{"id":400,"date":"2017-10-11T19:25:02","date_gmt":"2017-10-11T17:25:02","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress\/?p=400"},"modified":"2017-10-11T19:25:02","modified_gmt":"2017-10-11T17:25:02","slug":"70-artikel-sommer-1972","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2017\/10\/11\/70-artikel-sommer-1972\/","title":{"rendered":"70. Artikel Sommer 1972"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eDas Gift im Boden \u2013 Ein aktuelles Problem\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Es wird ein f\u00fcr einen vern\u00fcnftigen Menschen mit einigem biologischem Weitblick immer unverst\u00e4ndlich bleiben, wie hemmungslos die Agrikulturchemie schwere und schwerste Gifte in die Landwirtschaft eingef\u00fchrt hat. Was hat man sich davon versprochen? Was konnte man davon, au\u00dfer dem Augenblickserfolg der Abt\u00f6tung einiger \u201eSch\u00e4dlinge\u201c und Krankheitserreger, sonst noch erwarten?<br \/>\nEtwa die Ausrottung der Sch\u00e4dlinge? Wer auch nur ein wenig \u00fcber die Zusammenh\u00e4nge zwischen den Ordnungen in der Natur und ihrer \u201eGesundheits-Polizei\u201c in Form der \u201eSch\u00e4dlinge\u201c nachgedacht hat, konnte von vornherein sagen, dass der Vernichtungskampf mit Giften eine aussichtslose Sache ist. Schon der Versuch ist primitiv und dumm.<br \/>\nInzwischen hat sich in der breiten \u00d6ffentlichkeit herumgesprochen, dass das Gift nicht nur den \u201eSch\u00e4dling\u201c trifft, sondern alles, was auf Erden lebt, und nicht zuletzt den Menschen. Man ist aufmerksam geworden, man verlangt \u201esaubere\u201c Lebensmittel. Man beginnt einzusehen, was da gemacht worden ist. Die Einsicht kommt reichlich sp\u00e4t. Inzwischen ist n\u00e4mlich die Landwirtschaft an den Giftgebrauch gew\u00f6hnt worden, als sei der Giftkampf unentbehrlich und ein Landbau ohne ihn nicht m\u00f6glich. Und inzwischen ist die Industrie mit Milliardenums\u00e4tzen und Milliarden-Investitionen beteiligt, sie ist eine Realit\u00e4t. Niemand wagt es, einer besseren Einsicht von heute auf morgen zum Durchbruch zu verhelfen; denn man bef\u00fcrchtet eine Katastrophe \u2013 und das mit Recht.<br \/>\nWas tut man also? Man schafft \u00fcber den Verordnungsweg Giftgesetze, besonders gef\u00e4hrliche Substanzen werden verboten, die Giftanwendungsvorschriften werden kleinweise versch\u00e4rft und \u00fcber die in den Lebensmitteln erlaubten Giftmengen werden Toleranzgrenzen festgesetzt. Nachdem man aber beim gegenw\u00e4rtigen Stand des Wissens viel zu wenig \u00fcber die biologische Wirkung kleinster Giftmengen wei\u00df, sind die Toleranzgrenzen fragw\u00fcrdig.<br \/>\nVor allem schon deshalb, weil man es ja nicht jeweils nur mit einem einzelnen Gift zu tun hat, sondern gleichzeitig mit einer sehr gro\u00dfen Anzahl von giftigen Substanzen, die auf verschiedensten Wegen an den Menschen gelangen. Es gibt nicht nur eine ganze Reihe von Pestiziden, sondern es gibt auch das Blei und das Kohlenmonoxyd der Autoabgase, das Schwefeldioxyd aus den Schornsteinen, die \u00d6lverbrennungsreste der Dieselmotoren und \u00d6lheizungsanlagen, die Salzs\u00e4ure der M\u00fcllverbrennungsanlagen durch den Kunststoff, die Schadstoffe im Wasser der Fl\u00fcsse und Seen, man k\u00f6nnte diese Liste noch eine Weile fortsetzen. Die meisten dieser Gifte gelangen zwar nur in Toleranz-Mengen an den Menschen, die Addition aber dieser s\u00e4mtlichen Toleranzdosen ergibt eine Gesamt-Dosis, welche die Vertr\u00e4glichkeit (Toleranz) des Menschen f\u00fcr Gifte um ein Vielfaches \u00fcberschreitet.<br \/>\nDer Mensch der Hochzivilisation ist dieser Summe aller giftigen Substanzen zunehmend und st\u00e4ndig ausgeliefert und ist ihr nicht gewachsen.<br \/>\nDenn: gibt es \u00fcberhaupt eine Vertr\u00e4glichkeit f\u00fcr kleine Giftmengen, gibt es Gift-Toleranz? Nein es gibt sie nicht. Jedes einzelne Molek\u00fcl irgendeines Giftes vollbringt, wenn es in den \u201einneren Kreislauf\u201c des K\u00f6rpers gelangt, seine zerst\u00f6rerische Wirkung, die nicht r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden kann, es gibt daher \u00fcberhaupt keine Gift-Vertr\u00e4glichkeit.<br \/>\nFr\u00fchere Generationen haben tats\u00e4chlich gr\u00f6\u00dfere Giftmengen vertragen, ihre K\u00f6rper konnten mehr Gift tolerieren ehe es zu Krankheitserscheinungen und Degenerationszust\u00e4nden kam. Ihre K\u00f6rper waren mit weit mehr gesunden lebenden Substanzen versehen als die heutige Generation, die bereits einen viel geringeren Bestand an gesunder lebender Substanz mitbringt. Au\u00dferdem ist heute die M\u00f6glichkeit verdorbene Substanz abzusto\u00dfen und durch frisch-gesunde zu ersetzen, wesentlich geringer als fr\u00fcher, nachdem der Organismus \u201eMutterboden\u201c mehr und mehr entartet und mit ihm Pflanzen und Tiere, von denen wir leben.<br \/>\nHalten wir fest: Irgendeine Vertr\u00e4glichkeit f\u00fcr Gifte (Toleranz) gibt es nicht! Es gibt sie auch dann nicht, wenn man gesetzlich verlangen w\u00fcrde, dass in den Lebensmitteln auch nicht mehr die geringste Giftmenge sein darf, solange im Landbau \u00fcberhaupt Gifte angewandt werden d\u00fcrfen. Ehe nicht die lebende Substanz von Nahrungspflanzen und Nutztieren rein und ausschlie\u00dflich \u00fcber den Humusorganismus gelaufen ist, tr\u00e4gt sie die Merkmale der Entartung in sich. Selbst diese Reinigung \u00fcber den Boden wird uns mehr und mehr genommen, weil die Agrikulturchemie es ja verstanden hat selbst diesen robusten biologischen Filterapparat durch falsche Behandlung funktionsunf\u00e4hig zu machen.<br \/>\nSelbst wenn die Pestizide das einzige Gift w\u00e4ren, das man auf die Menschen losl\u00e4sst, dann w\u00fcrde man durch Toleranz-Pr\u00fcfungen den Tod der Gesundheit nur hinausschieben, aber nicht verhindern. Aber wir haben es ja mit Dutzenden von Giften zu tun, nicht nur mit Pestiziden.<br \/>\nDer Weg \u00fcber die Toleranz-Pr\u00fcfungen erweist sich also als falsch; es handelt sich bei solchen beh\u00f6rdlichen Ma\u00dfnahmen doch nur um ein Hinausschieben des eigentlichen Problems, um den Versuch der Beschwichtigung, ohne dem Ziel einer wirklich giftfreien Nahrung wesentlich n\u00e4her zu kommen. Die Verantwortlichen f\u00fcr den Giftkampf um die Nahrung werden lediglich aufgefordert, etwas vorsichtiger zu sein und die schwersten t\u00f6dlichen Gifte allm\u00e4hlich zu vermeiden.<br \/>\nEs muss einmal gelingen und das in nicht zu ferner Zeit, die gesamte Landwirtschaft von der Zwangsjacke des Giftkampfes zu befreien, einen wirklich giftfreien Landbau zu betreiben, in dem man nicht mehr n\u00f6tig hat, Toleranz-Dosen festzusetzen. Den richtigen Weg dazu zeigen die biologischen Landbaumethoden. Jegliches Giftgesetz w\u00e4re \u00fcberfl\u00fcssig, wenn man dem biologischen Landbau den Weg ebnen w\u00fcrde, wenn man ihn mit allen Kr\u00e4ften f\u00f6rdern w\u00fcrde, wenn man den Landwirten zeigen w\u00fcrde, dass es auch ohne Gift geht.<br \/>\nDas Beispiel ist gegeben, die Methoden sind keine Geheimnisse mehr. Sie wurden erstmals in wissenschaftlicher Exaktheit durchforscht und die Grundlagen f\u00fcr ein weites Feld wissenschaftlicher Zukunftsforschung gelegt. Die Methoden sind im Gro\u00dfen realisiert und haben sich bereits \u00fcber zwei Jahrzehnte, als realisierbar erwiesen. Sie sind jedermann zug\u00e4nglich und k\u00f6nnen ohne Risiko \u00fcbernommen werden. Warum geschieht das nicht? Sind wir Menschen wirklich schon viel zu sehr in den t\u00f6dlichen Kreislauf der Fehlentwicklung verstrickt, einer Entwicklung, die mit Sicherheit zur eigenen Vernichtung f\u00fchrt?<br \/>\nDer Angelpunkt ist die Kultur des lebendigen fruchtbaren Mutterbodens, die Pflege seiner Lebendigkeit, seine behutsame Bearbeitung, seine nat\u00fcrliche Ern\u00e4hrung, der Schutz seiner werkt\u00e4tigen Schichten, um eine optimale Bodenleistung zustande zu bringen.<br \/>\nDie Sch\u00e4dlings- und Krankheitsfrage ist nicht eine Frage der Bek\u00e4mpfungsmittel sondern eine Frage der Bodenkultur ganz allein. Eine Pflanze auf einem lebendigen fruchtbaren Mutterboden hat von selbst die Kraft sich der Sch\u00e4dlinge und Krankheiten zu erwehren. Der \u201eSch\u00e4dling\u201c aber bekommt im biologischen Landbau seine eigentliche Bedeutung wieder: \u201eWo Sch\u00e4dlinge auftreten ist etwas nicht in Ordnung! Meistens ist der Fehler im Boden, in der Bodenbehandlung zu suchen.\u201c<br \/>\nNahrungspflanzen, die nur geerntet werden k\u00f6nnen, wenn man sie laufend mit Gift bespritzt, sind als Nahrung minderwertig. Eine Landwirtschaft, die Gift braucht und deshalb Giftgesetze n\u00f6tig hat, ist auf jeden Fall ein Irrweg, den man sobald als m\u00f6glich verlassen muss. Die Menschheit braucht nicht Giftgesetze, sondern Gesetze zur F\u00f6rderung des biologischen Landbaues.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDas Gift im Boden \u2013 Ein aktuelles Problem\u201c Es wird ein f\u00fcr einen vern\u00fcnftigen Menschen mit einigem biologischem Weitblick immer unverst\u00e4ndlich bleiben, wie hemmungslos die Agrikulturchemie schwere und schwerste Gifte in die Landwirtschaft eingef\u00fchrt hat. 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