{"id":402,"date":"2017-10-11T19:25:28","date_gmt":"2017-10-11T17:25:28","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress\/?p=402"},"modified":"2017-10-11T19:25:28","modified_gmt":"2017-10-11T17:25:28","slug":"71-artikel-herbst-1972","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2017\/10\/11\/71-artikel-herbst-1972\/","title":{"rendered":"71. Artikel Herbst 1972"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eAckerbau ohne Bodenbearbeitung\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Der Pflug gilt seit jeher als das Wahrzeichen des Bauern in einer vieltausendj\u00e4hrigen Geschichte.<br \/>\nIn allen Arten Bodenbearbeitungstechniken war das Pfl\u00fcgen der wichtigste und unentbehrlichste Faktor. Was im Landbau der Pflug war, das war im Gartenbau der Spaten, mit beiden Ger\u00e4ten wurde der Boden gewendet, die oberen Bodenschichten wurden in die Tiefe und die tieferen Schichten wurden an die Oberfl\u00e4che gebracht.<br \/>\nDurch die von uns durchgef\u00fchrten Untersuchungen haben wir die Aufteilung des Bodens in Arbeitsschichten erkannt. Die Humusbildung geht stufenweise vor sich: in der obersten Bodenschicht der Rotteschicht geht der Abbau der organischen Abfall-Materie \u2013 tierische und pflanzliche Abf\u00e4lle aller Art \u2013 vor sich mit Hilfe zahlreichen Kleinlebewesen, Pilze und Bakterien. Hier wird die Masse der organischen D\u00fcnger abgebaut bis zur Zelle bis zur Zellgare. Diese Schicht ist f\u00fcr die Pflanzenwurzeln unvertr\u00e4glich und wird von der Pflanze gemieden.<br \/>\nDarunter folgt die Humusschicht, hier erfolgt der Abbau aller zelligen Strukturen, die Freilegung aller Lebendsubstanzen bis zur Plasmagare und der Aufbau der Humussubstanzen und Anreicherung des Dauerhumus. Diese Schicht ist pflanzenwurzelvertr\u00e4glich, hier breitet sich das Feinwurzelsystem der Pflanze aus, welches ihr wichtigstes Stoffwechselorgan ist und \u00e4u\u00dferst empfindlich gegen unverrottete Substanzen.<br \/>\nNotwendigerweise werden beim Pfl\u00fcgen und Graben die einander feindlichen Bodenschichten der Zellgare und der Plasmagare r\u00fccksichtslos durcheinandergebracht. Besonders die Rotteschicht mit der Zellgare wird in luftarme Tiefe gebracht und dort begraben. Ohne Sauerstoff fault die organische Masse unter Bildung von Stoffen die f\u00fcr das Feinwurzelsystem der Pflanze t\u00f6dlich sind. Au\u00dferdem wird der Boden gezwungen, \u00f6fters die Arbeitsschichten neu auszubilden, womit die Humusbildung ganz erheblich behindert wird. Pfl\u00fcgen und Graben bedeutet also eine allj\u00e4hrliche Zerst\u00f6rung der Arbeitsschichten und damit auch der Bodenfruchtbarkeit. Noch mehr: Durch die Arbeit in \u00fcbereinanderliegenden Schichten bildet sich ein Bodenkr\u00fcmelsystem aus, das weit aus die bestm\u00f6glichen Voraussetzungen f\u00fcr das Pflanzenwachstum bietet. Zu diesem Kr\u00fcmelsystem geh\u00f6ren die gr\u00f6beren Kr\u00fcmel der oberen Schicht mit ihrer reichlichen Versorgung mit Luft (gro\u00dfe Poren) ebenso wie das feinkr\u00fcmelige System (kleine Poren) der tieferen Schichten in dem sich die Bodenfeuchtigkeit (Wasser) am besten h\u00e4lt.<br \/>\nZu dem bildet der \u00fcbliche Ackerpflug eine Pflugsohle aus, die mehr oder weniger wasserdicht ist. Da flie\u00dft viel Wasser ab und die Krume l\u00e4uft Gefahr abgeschwemmt zu werden. Im pfluglosen Ackerbau hingegen ohne Pflugsohle, bleibt die nat\u00fcrliche Verbindung zwischen Krume und Unterboden erhalten und die Wasseraufnahme und \u2013haltung ist wesentlich gr\u00f6\u00dfer weil ungest\u00f6rt.<br \/>\nDer Verzicht auf Pflug und Spaten hat also auf den ersten Blick unsch\u00e4tzbare Vorteile.<br \/>\nEs ergeben sich aber beim pfluglosen Ackerbau andere Probleme von denen das der Unkrautbek\u00e4mpfung erhebliche praktische Bedeutung hat. Die Erh\u00f6hung der nat\u00fcrlichen Bodenfruchtbarkeit kommt nat\u00fcrlich nicht nur den Kulturpflanzen zugute, sondern auch den dauerhaften Gr\u00e4sern und Unkr\u00e4utern. Wir m\u00fcssen diesem Unkraut mechanisch zu Leibe gehen und durch ausgekl\u00fcgelte Fruchtwechsel- und Zwischenfruchtmethoden die Unkrautverbreitung verhindern.<br \/>\nAn sich jedoch ist es angebracht sich mit dem pfluglosen Ackerbau n\u00e4her zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eAckerbau ohne Bodenbearbeitung\u201c Der Pflug gilt seit jeher als das Wahrzeichen des Bauern in einer vieltausendj\u00e4hrigen Geschichte. In allen Arten Bodenbearbeitungstechniken war das Pfl\u00fcgen der wichtigste und unentbehrlichste Faktor. Was im Landbau der Pflug war, das war im Gartenbau der Spaten, mit beiden Ger\u00e4ten wurde der Boden gewendet, die oberen Bodenschichten wurden in die Tiefe &hellip; <a href=\"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2017\/10\/11\/71-artikel-herbst-1972\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">71. 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