T18:07:49","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress\/?p=302"},"modified":"2017-10-10T20:08:05","modified_gmt":"2017-10-10T18:08:05","slug":"23-artikel-herbst-1959","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2017\/10\/10\/23-artikel-herbst-1959\/","title":{"rendered":"23. Artikel Herbst 1959"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00a0\u201eDie biologische Bedeutung der Fruchtfolgen\u201c<\/strong><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Fruchtfolge als Mittel gegen die Bodenm\u00fcdigkeit nach Monokulturen ist seit Gro\u00dfvaters Zeiten bekannt und hat sich aus der Erfahrung heraus entwickelt.<br \/>\nJede Pflanzenart nimmt nicht nur Stoffe aus dem Boden auf, sondern scheidet auch aus wie jeder Organismus. Diese Ausscheidungsstoffe sind ihrerseits Wirkstoffe die das Bodenleben beeinflussen bzw andere Pflanzenarten. Diese Stoffe k\u00f6nnen wachstumshemmend oder auch wachstumsf\u00f6rdernd wirken. Im organisch biologischen Landbau konnte erarbeitet werden, dass alle Probleme die die Bodenm\u00fcdigkeit aufwirft allein damit praktisch l\u00f6sbar sind, dass wir dem Boden sein nat\u00fcrliches Leben wiedergeben und so stark erhalten wie die Fruchtfolge erfordet.<br \/>\nEs hat sich sogar nachweisen lassen, dass zB Kartoffeln ohne Schaden und ohne Ertragsabfall mehrere Jahre hintereinander in Monokulturen angebaut werden konnten (siehe Alwin Seifert \u201eG\u00e4rtnern Ackern ohne Gift \u2013 16x Fr\u00fchkartoffel als Vorfrucht von Rosenkohl hintereinander) Daraus ist der Schluss zu ziehen, dass ein gen\u00fcgend belebter Boden bei manchen, sogar anspruchsvollen Pflanzen meist nicht m\u00fcde wird, wenn er eben stets lebendig erhalten wird.<br \/>\nVier Faktoren sind es beim derzeitigen Wissenstand, die zur Ersch\u00f6pfung des Bodens f\u00fchren:<br \/>\n1. Die Verarmung an Spurenelementen<br \/>\n2. Die hungernde oder falsch gelenkte Bodenflora<br \/>\n3. Die Verarmung an verwertbarer organischer Substanz<br \/>\n4. Die Verarmung an Bodentieren<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1.Die Spurenelemente sind mehr oder weniger seltene Exemplare in dem Elementengemisch der Erdoberfl\u00e4che. Es gibt an die 80 Elemente, die das Lebendige braucht, soweit man wei\u00df, einige davon in gro\u00dfen Mengen, die meisten nur in Spuren. Pflanzen haben je nach Art ganz bestimmte, untereinander verschiedene Bed\u00fcrfnisse an Spurenelementen (zB Mg Cn Fe) Wird ein notwendiges Spurenelement von einer Pflanzenart bevorzugt aus dem Boden weggenommen, dann wird der Boden m\u00fcde. Bei Fruchtfolge an dem die Pflanze alle 4-5 Jahre ungebart wird, wird die Ersch\u00f6pfung =Bodenm\u00fcdigkeit hinausgez\u00f6gert. Die Spurenelemente sind jedoch lebensnotwendig. Eine synthetische Spurenelemented\u00fcngung ist schwierig, da die richtige Dosierung der einzelnen Elemente nahezu ausgeschlossen ist.<br \/>\nIm organisch-biologischen Landbau wird daher Urgesteinsmehl verwendet, dabei gibt es keine Dosierungsfragen, wohl aber m\u00fcssen die B\u00f6den gen\u00fcgend Leben haben, um die nur mikrobiell l\u00f6slichen Elemente der Urgesteinsmehle aufzuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>2.Die mikrobielle Bodenflora Die Wirkstoffe der Pflanzenausscheidungen k\u00f6nnen insbesondere bei Monokulturen den Boden sehr belasten bzw k\u00f6nnen die gleiche Pflanze oder die Nachfrucht sch\u00e4digen oder f\u00f6rdern wie wissenschaftliche Arbeiten beweisen. Es wurde jedoch erarbeitet, dass mit der Aktivierung der Bodenflora und Erh\u00f6hung des Bodenlebens die Probleme der Monokultur verschwinden.<\/p>\n<p>3.Die organische Bodensubstanz Sie entscheidet \u00fcber die Auswahl und den Charakter der Bodenflora (Mikrobien -)es w\u00e4chst in jedem Boden das an Mikrobien-Flora was eben dort leben kann. Es ist daher von gr\u00f6\u00dfter Wichtigkeit dass eine quantitativ reichhaltige Bodenflora wachsen kann, und das kann nur mit der regelm\u00e4\u00dfigen Versorgung durch oragnische Abfallstoffe geschehen. Ist der Boden ausreichend belebt, so ist er imstande eine jede organische Substanz zu verdauen, auch dann, wenn sie bestimmte Hemmstoffe enth\u00e4lt.<\/p>\n<p>4.Die Bodentiere An der Spitze der Regenwurm. Die Kleintiere sind die Hauptzerkleinerer und Verdauer der Abfallsubstanz in Pflanzennahrung. Die Monokultur sch\u00e4digt in verschiedener Weise das Leben der Bodentiere, da sie Einheitsverh\u00e4ltnisse vorgibt, die den Bed\u00fcrfnissen der Kleintiere nicht entsprechen.<\/p>\n<p>Die biologische Bedeutung der Fruchtfolge liegt letzten Endes darin, dass bei wechselweisem Anbau verschiedenartiger Gew\u00e4chse das Bodenleben eine F\u00f6rderung erf\u00e4hrt w\u00e4hrend es bei der Monokultur die ohne Wechsel st\u00e4ndig fortgef\u00fchrt wird, zu einer Sch\u00e4digung, Ertragsminderung, Krankheitsbefall usw deshalb kommt weil die Lebensbedingungen f\u00fcr das Bodenleben nicht erf\u00fcllt werden oder nicht erf\u00fcllbar sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0\u201eDie biologische Bedeutung der Fruchtfolgen\u201c Fruchtfolge als Mittel gegen die Bodenm\u00fcdigkeit nach Monokulturen ist seit Gro\u00dfvaters Zeiten bekannt und hat sich aus der Erfahrung heraus entwickelt. 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