{"id":406,"date":"2017-10-11T19:26:39","date_gmt":"2017-10-11T17:26:39","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress\/?p=406"},"modified":"2017-10-11T19:26:39","modified_gmt":"2017-10-11T17:26:39","slug":"73-artikel-fruehjahr-1973","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2017\/10\/11\/73-artikel-fruehjahr-1973\/","title":{"rendered":"73. Artikel Fr\u00fchjahr 1973"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eNeue Forschungsergebnisse \u00fcber die Ursachen des Fruchtbarkeitsschwundes bei Nutztieren\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Im organisch-biologischen Landbau ist uns aus der praktischen Erfahrung heraus seit langem bekannt, dass neben allen anderen Gesundheitszeichen im Betrieb auch der Fruchtbarkeitsschwund im Tierstall allm\u00e4hlich behoben wird. Dieser \u00e4u\u00dferst sich unter anderem darin, dass die K\u00fche seltener \u201erindig\u201c werden, dass die Zwischenkalbzeit verl\u00e4ngert wird, oder die Kuh \u201everkalbt\u201c. Diese Krankheitserscheinungen sind aus den Intensiv-Kunstd\u00fcngerbetrieben bekannt und stellen dort eine gro\u00dfe kostspielige Sorge dar. Die biologischen Betriebe haben diese Sorge nach wenigen Jahren der Umstellung nicht mehr. Diese Beobachtung gen\u00fcgt praktisch, um den biologischen Weg als richtig und notwendig auch in Bezug auf die tierische Fruchtbarkeit zu erweisen.<br \/>\nWas ist die Ursache dieser Gesundung? Die organisch-biologisch gef\u00fchrten Futterfl\u00e4chen erzeugen nicht nur gr\u00f6\u00dfere Mengen an Gr\u00fcnfutter und Heu sondern auch eine enorme Vermehrung von n\u00fctzlichen und erw\u00fcnschten Kr\u00e4uterarten. Es tritt ein deutlicher Wandel der Pflanzenflora ein, verursacht durch den Verzicht auf die Einmischung von Kunstd\u00fcnger in die lebendigen Kreisl\u00e4ufe und die Pflege des lebendigen Bodenorganismus. Die tieferen Ursachen der Tiergesundheit sind in den lebendigen Vorg\u00e4ngen im Ablauf des Kreislaufs der lebenden und unlebendigen Substanzen zu suchen und zu erforschen. Der Weg ist von uns gewiesen auf dem man zu echten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Fortschritten gelangen kann. Die allgemein anerkannte Wissenschaft entwickelt sich sehr langsam, sie kommt trotzdem aus sich selbst heraus allm\u00e4hlich zu den Wegen, die wir seit langem gehen und je eher diese Wege gegangen werden, umso gr\u00f6\u00dfer wird die Chance, die weltweite Krise der Zivilisation als t\u00f6dliche Bedrohung der menschlichen Existenz zu \u00fcberwinden.<br \/>\nWelche diesbez\u00fcglichen Forschungen die Fruchtbarkeit der Nutztiere betreffend sind bisher von der wissenschaftlichen Seite get\u00e4tigt worden?<br \/>\nDie wesentlichen Verlautbarungen in der wissenschaftlichen Literatur stammen aus der Tier\u00e4rztlichen Hochschule Hannover, Autoren: Aehnelt, Hahn und zahlreiche Mitarbeiter 1963. Es ging dabei um die Fruchtbarkeit von Bullen auf nieders\u00e4chsischen Besamungsstationen mit Bezug auf deren Futter. Futter von Betrieben mit hohen Minerald\u00fcngerangaben erzeugte St\u00f6rungen und Krankheiten der Hoden und Verschlechterung der Samenqualit\u00e4t. Nach grundlegender Futterumstellung (kr\u00e4uterreiches Bergheu) verschwanden diese \u00dcbel.<br \/>\nDas gleiche Forscherteam ver\u00f6ffentlichte sp\u00e4ter Ergebnisse eines Kaninchen-Versuches, bei dem es ebenfalls um die F\u00fctterung mit Wiesenheu aus unterschiedlicher D\u00fcngung ging. Eibildung und Eierst\u00f6cke bei der F\u00fctterung mit unged\u00fcngtem Wiesenheu doppelt so stark wie bei den Tieren von der Kunstd\u00fcngerheu-F\u00fctterung.<br \/>\nLandwirtschaftliche chemische Bundesversuchsanstalt Linz\/Donau, Autoren: Schiller, H. u. Mitarbeiter: Fruchtbarkeitsst\u00f6rungen bei Rindern in Zusammenhang mit D\u00fcngung, Flora und Mineralstoffgehalt des Wiesenfutters. Ergebnisse wie oben.<br \/>\nF. Boas\/M\u00fcnchen: \u201eDie Wiese der Gl\u00fcckseligkeit\u201c: Ein St\u00fcck Gr\u00fcnland als \u201eGesundungswiese\u201c in nat\u00fcrlichem Zustand zu belassen und das Futter dieser Wiese gleichsam als Heilmittel zu verwenden.<br \/>\nEine weitere Ann\u00e4herung: Die \u00dcberwindung der \u201eMineralstoff-Hypothese\u201c, die auch heute noch keineswegs als Hypothese sondern als absolut g\u00fcltige grunds\u00e4tzliche Lehre betrachtet wird (die Pflanze ist nur im Stande die Mineralien in einfacher Ionenform aufzunehmen, was eine Mineralisation im Boden voraussetzt). Bei den Forschungs-Versuchen kam aber unmissverst\u00e4ndlich zum Ausdruck, dass die Fruchtbarkeit der Tiere nicht ganz allein davon abh\u00e4ngt, welche Mineralstoffe im Boden zur Verf\u00fcgung stehen, sondern vorwiegend durch welche Pflanzen die Mineralstoffe verarbeiten, die dann dem Tier als Nahrung zur Verf\u00fcgung stehen (\u00c4nderung der Wiesenflora).<br \/>\nMit anderen Worten: Die Gesundheit eines Lebewesens l\u00e4sst sich nicht am Mineralgehalt seiner Nahrung ablesen, zB. die Gesundheit einer Pflanze nicht am Elementegehalt des Bodens. Der lebende Organismus selbst entscheidet, er passt sich fortlaufend an. Im \u00dcbrigen soll bedacht werden, dass die lebendigen Vorg\u00e4nge des Bodens und ihre biologische Qualit\u00e4t sich sehr genau in der Beschaffenheit der Mikroflora des Bodens widerspiegeln und das Leben dieser Mikroflora einen genauen Test bietet f\u00fcr die Beschaffenheit dessen, was der Boden der Pflanze als Nahrung bietet.<br \/>\nWas die \u00dcberwindung der Mineralstoff-Hypothese betrifft, haben in den letzten Jahrzehnten vielerlei Forschungen ganz eindeutig bewiesen, dass eine jede Pflanze, ein jedes Lebewesen \u00fcberhaupt durchaus imstande ist, die Gro\u00dfmolek\u00fcle der lebenden Substanzen, ja sogar ganze Zellen und Bakterien in sich aufzunehmen. Die Mineralstoff-Hypothese dient nicht dem Bauern, sondern ausschlie\u00dflich den Interessen der Kunstd\u00fcngerindustrie.<br \/>\nNeuerdings mehren sich in der Forschung die Anzeichen daf\u00fcr, dass die Pflanzen ein eigenes Abwehr-System besitzen, \u00e4hnlich dem des Tieres. Um diese Abwehrsysteme in st\u00e4ndiger Bereitschaft zu erhalten ist die st\u00e4ndige Aufnahme lebender Substanz aus dem Nahrungsstrom notwendig. Eine Pflanze, die man zwingt, nur von mineralisierter Substanz (Kunstd\u00fcnger) zu leben, verliert ihr Abwehrsystem und wird anf\u00e4llig gegen Krankheiten und Sch\u00e4dlingsangriff.<br \/>\nWenn also eine kr\u00e4uterreiche Wiesenflora imstande ist, das Rind fruchtbar zu erhalten, oder ihm sogar die verlorene Fruchtbarkeit wiederzugeben, so spielen dabei die Stoffe, dh. die Mineralsubstanzen eine untergeordnete Rolle, sie sind Hilfssubstanzen. Entscheidend sind die lebenden Substanzen, die von einer reichhaltigen Wiesenflora vermittelt werden.<br \/>\nDie Fruchtbarkeit der Nutztiere ist abh\u00e4ngig von der Fruchtbarkeit der Pflanze und diese von der Fruchtbarkeit des Bodens, das ist eine gro\u00dfe Wahrheit und solche sind immer einfach und klar auszudr\u00fccken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eNeue Forschungsergebnisse \u00fcber die Ursachen des Fruchtbarkeitsschwundes bei Nutztieren\u201c Im organisch-biologischen Landbau ist uns aus der praktischen Erfahrung heraus seit langem bekannt, dass neben allen anderen Gesundheitszeichen im Betrieb auch der Fruchtbarkeitsschwund im Tierstall allm\u00e4hlich behoben wird. Dieser \u00e4u\u00dferst sich unter anderem darin, dass die K\u00fche seltener \u201erindig\u201c werden, dass die Zwischenkalbzeit verl\u00e4ngert wird, oder &hellip; <a href=\"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2017\/10\/11\/73-artikel-fruehjahr-1973\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">73. Artikel Fr\u00fchjahr 1973<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/406"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=406"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/406\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":407,"href":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/406\/revisions\/407"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=406"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=406"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=406"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}