{"id":319,"date":"2017-10-10T20:17:47","date_gmt":"2017-10-10T18:17:47","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress\/?p=319"},"modified":"2017-10-10T20:17:47","modified_gmt":"2017-10-10T18:17:47","slug":"32-artikel-sommer-1962","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2017\/10\/10\/32-artikel-sommer-1962\/","title":{"rendered":"32. Artikel Sommer 1962"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eDie Bedeutung des Ton im Boden\u201c<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Bakteriengare oder Zellgare<\/span>\u00a0(die Mikrobenzellen lassen sich im Labor ausz\u00e4hlen) durch Lebendverbauung von Sekera zuerst beschrieben: die tote Mineralsubstanz der Oberschicht wird durch Bakterienkolonien lebend verbaut, dadurch Luftzutritt und Gasaustausch auch f\u00fcr die tieferen Bodenschichten. Diese Gare ist jedoch verg\u00e4nglich, mangelt es dem Bodenleben an Nahrung, h\u00f6rt die Lebendverbauung auf und die Kr\u00fcmelbest\u00e4ndigkeit schwindet. Daher ist Sorge zu tragen, diese Bakteriengare, die wegen der Bodenbel\u00fcftung und der Aufnahme der Niederschl\u00e4ge unverzichtbar zu erhalten durch \u00f6fteres F\u00fcttern des Bodens (Bodenbedeckung und Fl\u00e4chenkompostierung).<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">Plasmagare<\/span>: sie ist im Gegensatz zur Lebendverbauung best\u00e4ndig; hier beginnt der Ton seine Rolle zu spielen. Die Voraussetzungen f\u00fcr eine Fruchtbarkeit der Erdoberfl\u00e4che waren die Verwitterung des Gesteins, seine Aufspaltung, Zerkleinerung bis zu einer k\u00f6rnig-mehligen Oberschicht durch Urst\u00fcrme, Vulkanausbr\u00fcche, Wolkenbr\u00fcche, durch Frost und Wasser. Im Laufe dieser Verwitterungsvorg\u00e4nge entsteht auch der Ton. Der Hauptbestandteil aller Gesteine ist die Kiesels\u00e4ure in Form von Silikaten, aus ihnen entsteht der Ton als Verwitterungsprodukt, nicht durch einen chemischen, sondern einen physikalischen Abbau; er ist also eine physikalische Struktur mit den Silikaten als echte Kristalle, diese werden durch die Verwitterung zerkleinert bis zum Ton-Kristall, welches allein die F\u00e4higkeit besitzt als Mineral in inniger Beziehung zur lebendigen Substanz zu treten und damit die allererste und wichtigste Voraussetzung zur Fruchtbarkeit zu bilden.<br \/>\nDer Kristall ist die mineralische Ordnungskraft der Mutter Erde, die Tonkristalle sind daher Ordnungsgef\u00fcge. Die lebenden Substanzen sind ebenfalls Ordnungsgef\u00fcge, diesmal lebendige. Sie sind aperiodische Kristalle (Leben), im Gegensatz zu den periodischen Mineralkristallen. Die Kr\u00e4fte der Tonkristalle und die Kristalle der Lebendsubstanz begegnen sich im Boden, umarmen einander und gehen jene \u201eEhe\u201c zwischen mineralischer und lebendiger Substanz ein, die der wirkliche Urgrund der nat\u00fcrlichen und dauerhaften Fruchtbarkeit ist. Hier begegnen sich die Ordnungen aus dem lebendigen und dem toten Bereich der Stoffe.<br \/>\nWir sprechen diese Wahrheit hier zum ersten Mal aus. (Sie wird hier erstmalig exakt definiert, Hennig) Sie ist in der landwirtschaftlichen Lehre noch nicht bekannt. Genauso hat man den ungeheuren, lebhaften Kreislauf der lebenden Substanzen im Boden bis jetzt ganz \u00fcbersehen und nicht f\u00fcr m\u00f6glich gehalten und doch ist er die Voraussetzung wahrer Fruchtbarkeit.<br \/>\nDer Ton ist also die mineralische Grundlage der Bodenfruchtbarkeit. Ohne ihn w\u00e4re der Kreislauf der lebendigen Substanz \u00fcber den Boden gar nicht m\u00f6glich, jedenfalls nicht in einer Form, die uns den Kulturanbau von Nahrungspflanzen erlauben w\u00fcrde. Das sicherste Mittel die Tonkristalle heil zu erhalten ist die organische D\u00fcngung, die Humuswirtschaft. Synthetische D\u00fcngesalze zerkleinern das Tonkristall und machen es wertlos. Der Tonkristall ist also das mineralische Gegenst\u00fcck der Ordnungsgef\u00fcge lebender Substanzen. Es ist gut von diesem Geheimnis zu wissen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie Bedeutung des Ton im Boden\u201c Bakteriengare oder Zellgare\u00a0(die Mikrobenzellen lassen sich im Labor ausz\u00e4hlen) durch Lebendverbauung von Sekera zuerst beschrieben: die tote Mineralsubstanz der Oberschicht wird durch Bakterienkolonien lebend verbaut, dadurch Luftzutritt und Gasaustausch auch f\u00fcr die tieferen Bodenschichten. 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