{"id":388,"date":"2017-10-11T19:19:57","date_gmt":"2017-10-11T17:19:57","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress\/?p=388"},"modified":"2017-10-11T19:19:57","modified_gmt":"2017-10-11T17:19:57","slug":"64-artikel-winter-1970","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2017\/10\/11\/64-artikel-winter-1970\/","title":{"rendered":"64. Artikel Winter 1970"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vom Zusammenhang zwischen Pflanzenern\u00e4hrung und biologischer G\u00fcte<\/strong><\/p>\n<p>Der biologisch-organische Landbau hat es sich von vornherein zu seiner Aufgabe gemacht, Nahrungs- und Futterpflanzen zu produzieren, die ein H\u00f6chstma\u00df an biologischer G\u00fcte besitzen, wobei in den Anfangszeiten kaum ein klarer Blick bestand von dem was biologische Qualit\u00e4t eigentlich ist. Immerhin hat das instinkt-sichere Bewusstsein vom Schaden der Kunstd\u00fcngung die ersten Wege gewiesen. Mit dem Verzicht auf Kunstd\u00fcnger und Gift, die ersetzt werden durch eine besondere pflegliche Behandlung des Mutterbodens und der organischen D\u00fcnger, gelang es, den Nahrungs- und Futterpflanzen eine bedeutend h\u00f6here biologische G\u00fcte zu verschaffen. Es verbesserte sich auch der Garezustand des Bodens, es erh\u00f6hte sich die Widerstandskraft der Kulturen und das Nutzvieh wurde gesund und leistungsf\u00e4higer. Man war also ohne jeden Zweifel auf dem richtigen Weg.<\/p>\n<p>Die biologische Grundlagenforschung hat nun in den folgenden Jahrzehnten Einblicke erarbeitet, die Zusammenh\u00e4nge zwischen Mutterboden und Pflanzenern\u00e4hrung, zwischen Ern\u00e4hrung, Wachstum und biologischer Qualit\u00e4t. Es erhebt sich die Frage warum ist bei den organisch-biologischen Erzeugnissen die biologische G\u00fcte besser als bei den Kunstprodukten der Agrikulturchemie?<\/p>\n<p>Die biologische G\u00fcte eines Lebewesens ist abh\u00e4ngig von der Vererbung und von der Umwelt. Gesund ist ein jedes Lebewesen, ob Mensch, Tier, Pflanze, Mikrobe oder Muttererde durch Vererbung und Umwelt vermittelt.<\/p>\n<p>Um die biologische G\u00fcte der Nahrungs- und Futterpflanzen zu erh\u00f6hen, m\u00fcssen wir daf\u00fcr sorgen, dass den wachsenden Kulturen diejenige Auswahl an lebenden Substanzen zur Verf\u00fcgung steht mit deren Hilfe dies m\u00f6glich ist. Das kann nur geschehen, wenn wir daf\u00fcr sorgen, dass die Muttererde imstande ist, eine solche reiche Auswahl an lebenden Substanzen zu liefern. Die Muttererde ist dazu nur imstande, wenn ihre Lebensvorg\u00e4nge geregelt ablaufen, trotz aller ihrer Vielfalt.<\/p>\n<p>Das sichtbare Leben, das was wir als \u201elebendig\u201c erkennen und beobachten k\u00f6nnen, wird nicht durch die lebenden Substanzen, also durch die \u201eUrsubstanz\u201c des Lebens dargestellt, sondern durch ihre Stoffbildungen. Der f\u00fcr uns sichtbare Lebensstoff ist das Eiwei\u00df, genauer die unendlich vielen Arten von Eiwei\u00dfen, die die Natur hervorbringt.<\/p>\n<p>Das zentrale Atom im Eiwei\u00df ist der Stickstoff, d.h. das Atom Stickstoff: um das Atom Stickstoff herum bauen die lebenden Substanzen das Eiwei\u00df auf; und erst durch die Eiwei\u00dfbildung wird es m\u00f6glich Gewebe und ganze Organismen aufzubauen. Das Atom Stickstoff ist also der Stoff um den sich hier alles dreht.<\/p>\n<p>Der meiste Stickstoff befindet sich als Gas in der Luft zu 2\/3. Ein Teil davon ist aber in allem Lebendigen vorhanden, gebunden als Eiwei\u00df im Kreislauf des Lebens, in Lebewesen, in Nahrung, in Abf\u00e4llen, in der Muttererde. Ein kleinerer Teil dieses Teils wird aber auch ausgetauscht gegen Stickstoff aus der Atmosph\u00e4re. In der Luft in gro\u00dfen H\u00f6hen unter der Wirkung der kosmischen Bestrahlung entstehen besondere Sorten von Stickstoff, die f\u00fcr die Lebensvorg\u00e4nge wichtig sind, weil sie eine h\u00f6here \u201eEnergie\u201c enthalten als der \u201egew\u00f6hnliche\u201c Stickstoff.<\/p>\n<p>Dieser Abtausch ist ebenso streng geregelt wie der ganze Kreislauf des Stickstoffs im Lebendigen. So wird immer nur soviel Stickstoff bereit gehalten wie f\u00fcr den geregelten Ablauf aller Lebensvorg\u00e4nge n\u00f6tig ist, kein Gramm mehr und kein Gramm weniger.<\/p>\n<p>Es wird auf diese Weise erreicht, dass die Eiwei\u00dfbildung nicht nur mengenm\u00e4\u00dfig in den gesteckten Grenzen bleibt, sondern auch g\u00fctem\u00e4\u00dfig. Es wird daf\u00fcr gesorgt, dass nicht schrankenlos gro\u00dfe Mengen einzelner Eiwei\u00dfe gebildet werden, sondern dass auch die selteneren Eiwei\u00dfbildner zu Wort kommen \u2013 und das sind gerade die wichtigeren. Wo \u201eMasse\u201c produziert wird, geht das immer auf Kosten der G\u00fcte und der Vielfalt. Mit Massen von Eiwei\u00df k\u00f6nnen wohl \u201eMassen\u201c von lebendigen Zellen und Geweben aufgebaut werden, nicht aber \u201ebiologische Qualit\u00e4t\u201c.<\/p>\n<p>Biologische Qualit\u00e4t als Ausdruck idealer Vollkommenheit und Gesundheit, idealer Leistungs- und Abwehrf\u00e4higkeit eines Organismus kann nur dann entstehen, wenn der Stickstoffkreislauf \u201ein Ordnung\u201c ist, wenn die vorgeschriebene Zuteilung von Stickstoff und damit von Eiwei\u00dfbildung in naturgegebenen Bahnen l\u00e4uft.<\/p>\n<p>Der Kardinalfehler der Kunstd\u00fcngung tritt damit ans Licht. Das Kernst\u00fcck der Kunstd\u00fcngung ist unbestreitbar die D\u00fcngung mit Stickstoffsalzen, die man aus dem unersch\u00f6pflichen Vorrat der Luft k\u00fcnstlich herstellt.<\/p>\n<p>Wer k\u00fcnstlich Stickstoff einschmuggelt in den nat\u00fcrlichen Stickstoffkreislauf, vermindert Schritt f\u00fcr Schritt die F\u00e4higkeit des Mutterbodens biologische Qualit\u00e4t zu bilden und an das oberirdische Leben, zun\u00e4chst an die wachsende Pflanze weiterzureichen. Boden und Pflanze werden gezwungen diesem zus\u00e4tzlichen eingeschmuggelten Stickstoff alsbald zu verbauen, die Eiwei\u00dfgrundstoffbildungen zu vereinfachen, indem vorwiegend die offenbar leichter herzustellenden Eiwei\u00dfbildungen bevorzugt werden. Es bildet sich \u201eMasse\u201c auf Kosten der \u201eG\u00fcte\u201c, Vereinfachung tritt an die Stelle von Vielfalt. Was das f\u00fcr die biologische Qualit\u00e4t bedeutet, kann man sich vorstellen.<\/p>\n<p>Mit der Harmonie der Lebensstoffbildungen im Boden aber steht und f\u00e4llt alle Gesundheit des Lebendigen auf der Erde von der Pflanze bis zum Menschen. Es gibt da also nichts zu diskutieren. Wer als Bauer biologische G\u00fcte schaffen will, wer seinen Mitmenschen hochwertige gesunde Nahrung liefern will, der muss nicht nur auf die Gifte im Landbau verzichten und seine Muttererde pfleglich behandeln, der muss zu allererst auf die Treibd\u00fcngung mit k\u00fcnstlichem Stickstoff verzichten. Es gibt da keinen Kompromiss und nichts zu diskutieren. Es gibt nur ein Entweder-Oder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Vom Zusammenhang zwischen Pflanzenern\u00e4hrung und biologischer G\u00fcte Der biologisch-organische Landbau hat es sich von vornherein zu seiner Aufgabe gemacht, Nahrungs- und Futterpflanzen zu produzieren, die ein H\u00f6chstma\u00df an biologischer G\u00fcte besitzen, wobei in den Anfangszeiten kaum ein klarer Blick bestand von dem was biologische Qualit\u00e4t eigentlich ist. Immerhin hat das instinkt-sichere Bewusstsein vom Schaden &hellip; <a href=\"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2017\/10\/11\/64-artikel-winter-1970\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">64. 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