{"id":361,"date":"2017-10-10T20:36:27","date_gmt":"2017-10-10T18:36:27","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress\/?p=361"},"modified":"2017-10-10T20:36:27","modified_gmt":"2017-10-10T18:36:27","slug":"52-artikel-winter-1967","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2017\/10\/10\/52-artikel-winter-1967\/","title":{"rendered":"52. Artikel Winter 1967"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8222;Wie ern\u00e4hrt sich die Pflanze&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Die Kunstd\u00fcngung beruht auf der Mineralstofflehre, wonach die Pflanze nur die leichtl\u00f6slichen Salzformen der Mineralien zu ihrer Ern\u00e4hrung braucht.<\/p>\n<p>Die Pflanzen verlieren jedoch mit der Zeit die Widerstandskraft gegen Insekten, Bakterien und Viren, verlieren die F\u00e4higkeit zur Ausbildung von Aromen, Geschmacksstoffen und die dauerhafte Fortpflanzungsf\u00e4higkeit, was sich auch auf die, diese Pflanzen fressenden Tiere, \u00fcbertr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Die Grundlage der Kunstd\u00fcngung, die Mineralstofflehre, ist daher nicht richtig, sie ist bestenfalls eine kleine Teilwahrheit \u00fcber die Pflanzenern\u00e4hrung.<\/p>\n<p>Das Wesentliche an der Dauerfruchtbarkeit von Kulturb\u00f6den, Pflanzen und Tieren muss etwas anderes sein, ein Vorgang, den man bisher noch nicht kennt oder nicht beachtet hat. Liebig selbst hat, als er anfing sich zu korrigieren, gemerkt, dass die Mineralsubstanzen der Natur nicht etwa Kunstd\u00fcnger sind, welche die Pflanze ohne jede Hilfe direkt aufnehmen kann, sondern unl\u00f6sliche Substanzen, die der Pflanze durch Lebensvorg\u00e4nge zug\u00e4nglich werden. Er hat schon lange vor uns gewusst, dass die Ern\u00e4hrungsvorg\u00e4nge zwischen Boden und Pflanze durch Lebensvorg\u00e4nge gesteuert werden, die unendlich viel wichtiger sind, als der Mineralstoffwechsel.<\/p>\n<p>Letzteres wurde zwischenzeitlich noch erweitert durch die Entdeckung von Wirkstoffen (Vitamine, Enzyme, Hormone, Fermente) und der Spurenelemente, welche ebenfalls von der Pflanze gebraucht werden, allerdings nur in kleinen und kleinsten Mengen. Die entscheidende Wahrheit ist aber auf diesen Wegen der Stoff-Analysen nicht zu finden. Sie ist nur auf neuen Wegen zu finden, die zu einer anderen Art von Wissenschaft f\u00fchren, zur Wissenschaft vom Lebendigen. Diese Lebensforschung wird schwierig und schlie\u00dflich unm\u00f6glich dort, wo man zum wissenschaftlichen Erkennen die ganzen unversehrten Lebensvorg\u00e4nge selbst n\u00f6tig hat. Denn bei der Materie um die es sich hier handelt, dreht es sich um lebende Substanzen. Ein Boden auf dem man die Pflanze k\u00fcnstlich ern\u00e4hren muss, unterscheidet sich von einem nat\u00fcrlichen Boden dadurch, dass sich Leben in letzterem befindet, dass dort Lebensvorg\u00e4nge ablaufen und lebende Substanz darin enthalten ist. Der Unterschied zwischen der k\u00fcnstlich ern\u00e4hrten und der organisch wachsenden Pflanze besteht also u.a. darin, dass der letzteren \u201elebende Substanz\u201c zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n<p>Alle Lebensvorg\u00e4nge laufen nach den gleichen Grunds\u00e4tzen ab und bedienen sich der gleichen toten wie lebenden Materie, ob es sich nun um das Leben von Bodenbakterien, Pflanzen, Tieren oder Menschen handelt. Wir finden die gleichen Substanzen in dem einen, wie in dem anderen, wir finden sie immer dort wo Leben ist.<\/p>\n<p>Wir wissen heute, dass die lebende Substanz die M\u00f6glichkeit hat, \u00fcberall hindurchzugehen, zB durch die Wurzelh\u00e4utchen der Pflanzen, oder die Schleimhautzellen des menschlichen und tierischen Darmes.<\/p>\n<p>Jeder Organismus hat freies Auswahlverm\u00f6gen welche Substanzen er aufnimmt und welche nicht, er trifft eine Auswahl, die seiner Gesundheit und seiner Fruchtbarkeit dient. Dieses Auswahlverm\u00f6gen hat er bei den einfachen N\u00e4hrstoffen nicht, die muss er nehmen, ob er will oder nicht (\u00dcberd\u00fcngung mit Kunstd\u00fcnger).<\/p>\n<p>Jeder Organismus braucht lebende Substanz und je gr\u00f6\u00dfer der Zellstaat eines Organismus wird, umso gr\u00f6\u00dfer wird seine Abh\u00e4ngigkeit von der Umwelt, umso mehr bedarf er der Erg\u00e4nzung aus der Umwelt. Er kann sehr lange sein Leben ohne Nachschub an lebender Substanz fristen, nimmt jedoch von Generation zu Generation an Lebensf\u00e4higkeit und Lebenst\u00fcchtigkeit ab, es entsteht ein Mangelzustand an biologischen F\u00e4higkeiten.<\/p>\n<p>Wir haben es mit dem Kreislauf der lebenden Substanz zu tun, der n\u00f6tig ist, um alle Lebewesen gesund zu erhalten und zur vollen Entfaltung ihres Lebens und ihrer Fruchtbarkeit zu bef\u00e4higen.<\/p>\n<p>Voraussetzung ist aber, dass das Bodenleben eine solche Auswahl bereith\u00e4lt, das geschieht dann, wenn wir das Bodenleben in Ordnung halten, auf jede Einmischung in die nat\u00fcrlichen Lebenskreisl\u00e4ufe verzichten, ja sogar wenn man die Bodenarbeit auf das geringstm\u00f6gliche Ma\u00df beschr\u00e4nkt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Wie ern\u00e4hrt sich die Pflanze&#8220; Die Kunstd\u00fcngung beruht auf der Mineralstofflehre, wonach die Pflanze nur die leichtl\u00f6slichen Salzformen der Mineralien zu ihrer Ern\u00e4hrung braucht. 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