{"id":390,"date":"2017-10-11T19:20:46","date_gmt":"2017-10-11T17:20:46","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress\/?p=390"},"modified":"2017-10-11T19:20:46","modified_gmt":"2017-10-11T17:20:46","slug":"65-artikel-fruehjahr-1971","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2017\/10\/11\/65-artikel-fruehjahr-1971\/","title":{"rendered":"65. Artikel Fr\u00fchjahr 1971"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00dcber den Unterschied zwischen organischem und chemischen Stoffwechsel<\/strong><\/p>\n<p>Der chemische Stoffwechsel ist der Abtausch von relativ einfachen chemischen Verbindungen mit Salzcharakter (Ionenabtausch) von Bausteinen der Eiwei\u00dfstoffe (Aminos\u00e4uren) Kohlehydratmolek\u00fclen (Energiestoffwechsel) von verseiften Fetten (Fettstoffwechsel) und schlie\u00dflich von gr\u00f6\u00dferen Verbindungen wie Hormonen, Enzymen und Vitaminen. Alle diese Stoffe sind tote Substanzen.<\/p>\n<p>Der organische Stoffwechsel ist der Abtausch von lebendigen Gro\u00dfmolek\u00fclen zwischen Organismus und Umwelt Aufnahme passender neuer lebender Substanz gegen Abgabe abgebrauchter und unerw\u00fcnscht gewordener lebender Substanz.<\/p>\n<p>Der chemische Stoffwechsel geht nach chemisch-physikalischen Gesetzen vor sich und wird auch nach solchen Gesetzen vom lebendigen Organismus gesteuert. Der organische Stoffwechsel geht nach organisch-biologischen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten vor sich und ist als organischer Wachstumsvorgang aufzufassen, gesteuert durch den Gesamtplan eines lebenden Organismus nach biologischen Gesichtspunkten, wobei chemische Gesetze nur eine untergeordnete Rolle spielen.<\/p>\n<p>Der chemische Stoffwechsel der toten Stoffe geht auf einen grunds\u00e4tzlich anderen Wege vor sich wie der organische. Die toten Stoffe gelangen in einer sozusagen l\u00f6slichen Form mit Hilfe von Wasser unmittelbar in den Organismus, n\u00e4mlich in seine Saftstr\u00f6me; die Kontrolle und Dosierung geschieht dadurch, dass im Darm selbst nur eine bestimmte Menge verdauungsreif gemacht wird \u2013 gesteuert durch Verdauungsfermente, Basen und S\u00e4uren -, und dadurch, dass nach dem \u00dcbertritt in den Organismus bestimmte Organe, vor allem die Leber den Strom der toten Stoffe (N\u00e4hrstoffe) kontrollieren und steuern, wobei die Stoffe teilweise chemisch ver\u00e4ndert werden.<\/p>\n<p>Der Stoffwechsel lebender Substanz wird ganz anders gehandhabt. Zun\u00e4chst werden lebende Substanzen durch die Verdauung nicht oder nur unwesentlich angegriffen. Sie werden dann, ganz im Gegensatz zu den toten Substanzen, von lebenden Zellen der Darmw\u00e4nde gepr\u00fcft und entweder in die Zelle selbst aufgenommen oder abgelehnt. Bei diesen Zellen handelt es sich um Zellen des sogenannten lymphatischen Systems. Das sind die Zellen, die auch in den Rachenmandeln, den Lymphknoten und vor allem als freibewegliche Zellen in Form der sogenannten Lymphozyten, einer Blutk\u00f6rperchen-Sorte vorkommen und die es in Teilen der Darmwand in Massen gibt. Von diesen Zellen aus gelangen die lebenden Substanzen dann in die Lymphozyten, die sie freischwimmend weitertransportieren und dorthin bringen wo sie hingeh\u00f6ren. Wollen die Lymphozyten allerdings wissen, wohin sie die lebende Substanz bringen m\u00fcssen \u2013 ganz bestimmte lebende Substanzen passen nur zu ganz bestimmten K\u00f6rperzellen \u2013 das wird wohl f\u00fcr immer das Geheimnis der Natur bleiben \u2013 sie wissen es jedenfalls.<\/p>\n<p>Dadurch wird ein weiterer Unterschied zwischen chemischem und organischem Stoffwechsel sichtbar: W\u00e4hrend die toten Substanzen praktisch mehr oder weniger vor jeder beliebigen K\u00f6rperzelle gebraucht werden, kann eine lebende Substanz von denen es unz\u00e4hlige Milliarden von Arten gibt, nur an einer ganz bestimmten Stelle des Organismus und von ganz bestimmten Zellgeweben gebraucht werden. Deshalb wird der chemische Stoffwechsel durch S\u00e4fte nach chemisch-physikalischen Gesetzen im ganzen Organismus einheitlich bewirkt, der organische Stoffwechsel wird dagegen ausschlie\u00dflich von lebenden K\u00f6rperzellen bewirkt, die \u201ewissen\u201c um welche Substanz es sich handelt und wohin sie geh\u00f6rt. So gibt es viele hilfreiche Beobachtungen, die darauf hindeuten, dass sich in jeder einzelnen Zelle des Organismus das Bild des gesamten Organismus befinden, muss ein Bewusstsein von der Gesamtorganisation, ein kompletter Plan, eine umfassende Information. Anders wird man wohl auch die F\u00e4higkeit von Zellen nicht erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, die wissen um welche lebende Substanz es sich handelt und in welche besonderen K\u00f6rperzellen sie geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich besteht der Unterschied zwischen chemischem und organischem Stoffwechsel praktisch einfach darin, dass sich chemische Vorg\u00e4nge relativ leicht erforschen lassen, w\u00e4hrend sich organische Vorg\u00e4nge nirgends leicht, oft nur auf Umwegen und indirekt oder \u00fcberhaupt nicht erforschen lassen. Man wei\u00df deshalb \u00fcber den chemischen Stoffwechsel schon recht gut Bescheid; unsere ganzen Ern\u00e4hrungslehren sind auf ihm aufgebaut, wenn man von \u201eErn\u00e4hrung\u201c spricht, so sind damit immer nur die toten N\u00e4hrstoffe gemeint, mitsamt den Vitaminen, den Mineralstoffen, den Spurenstoffen.<\/p>\n<p>Die biologische Grundlagenforschung hat den organischen Stoffwechsel existent gemacht, der offenbar f\u00fcr den Bestand der Menschheit, f\u00fcr ihre Degeneration und Regeneration allein entscheidend ist und um ein vielfaches wichtiger ist, als der chemische Stoffwechsel.<\/p>\n<p>Zur Erkl\u00e4rung: Bei den lebenden Substanzen handelt es sich um lebende organische Riesenkomplexe in billionenfacher Verschiedenheit, die sowohl Bestandteil von lebenden Zellen sein k\u00f6nnen, sog. Mikrosomen, wie Bestandteile eines unorganisierten, oder scheinbar unorganisierten organischen Masse, zB Bestandteil eines Kompostes, einer Muttererde, eines Pflanzensaftes, eines Nahrungsbreies. Man muss also unterscheiden zwischen einem zell-gebundenen Zustand der lebenden Substanzen oder einer frei in einem organischen Milieu umherschwimmenden.<\/p>\n<p>Das Gesetz von der Erhaltung der lebenden Substanz\u201c und die Wege des \u201eKreislaufs der lebenden Substanz\u201c wird man schrittweise und mit viel M\u00fche und Kosten forschend aufkl\u00e4ren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Den organischen Stoffwechsel hat man fr\u00fcher nicht gekannt und nicht kennen k\u00f6nnen. Allerdings w\u00e4re es f\u00fcr die Entwicklung der ganzen Menschheit besser gewesen, wenn man ihn wenigstens geahnt h\u00e4tte, wie ihn Justus v. Liebig geahnt hat, den man ja oft aus rein merkantilen Interessen heraus gewaltsam und gr\u00fcndlich missverstanden hat. Es w\u00e4re dann nicht zu so umfangreichen Verwirklichungen des rein chemischen Denkens gekommen, mit allen Folgeerscheinungen insbesondere die der Degeneration. Die notwendige Regeneration kann nur mit Hilfe des organischen Stoffwechsels vollzogen werden und wird zur wichtigsten und schwersten Aufgabe der Zukunft werden.<\/p>\n<p>Frische, unversehrte lebende Substanzen liefert nur eine Nahrungspflanze, die selbst vollgesund ist. Die Pflanze ist abh\u00e4ngig von den Lebensvorg\u00e4ngen des Bodens und der Boden selbst ist wiederum von seiner organischen Nahrung und ihrem biologischen Wert abh\u00e4ngig, der Wert der Bodennahrung schlie\u00dflich wieder vom Wert der Organismen, die durch Tod und Ausscheidungen zur organischen Bodennahrung beitragen. So schlie\u00dft sich der Kreis. Die auf der Erde vorkommenden lebenden Substanzen sind gemeinsames Eigentum alles Lebendigen und das Lebendige ist absolut-abh\u00e4ngig vom Wert der kreisenden lebenden Substanzen.<\/p>\n<p>Die Regeneration hat also am Mutterboden zu beginnen, hier wird Gesundheit oder Krankheit geboren, erst dann wird es m\u00f6glich die Nahrung der Menschen allm\u00e4hlich zu regenerieren und damit ihn selbst. Der organische Kreislauf ist schicksalbestimmend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber den Unterschied zwischen organischem und chemischen Stoffwechsel Der chemische Stoffwechsel ist der Abtausch von relativ einfachen chemischen Verbindungen mit Salzcharakter (Ionenabtausch) von Bausteinen der Eiwei\u00dfstoffe (Aminos\u00e4uren) Kohlehydratmolek\u00fclen (Energiestoffwechsel) von verseiften Fetten (Fettstoffwechsel) und schlie\u00dflich von gr\u00f6\u00dferen Verbindungen wie Hormonen, Enzymen und Vitaminen. Alle diese Stoffe sind tote Substanzen. 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