{"id":373,"date":"2017-10-10T20:40:35","date_gmt":"2017-10-10T18:40:35","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress\/?p=373"},"modified":"2017-10-10T20:40:35","modified_gmt":"2017-10-10T18:40:35","slug":"57-artikel-fruehjahr-1969","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2017\/10\/10\/57-artikel-fruehjahr-1969\/","title":{"rendered":"57. Artikel Fr\u00fchjahr 1969"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wo bleibt das Gift?<\/strong><\/p>\n<p>Vorreiter in der Entwicklung von anorganischen Giften war das DDT, das im ersten Weltkrieg als Kampfgift gegen Menschen in Basel erfunden wurde, mit den Folgen von Nervensch\u00e4digungen, die \u00fcber Kr\u00e4mpfe und L\u00e4hmungen zum Tode f\u00fchren.<\/p>\n<p>Auf Basis des DDT wurden dutzende \u00e4hnliche Gifte entwickelt, weiter arsenhaltige, thalliumhaltige, bleihaltige, quecksilberhaltige Mittel; letztendlich gibt es heute viele Hunderte der verschiedenen Pestizide, so nennt man alle diese todbringenden Stoffe, die im Landbau verwendet werden und die seit ca. 80 Jahren bekannt sind.<\/p>\n<p>Nach dem Auftreten von Vergiftungsf\u00e4llen haben die Staaten gewisse Vorschriften erlassen und es werden von den Lebensmitteleinfuhren Stichproben genommen, die in Speziallaboratorien gepr\u00fcft werden. Sind diese Ma\u00dfnahmen wirklich genug, die Menschen von den Folgen der Vergiftungen von Landbaukulturen wirksam zu sch\u00fctzen? Es k\u00f6nnen ja nur Stichproben genommen werden und niemals jedes einzelne St\u00fcck gepr\u00fcft werden. Weiters bleibt die Frage offen, ob denn diese Pestizide nur dadurch sch\u00e4dlich wirksam werden, weil man nachweisbare R\u00fcckst\u00e4nde auf den Produkten findet?<\/p>\n<p>Es ist nun so, dass jeder chemische Stoff, der in irgendeiner Weise das Leben und die Gesundheit irgendeines Lebewesens bedroht an Ort und Stelle seiner Anwendung voll wirksam wird. Es werden dabei alle vorhandene Lebewesen, nicht nur die \u201eSch\u00e4dlinge\u201c, sondern alle Pflanzen, alle Kleintiere, alle Bakterien, Algen, Myceten, Mykorrhizen und unz\u00e4hlige andere Lebewesen durch die Giftbehandlung getroffen, ver\u00e4ndert und gesundheitlich gesch\u00e4digt. Die Ver\u00e4nderung und Sch\u00e4digung der organischen Substanz erfolgt durch den Kontakt der einzelnen Zellen dieser Gewebe mit dem Gift. Diese Ver\u00e4nderung und Sch\u00e4digung ausl\u00f6senden Pestizide werden auch Mutagene genannt.<\/p>\n<p>Die so giftbehandelte organische Substanz wandert auf den Wegen des Kreislaufes der Nahrung hin zum Menschen und dieser Mensch muss nun von organischer Substanz leben, die durch die fr\u00fchere Giftbehandlung ver\u00e4ndert und gesundheitlich gesch\u00e4digt wurde. Normalerweise erneuert sich das Zellgewebe eines jeden Organs dadurch, dass abgebrauchte oder vergiftete lebendige Zellsubstanz ausgesondert und \u00fcber den Darm oder die Haut abgeschoben wird. Daf\u00fcr wird dann \u201eneue\u201c Substanz aus der Nahrung aufgenommen; und so erneuert sich der K\u00f6rper st\u00e4ndig aus dem gro\u00dfen Reservoir der lebenden Substanz, die ihm Boden, Kulturpflanze und Nutztier liefern.<\/p>\n<p>Wenn aber diese Substanzen bereits ver\u00e4ndert, abgebraucht und vergiftet sind, weil man Boden und Pflanzen mit Gift in Kontakt bringt, dann gibt es die M\u00f6glichkeit der Erneuerung nicht mehr, denn taugliche Substanz steht nicht mehr in ausreichender Menge zur Verf\u00fcgung. Die einzelnen Atome des Giftstoffes aber, die jeweils eine lebende Substanz verdorben haben, kann man nicht mehr chemisch-analytisch nachweisen, sie sind in der organischen Substanz \u201everschwunden\u201c. Zur\u00fcck bleibt nur die Sch\u00e4digung der lebenden Substanz selbst. Dieser Vorgang ist viel heimlich-unheimlicher, viel wirksamer, als die direkte Giftwirkung durch \u00fcbriggebliebene Reste von Pestiziden wie man sie nachweisen kann.<\/p>\n<p>Durch das Einbringen riesiger Mengen solcher Gifte in den organischen Kreislauf, wird dieser Kreislauf selber betroffen, seine lebende Substanz verdorben und den Organismen, die davon leben m\u00fcssen, jede M\u00f6glichkeit der Selbsterneuerung aus den Vorr\u00e4ten der Natur genommen. Die Folge, die schleichende Zunahme von Entartungs- und Zivilisationskrankheiten, des Niederganges der Grundgesundheit, der Abwehrf\u00e4higkeit, der Widerstandskraft gegen die Krankheiten bis hin zu t\u00f6dlichen Entartungen bestimmter Gewebe.<\/p>\n<p>Es ist eine heute durchschaute L\u00fcge von \u201eharmlosen\u201c Giften zu reden, irgendeine Substanz t\u00f6te nur einen K\u00e4fer oder vernichte nur bestimmte Unkr\u00e4uter, sei aber sonst f\u00fcr Kulturen und gar Mensch und Tier vollkommen unsch\u00e4dlich.<\/p>\n<p>Mit wenigen Giften hat es angefangen, mit Hekatomben von hunderterlei schwersten Giftstoffen ging es weiter. Eine Menschheit, die man durch das st\u00e4ndige Massen-Verderben der organischen Substanz auf der Erde ihrer Grundgesundheit beraubt und damit langsam aber sicher demselben Siechtum und Tod ausliefert, wie die bek\u00e4mpften \u201eSch\u00e4dlinge\u201c, eine solche Menschheit braucht keine Pestizide mehr, denn sie braucht keine Nahrung mehr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wo bleibt das Gift? Vorreiter in der Entwicklung von anorganischen Giften war das DDT, das im ersten Weltkrieg als Kampfgift gegen Menschen in Basel erfunden wurde, mit den Folgen von Nervensch\u00e4digungen, die \u00fcber Kr\u00e4mpfe und L\u00e4hmungen zum Tode f\u00fchren. Auf Basis des DDT wurden dutzende \u00e4hnliche Gifte entwickelt, weiter arsenhaltige, thalliumhaltige, bleihaltige, quecksilberhaltige Mittel; letztendlich &hellip; <a href=\"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2017\/10\/10\/57-artikel-fruehjahr-1969\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">57. 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