{"id":412,"date":"2017-10-11T19:28:02","date_gmt":"2017-10-11T17:28:02","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress\/?p=412"},"modified":"2017-10-11T19:28:02","modified_gmt":"2017-10-11T17:28:02","slug":"76-artikel-winter-1973","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2017\/10\/11\/76-artikel-winter-1973\/","title":{"rendered":"76. Artikel Winter 1973"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eGift- oder Spurenwirkung in der Sch\u00e4dlings- und Krankheitsbek\u00e4mpfung\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Seit Jahrzehnten haben einsichtige Menschen davor gewarnt im Landbau zur Bek\u00e4mpfung von Sch\u00e4dlingen und Krankheiten hochgiftige Chemikalien zu verwenden. Man hat vorausgesagt, man werde gezwungen sein, immer gr\u00f6\u00dfere Mengen und immer st\u00e4rkere Gifte zu benutzen, weil es die sogenannten Sch\u00e4dlinge verstehen, sich an die Gifte zu gew\u00f6hnen und ihnen zu widerstehen, also resistent zu werden. Au\u00dferdem sagte man voraus, dass nicht nur die Gleichgewichte zwischen \u201eSch\u00e4dlingen\u201c und \u201eN\u00fctzlingen\u201c zugunsten der Sch\u00e4dlinge verschoben w\u00fcrden, sondern dass letzten Endes das Gift nicht nur den Sch\u00e4dling treffen werde, sondern auch den Menschen und seine Nutztiere.<br \/>\nGenauso ist es nun gekommen. Die Voraussagen haben sich in jeder Beziehung als richtig erwiesen. Allm\u00e4hlich scheint es auch allen denen, die von den Produkten der chemisierten Landwirtschaft leben m\u00fcssen, unheimlich zu werden. Man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusehen, dass der Ruf nach giftfreier Nahrung in absehbarer Zukunft mit jedem Jahr lauter werden wird und nicht mehr mit den \u00fcblichen Ausreden zu beschwichtigen ist. Die Menschen sind m\u00fcndig geworden und beginnen ihr Recht auf saubere und gesunde Nahrung zu fordern.<br \/>\nDie offiziell anerkannte Landwirtschaftswissenschaft ergeht sich in einigen Resistenzz\u00fcchtungen und in der Entwicklung einiger biologischer Bek\u00e4mpfungsmittel, bisher ohne praktischen Erfolg. Giftigkeit und Giftmengen steigen weiterhin st\u00e4ndig an.<br \/>\nDaraus jedoch entsteht die Verpflichtung des biologischen Landbaues \u00fcber seine eigene Weiterentwicklung nachzudenken und neue Wege zur Bek\u00e4mpfung von Verlusten durch Krankheiten und Sch\u00e4dlinge zu erschlie\u00dfen. Davon soll hier die Rede sein.<br \/>\nSch\u00e4dlinge und Pflanzenkrankheiten richten nennenswerte Sch\u00e4den nur bei Pflanzen an, die abwehrschwach sind, die als krank anzusehen sind. Ursache sind meist zwei Fehler: Fehler in Erbgut und Samen oder Fehler im Boden auf dem die Pflanzen stehen (Pflanzenkrankheit ist Bodenunordnung). Fehler im Erbgut von Samen und Pflanzen sind zu vermeiden, wenn Saat- und Pflanzgut auf B\u00f6den gezogen wird, die biologisch in Ordnung sind.<br \/>\nSind ganze Kulturen auff\u00e4llig f\u00fcr Krankheit und Sch\u00e4dling, dann liegt der Fehler im Boden, fallweise jedoch auch an einer ung\u00fcnstigen Witterung oder einem ungeeigneten Boden. Jedenfalls ist die biologische Sch\u00e4dlings- und Krankheitsbek\u00e4mpfung eine Nothilfe in Ausnahmef\u00e4llen. Sie sollte auch vorbeugend, prophylaktisch in Anwendung kommen.<br \/>\nWir m\u00fcssen uns Gedanken machen, welche Art von Heilmethode oder Notfalls-Medizin sich mit den Grunds\u00e4tzen und Zielen des biologischen Landbaues vereinbaren und verantworten l\u00e4sst. In der Humanmedizin werden bisher zwei grunds\u00e4tzlich verschiedene Wege in der Bek\u00e4mpfung vor Krankheiten beschritten. Den einen Weg geht haupts\u00e4chlich die Schulmedizin, den anderen die biologische Medizin, die vielfach als Au\u00dfenseiter betrachtet wird. Es lohnt sich die Grunds\u00e4tze beider medizinischen Richtungen genauer anzusehen, wenn es um die Gestaltung der Sch\u00e4dlings- und Krankheitsbek\u00e4mpfung im biologischen Landbau geht.<\/p>\n<ol>\n<li>Die Schulmedizin handelt nach dem Grundsatz von Bek\u00e4mpfen einer Krankheit oder von Krankheitserregern durch Antibiotika bakterient\u00f6tende Gifte, Hormone usw. Diese Mittel sind grunds\u00e4tzlich lebensfeindlich.<\/li>\n<li>Im Gegensatz dazu ist die biologische Medizin bestrebt, Heilung und Verh\u00fctung von Krankheiten den Selbstheilungskr\u00e4ften des Organismus zu \u00fcberlassen. Sie wendet sich an den \u201einneren Arzt\u201c, den jeder Organismus in sich tr\u00e4gt und der daf\u00fcr sorgt, dass die Gesundheit trotz aller Angriffe aus der lebendigen Umwelt erhalten bleibt oder dort, wo sie gef\u00e4hrdet ist, wiederhergestellt wird. Sie bedient sich dabei sanfter Mittel, nat\u00fcrlicher Arzneistoffe und Wirkstoffe. Folgerichtig lehnt die biologische Medizin den Gebrauch starkwirkender Medikamente und Gifte f\u00fcr die normale Krankheitsbehandlung ab, umso mehr jede Art von Vorsorge.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wie nun leicht erkennbar, es gibt auch im Landbau eine Schulmethode, die mit starken Medikamenten und Giften arbeitet im Gegensatz zum biologischen Landbau, der die Widerstandskraft der Kulturen gegen Sch\u00e4dling und Krankheit st\u00e4rkt und ihre Selbstheilkr\u00e4fte durch eine nat\u00fcrliche Ern\u00e4hrung von Boden und Pflanze aufruft. Folgerichtig lehnt der biologische Landbau den Gebrauch von starken Medikamenten und Giften strikt ab. Es muss entsprechend dem Vorbild der biologischen Medizin eine biologische Heilkunst der Pflanze entwickelt werden f\u00fcr alle jene Situationen, wenn die Umst\u00e4nde trotz bester Bodenbehandlung ung\u00fcnstig sind. Hier ist nun das Gebiet der potenzierten, hom\u00f6opathischen Wirkstoffe wie sie aus Arzneipflanzen gewonnen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eGift- oder Spurenwirkung in der Sch\u00e4dlings- und Krankheitsbek\u00e4mpfung\u201c Seit Jahrzehnten haben einsichtige Menschen davor gewarnt im Landbau zur Bek\u00e4mpfung von Sch\u00e4dlingen und Krankheiten hochgiftige Chemikalien zu verwenden. 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