{"id":422,"date":"2017-10-11T19:31:30","date_gmt":"2017-10-11T17:31:30","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress\/?p=422"},"modified":"2017-10-11T19:31:30","modified_gmt":"2017-10-11T17:31:30","slug":"81-artikel-fruehjahr-1975","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2017\/10\/11\/81-artikel-fruehjahr-1975\/","title":{"rendered":"81. Artikel Fr\u00fchjahr 1975"},"content":{"rendered":"<p><b>\u201eRichtlinien f\u00fcr die Humuswirtschaft\u201c<\/b><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\" style=\"margin-top: 0.49cm; margin-bottom: 0.21cm; line-height: 100%;\"><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"><i>Am Beginn dieses Artikels berichtet Dr. M\u00fcller zum ersten Mal von einem \u201eKrankwerden\u201c von Dr. Hans Peter Rusch. Diese Berichte wurden mehr.<\/i><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es wird n\u00fctzlich sein die Richtlinien f\u00fcr die Humuswirtschaft \u00fcbersichtlich zusammenzufassen, die im Laufe unserer Arbeit erkennbar und in der Praxis durchgef\u00fchrt worden sind. Allerdings steht der Humusbauer heute noch manchen Schwierigkeiten in der Entwicklung gegen\u00fcber. Maschinen, D\u00fcnger und Saatgut entsprechen noch nicht voll den Anforderungen des biologischen Landbaues, die Qualit\u00e4t der Erzeugnisse wird nicht voll bewertet. Zudem werden zunehmend allerlei \u201ebiologische\u201c Hilfsmittel (D\u00fcnger, Saatgut, Pflanzenschutzmittel) angeboten, denen man kaum auf den ersten Blick anzusehen vermag, was sie wirklich wert sind. Die Humuswirtschaft ist ein biologisches System, das nicht mit diesem oder jenem Hilfsmittel zustande kommt, sondern nur aus dem Begreifen des Ganzen heraus; die Methoden sind relativ einfach, denn das meiste muss die Natur selber tun, man muss eben nur verstehen, sie dazu zu veranlassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><b>Die Prinzipien der Bodenbearbeitung<\/b><\/span><\/p>\n<p>Die Bodenbearbeitung bisher als Mittel zur mechanischen Bodenlockerung, zum Aufschluss des Untergrundes und zwecks \u201eDurchfrierung\u201c der Krume allgemein \u00fcblich, k\u00f6nnte im biologischen Landbau wegfallen, sie ist im vollgaren Boden durchaus entbehrlich. Es kann kein Zweifel mehr daran sein, dass der Stoffwechsel des Bodens durch jeden Eingriff gest\u00f6rt wird und niemals zu Hochleistungen kommt, wenn man immer wieder Bodendecke Zell- und Plasmagare durcheinander bringt und die Voraussetzungen f\u00fcr die Humusbildung beseitigt. Es ist also grunds\u00e4tzlich geboten jede irgendwie entbehrliche Bodenarbeit zu vermeiden.<br \/>\nAuf den Tiefpflug und \u00e4hnliche gr\u00f6bere Eingriffe kann man vollkommen verzichten, mit schweren Ger\u00e4ten wird man nach M\u00f6glichkeit nur aufs Land fahren, wenn die mechanische Sch\u00e4digung gering ist, nicht zur Zeit der Hochgare. Wer den Boden als lebendes Wesen ansieht wird die richtigen Methoden finden.<br \/>\nF\u00fcr die oberfl\u00e4chliche verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig unsch\u00e4dliche Bodenbearbeitung wie sie zu Saat, Versetzen, Verziehen und Unkrautbek\u00e4mpfung n\u00f6tig ist, stehen zwar Ger\u00e4te zur Verf\u00fcgung, bed\u00fcrfen aber noch der Vervollkommnung. Eine zuk\u00fcnftige Zusammenarbeit von Maschinenbau und Humuswirtschaft wird lohnende Aufgaben vorfinden.<br \/>\nIn den Mutterb\u00f6den der warmen Zonen ist die Stoffwechselt\u00e4tigkeit bei gen\u00fcgend Feuchtigkeit durchwegs \u00e4hnlich hoch wie in den sandigen B\u00f6den der gem\u00e4\u00dfigten Zonen in der warmen Jahreszeit, bei beiden muss vermieden werden, den \u201eGrundumsatz\u201c durch tiefere Eingriffe in die Struktur noch weiter zu intensivieren. Nur bei schweren Tonb\u00f6den werden die Nachteile der Bodenbearbeitung durch die Vorteile der erh\u00f6hten Bodenatmung wettgemacht, bei ihnen l\u00e4sst sich der von Natur tr\u00e4ge Stoffwechsel durch die mechanische Lockerung normalisieren. Allerdings wird man anstreben bei jeder Bodenbearbeitung, ob auf leichten oder schweren B\u00f6den, mit R\u00fccksicht auf die lebenswichtige Schichtenbildung Ger\u00e4te zu benutzen, die die Krume nicht umwenden, sondern den Boden lediglich aufrei\u00dfen; man kann auf diese Weise auch die Pflugsohlenbildung vermeiden, die zur Abdichtung gegen den Untergrund f\u00fchrt.<br \/>\nWer nicht wei\u00df, ob sein Boden der mechanischen Tiefenlockerung bedarf oder nicht, muss es am Garezustand ablesen. Ein Boden, der in m\u00e4\u00dfig feuchtem Zustand beim Einstechen feste Klumpen bildet, denen jedes Porensystem fehlt, bedarf noch der Lockerung, aber auch der organischen Ern\u00e4hrung (D\u00fcngung) bis ein stabiles Porensystem entstanden ist.<br \/>\nAllgemeine Regeln f\u00fcr die Bodenbearbeitung gibt es nicht, es gibt auf der Welt vielleicht nicht einmal zwei gleichartige B\u00f6den, deren biologisches Verhalten sich entspricht wie die Konstitution eineiiger Zwillinge. Dem Bauern ist zu lehren, dass sein Boden lebt, dass jeder Boden sein eigenes individuelles Leben hat und man mit ihm umgehen muss, wie mit anderen Lebewesen. Eine Regel ist immer wichtig: Auf der H\u00f6he der Zellgare, d.h. in den w\u00e4rmsten Monaten muss der Boden m\u00f6glichst in Ruhe gelassen werden, in dieser Zeit bringt das Durchw\u00fchlen der Krume die gr\u00f6\u00dfte Besch\u00e4digung der Bodenorganismen. Zu jeder Zeit jedoch vermeide man die Umkehrung der Schichten.<br \/>\nDie Bodenbearbeitung w\u00e4hrend der Wachstumszeit hat einen weiteren sehr wesentlichen Nachteil: Die Ausdehnung des Wurzelsystems geht weit \u00fcber das Ma\u00df hinaus, das man sich bisher vorgestellt hat. Es handelt sich daher nicht nur um die gut sichtbaren Wurzeln der Gew\u00e4chse, sondern um ein fast mikroskopisch feines unendlich vielgestaltiges, st\u00e4ndig auf- und abgebautes System von N\u00e4hrwurzeln, das jede Pflanze in unglaublich kurzer Zeit zu entwickeln vermag, wenn sie gen\u00fcgend Plasmagare vorfindet. In B\u00f6den, die niemals bearbeitet werden (Obstbau unter der Grasnarbe) geht dieses Feinwurzelsystem weit \u00fcber den oberirdischen Kronenteil hinaus, bei Obstb\u00e4umen oft mehrere Meter.<br \/>\nWir haben uns das auch ganz ebenso bei R\u00fcben, Kartoffeln, Gem\u00fcse und anderen Kulturpflanzen vorzustellen. Es ist unvermeidlich, dass selbst die schonendste Bodenbearbeitung dieses weitverzweigte N\u00e4hrsystem empfindlich st\u00f6rt. Zwar wird der Schaden dadurch teilweise wettgemacht, dass das System rasch wieder aufgebaut werden kann und auf nicht garen B\u00f6den wird die mangelhafte Bodenatmung verbessert.<br \/>\nLegen wir diese Grunds\u00e4tze \u2013 St\u00f6rung der nat\u00fcrlichen Schichtenbildung und des Feinwurzelsystems durch Bodenarbeit \u2013 den kulturellen Ma\u00dfnahmen der Bearbeitung von Muttererden zugrunde, so ergibt sich von selbst, dass nicht ein einziger Eingriff in den Bodenorganismus ohne Folgen bleibt und unbedenklich w\u00e4re. Man wird zugeben, dass man sich bisher ganz allgemein am Bodenleben vers\u00fcndigt hat und f\u00fcr die Zukunft gewaltig umlernen muss.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eRichtlinien f\u00fcr die Humuswirtschaft\u201c Am Beginn dieses Artikels berichtet Dr. M\u00fcller zum ersten Mal von einem \u201eKrankwerden\u201c von Dr. Hans Peter Rusch. 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