{"id":309,"date":"2017-10-10T20:10:16","date_gmt":"2017-10-10T18:10:16","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress\/?p=309"},"modified":"2017-10-10T20:10:16","modified_gmt":"2017-10-10T18:10:16","slug":"26-artikel-sommer-1960","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2017\/10\/10\/26-artikel-sommer-1960\/","title":{"rendered":"26. Artikel Sommer 1960"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201e\u00dcbertragung von Erbsubstanzen?\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Erbsubstanzen sind die wertvollsten lebendigen Substanzen aller Zellen und Gewebe, aus denen Organismen bestehen. Die Erbsubstanzen bestimmen, was eine Zelle tun kann, wo sie hingeh\u00f6rt, wie sie aussieht, und aus Erbsubstanzen allein bauen sich ganze Organismen auf, auch der Mensch.<br \/>\nEs sind die \u201eZentralen\u201c, von denen aus alle Lebensvorg\u00e4nge gelenkt werden. Sie sind zB verantwortlich daf\u00fcr, ob aus einer kleinen Ei-Zelle ein ganzer Mensch wird, oder ob eine Dr\u00fcsenzelle richtig arbeitet, eine Nervenzelle in Ordnung ist, eine Pflanze richtig w\u00e4chst, und sie sind verantwortlich daf\u00fcr, dass sich die Lebewesen auch fortpflanzen k\u00f6nnen. Mit einem Wort gesagt: Die Erbsubstanzen oder \u201eErbmassen\u201c bewirken alles, was man \u201elebendig\u201c nennt, sie sind die wahren Tr\u00e4ger des Lebens, die Verwirklichung des Geistigen im Materiellen.<br \/>\nBekanntlich baut sich unsere ganze landwirtschaftliche und wissenschaftliche Arbeit auf dem Gedanken auf, dass alle lebenden Substanzen von der Natur in m\u00f6glichst voller T\u00fcchtigkeit erhalten bleiben, wenn irgendwelche Lebewesen sterben, ganz gleich, ob es sich dabei um Mikroben\/Bakterien oder um Pflanzen, Tiere und Menschen handelt. Ja sogar dann, wenn in einem Organismus w\u00e4hrend seines Lebens Zellen sterben, was fortlaufend der Fall ist, dann bleibt \u2013 so setzen wir voraus \u2013 die lebende Zellsubstanz erhalten und kann wieder zu Neubauten von Zellen Verwendung finden.<br \/>\nF\u00fcr die \u201eErhaltung der lebendigen Substanz\u201c haben wir in wissenschaftlicher Arbeit viele Beweise gefunden. F\u00fcr die Frage, ob diese erhalten gebliebene Substanz auch wieder verwendet werden kann, dient als Beweis einstweilen die Tatsache, dass man in lebender Substanz die Organismen gesund machen kann \u2013 oder auch krank, je nachdem, wie sie beschaffen ist. Das hat sich in der Heilkunde bewiesen, und das hat sich im biologischen Landbau ebenso bewiesen:<\/p>\n<p><em>Wenn die Gesundheit Schaden gelitten hat durch falsche Ern\u00e4hrung von Mensch, Tier, Pflanze und Boden, kann man durch die Pflege der lebenden Substanzen alle diese \u201eOrganismen\u201c, auch den Mutterboden, gesund machen.<\/em><br \/>\nDamit haben wir an sich einen Beweis, einen f\u00fcr uns vollst\u00e4ndig ausreichenden Beweis f\u00fcr den \u201eKreislauf der lebendigen Substanz\u201c. Und damit haben wir also etwas ganz Neues, etwas, das uns die Wunderwirkungen der biologischen Heilkunde und Landwirtschaft erst erkl\u00e4rlich macht.<br \/>\nUnd so kommt es, dass der Mutterboden wieder mehr Wasser aufnehmen kann, dass er unempfindlicher wird gegen Trockenheiten, widerstandsf\u00e4higer gegen Verschlemmung und Frost, dass die Saat besser aufgeht und besser \u00fcberwintert, dass die Sch\u00e4dlinge seltener werden und die Viruskrankheiten verschwinden, die Haltbarkeit gr\u00f6\u00dfer wird und die Bek\u00f6mmlichkeit besser.<br \/>\nUnd so kommt es letzten Endes, dass das Vieh ges\u00fcnder wird, dass es mehr leistet, dass es fruchtbarer wird und dass viele schlimme Probleme, die der Viehstall bringt, besser und leichter zu l\u00f6sen sind als vordem. Und wir Menschen haben den Nutzen davon.<br \/>\nProf. Andre Voisin \u2013Paris fordert:\u00a0<em>Es gibt nur einen einzigen wirklichen Beweis f\u00fcr die G\u00fcte eines Bodens: die Pflanzengesundheit. Und es gibt nur einen einzigen wirklichen Beweis f\u00fcr die G\u00fcte einer Nahrungspflanze: Tier und Mensch und ihr Wohlergehen. So etwa sagt Voisin genau das, was wir seit langer Zeit wissen.<\/em><br \/>\nDer Kreislauf der lebendigen Substanz ist f\u00fcr uns also durchaus bewiesen; er ist eine Tatsache f\u00fcr uns, auf die wir unsere Arbeit aufbauen. Wir sind damit gut gefahren und haben keinen Grund, auch nur einen Augenblick daran zu zweifeln, und wir werden in Zukunft noch viel mehr als bisher unsere Arbeit danach ausrichten.<br \/>\nEs wird noch lange Zeit dauern, bis man den \u201eKreislauf lebendiger Substanzen\u201c als wissenschaftlich bewiesen allgemein anerkennt. Das ist nicht einmal so falsch, wie es f\u00fcr den Au\u00dfenstehenden scheinen mag. Die Naturgesetze m\u00fcssen von allen Seiten her bewiesen werden, ehe man sie als wissenschaftlich bewiesen anerkennen kann. Und es ist auch kein Nachteil, wenn man uns auf diese Weise zwingt, sehr genau und sehr exakt zu arbeiten, um weitere Beweise f\u00fcr die Wahrheit herbeizuschaffen. Wir wollen das auch tun.<br \/>\nMan kann also umso mehr verstehen, weil ja unsere Theorie ziemlich alles umwirft, was man bisher als wahr anerkannt hat. Ein Beispiel f\u00fcr alle: Man nahm an, dass Pflanzen nur anorganische, salzf\u00f6rmige N\u00e4hrstoffe in sich aufnehmen, und dass der Boden solche also enthalten m\u00fcsse; auch die D\u00fcngung best\u00fcnde dann aus solchen Stickstoffsalzen, Kalisalzen, Phosphors\u00e4uresalzen usw, und es h\u00e4tte keinen Sinn, der Pflanze zur D\u00fcngung etwas anderes anzubieten als eben solche Stoffe, wie sie die Agrikulturchemie benutzt. Und nun kommen wir und erkl\u00e4ren, dass die Pflanze so ziemlich alles aufnehmen kann, was im Boden vorkommt, vor allem auch die lebenden Substanzen, die teilweise ja auch Erbsubstanzen sind.<br \/>\nDas stellt die D\u00fcngerlehre auf den Kopf. Und trotzdem haben wir recht. Denn tats\u00e4chlich verschaffen wir unseren Pflanzen eine bessere, eine vollst\u00e4ndigere, nat\u00fcrlichere Ern\u00e4hrung als die Agrikulturchemie, wie k\u00f6nnten sie sonst besser und ges\u00fcnder sein? Und unser ganzes Geheimnis ist ja nur dies: Wir bieten der Pflanze einen lebendigen Boden, der ihr alle Substanzen, auch die lebenden, verschafft; wir geben der Pflanze m\u00f6glichst \u00fcberhaupt keine \u201el\u00f6slichen\u201c N\u00e4hrstoffe, sondern ern\u00e4hren den Boden so, wie es die Natur macht. Wir ern\u00e4hren eben \u00fcberhaupt m\u00f6glichst nur den Mutterboden, nicht die Pflanze, weil nur das Leben des Mutterbodens eine gesunde Pflanze garantiert. Wir machen es also nur genau so, wie es die Natur macht, wir bem\u00fchen uns nur, sie sorgf\u00e4ltig und gewissenhaft nachzuahmen. Das ist unser ganzes Geheimnis.<br \/>\nUmso mehr aber freuen wir uns, wenn uns von anderer Seite her eine gro\u00dfe, eine geradezu g\u00f6ttliche Hilfe kommt: Die Amerikaner Beadle, Tatum und Lederberg haben bewiesen, dass die \u00dcbertragung von Erbsubstanz von Zelle zu Zelle m\u00f6glich ist! Sie haben in einem sehr umst\u00e4ndlichen, lange dauernden und auch teuren Versuch bewiesen, dass man die \u00dcbertragung von Erbsubstanzen bei Bakterien direkt nachweisen kann: Bakterien k\u00f6nnen aus der Substanz anderer Bakterien lebende Erbsubstanzen in sich aufnehmen und damit Eigenschaften erwerben, die sie selbst vorher nicht hatten, die aber die gestorbenen Bakterien hatten, von denen die verzehrte Substanz stammt.<br \/>\nGenau das haben wir seit langer Zeit behauptet, und es war die Grundlage unserer Arbeit.<br \/>\nUns gen\u00fcgt es, wenn die Wissenschaft hinterher kommt (wie sie es ja meist tut!), wenn wir nur inzwischen schon verstehen, unsere Gesch\u00f6pfe auf dem Acker, im Stall und im Haus gesund zu machen und erbgesund zu erhalten.<br \/>\nAber wir w\u00fcrden uns unsere Arbeit schon sehr erleichtern, und unsere Arbeit w\u00fcrde umso eher denjenigen zugute kommen, f\u00fcr die wir sie tun, n\u00e4mlich allen Menschen, wenn der wissenschaftliche Beweis in allen Formen und in jeder Richtung nicht allzulange auf sich warten lie\u00dfe. Dann w\u00fcrden uns auch die \u201eAnderen\u201c endlich ernst nehmen m\u00fcssen, wie es unsere Sache verdient. Und die Fr\u00fcchte unserer Arbeit w\u00fcrden dann nicht nur wenigen zugute kommen, sondern der ganzen Menschheit.<br \/>\nDann w\u00e4re n\u00e4mlich das dringendste Problem gel\u00f6st, das auf der Menschheit lastet: Das Problem der Entartung des Menschengeschlechtes durch die Zivilisation, das Problem der Grundgesundheit, die allenthalben St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck untergraben wird, weil wir von der \u201ebiologischen Wertigkeit\u201c bisher nichts, aber auch gar nichts verstanden haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201e\u00dcbertragung von Erbsubstanzen?\u201c Erbsubstanzen sind die wertvollsten lebendigen Substanzen aller Zellen und Gewebe, aus denen Organismen bestehen. 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