{"id":341,"date":"2017-10-10T20:27:01","date_gmt":"2017-10-10T18:27:01","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress\/?p=341"},"modified":"2017-10-10T20:27:01","modified_gmt":"2017-10-10T18:27:01","slug":"42-artikel-sommer-1965","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2017\/10\/10\/42-artikel-sommer-1965\/","title":{"rendered":"42. Artikel Sommer 1965"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eHumus und der Mensch\u201c<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Als der Mensch zu Milliarden angewachsen, die Sch\u00e4tze der Erde in seine Verwaltung nehmen musste, da wurde dieses Schicksal auch dem fruchtbaren Boden zuteil. Man tat es mit dem Wenigen, das man von ihm wusste, aber man tat es in weltweitem Umfang. Damit wurde der moderne, wissenschaftliche Mensch, nicht wissend und nicht wollend zum Zerst\u00f6rer der Fruchtbarkeit, zum Verschwender der \u201eAlten Kraft\u201c des Bodens zum gr\u00f6\u00dften Feind des Humus.<br \/>\nSo kommt es, dass der Mensch nicht nur mit seinen Atombomben seinen chemischen Giften, sondern auch mit der Zerst\u00f6rung der eigentlichen Fruchtbarkeit, also des Humus, an seiner eigenen Vernichtung arbeitet, und sie wird kommen, wenn er sich nicht anders besinnt.<br \/>\nDurch die Erschaubarkeit der Erde durch das Mikroskop wissen wir heute, dass die Vielgestaltigkeit des Lebens im Boden ihresgleichen nicht hat. Tats\u00e4chlich ist das Leben in der Erde viel mannigfaltiger als das Leben \u00fcber der Erde.<br \/>\nNicht ein einziger dieser Bodenorganismen ist \u00fcberfl\u00fcssig, jeder hat seine spezielle Aufgabe zu erf\u00fcllen. Niemals wird man dieses Spinnennetz von biologischen Vorg\u00e4ngen entwirren, erkl\u00e4ren oder gar nachahmen k\u00f6nnen. Es ist als gegeben hinzunehmen, wir haben damit zu arbeiten, ohne es zu gef\u00e4hrden und haben ihm sein Dasein zu sichern. Dieses Riesenheer von Kleinlebewesen von einer Gr\u00f6\u00dfenordnung von ca. 1\/1000 mm, ist der Produzent des Humus, des ewigen Quells des Lebens in der Muttererde und durch nichts anderes ersetzbar.<br \/>\nEs gibt also im fruchtbaren Boden etwas das in millionen- und milliardenfacher Ausf\u00fchrung imstande ist, anderen Lebewesen als Nahrung zu dienen und ihnen diejenigen Wirksamkeiten zuzuf\u00fchren, die wir Leben, lebendige Substanz, nennen.<br \/>\nDiese milliardenfache Vielfalt und Auswahl ist notwendig um die Kulturpflanzen mit allen ihren Nachkommen gesund zu halten und damit uns eine vollkommene Nahrung zu schaffen.<br \/>\nWas wir den Bodenlebewesen an Nahrung geben, wir nennen es D\u00fcngung, muss daher so vielf\u00e4ltig sein, wie es Bodenflora und nachfolgend der Humus verlangen.<br \/>\nAlle Handlungen des Landbaues m\u00fcssen darauf abgestellt werden, den nat\u00fcrlichen Fluss der lebendigen Wirksamkeiten ungest\u00f6rt zu lassen und alles zu tun, was seinen Fluss f\u00f6rdern kann.<br \/>\nDie Kunstd\u00fcngung ist das Ergebnis chemisch-analytischer Forschung und was man hier an N\u00e4hrstoffen f\u00fcr die Pflanze entdeckt hat verabreicht man als Kunstd\u00fcnger, in Form von toten Salzen, die wasserl\u00f6slich sind und damit kann die Pflanze aufnehmen so oft sie Wasser braucht. Der Boden hat dabei kein Wort mehr mitzusprechen, seine ordnende Kraft ist ausgeschaltet.<br \/>\nDie Mikrobenflora, die ebenfalls von den Kunstd\u00fcngern\u00e4hrstoffen ihren Teil bezieht, muss aber auf die Zufuhr von den lebendigen Wirksamkeiten aus dem Lebenskreislauf verzichten. Der so gewonnene Humus ist halbherzig.<br \/>\n<strong>Der Humus geboren aus der Vielfalt der Bodenflora, entstanden ohne St\u00f6rung des biologischen Gleichgewichts vermag allein zu vermitteln wessen wir im biologischen Landbau bed\u00fcrfen: Biologische Ordnung.<\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Die lebendige Welt geht ohne biologische Ordnung zugrunde!<\/span><\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Die r\u00fccksichtslose Technisierung der Produktion von Lebendigem hat Boden, Pflanze, Tier und Mensch der biologischen Ordnung beraubt. Ein waghalsigeres Experiment kann man mit der Menschheit kaum noch machen. Die biologische Vernunft d.h. der gesunde Menschenverstand, der Gut und B\u00f6se zu unterscheiden wei\u00df ist eine Funktion der biologischen Ordnung. Wer den Menschen also eine Nahrung anbietet die der biologischen Ordnung ermangelt, der muss wissen, dass dann die biologische Vernunft verloren geht und wir an den Rand der Selbstvernichtung gelangen.<\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Ohne den Humus so wie er von der Sch\u00f6pfung gemacht war und gedacht ist, wird es keine Menschlichkeit mehr geben.<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eHumus und der Mensch\u201c\u00a0 Als der Mensch zu Milliarden angewachsen, die Sch\u00e4tze der Erde in seine Verwaltung nehmen musste, da wurde dieses Schicksal auch dem fruchtbaren Boden zuteil. Man tat es mit dem Wenigen, das man von ihm wusste, aber man tat es in weltweitem Umfang. 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