{"id":440,"date":"2017-10-11T19:36:42","date_gmt":"2017-10-11T17:36:42","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress\/?p=440"},"modified":"2017-10-11T19:36:42","modified_gmt":"2017-10-11T17:36:42","slug":"90-artikel-sommer-1977","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2017\/10\/11\/90-artikel-sommer-1977\/","title":{"rendered":"90. Artikel Sommer 1977"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eDas Wunder der Humuswirtschaft<\/strong><\/p>\n<p>Diesem Artikel ging die Botschaft voraus, dass Dr. Rusch vom Sanatorium in sein Heim in S\u00fcdfrankreich zur\u00fcckgekehrt sei.<br \/>\nWir haben begr\u00fcndet, warum es nach unserer Auffassung keinen Kompromiss zwischen k\u00fcnstlicher und nat\u00fcrlicher Pflanzenern\u00e4hrung zwischen chemischen und biologischen Landbau geben kann. Das Kernst\u00fcck der Kunstnahrung ist der synthetisierte Stickstoff, der in den biologischen Kreislauf eingeschleust wird, den Bodenorganismus umgeht und der Pflanze die aktive Nahrungssuche erspart. Ohne k\u00fcnstlichen Stickstoff verliert die Kunstd\u00fcngung den gr\u00f6\u00dferen Teil ihrer Wirksamkeit und w\u00fcrde indiskutabel. Im Mittelpunkt der Bem\u00fchung des biologischen Landbaues steht die vollkommene Ern\u00e4hrung des Bodenorganismus und der Verzicht auf jeden Eingriff in die Beziehungen Boden \u2013 Pflanze, sodass die Pflanze sich ihre Nahrung aus den Produkten des Bodenorganismus selbst aussuchen muss. Sie tut das mit einem von ihr selbst gelenkten Lebensvorgang, der keine k\u00fcnstliche Einmischung vertr\u00e4gt, wenn er in voller biologischer Ordnung verlaufen soll.<br \/>\nEs gibt also keine M\u00f6glichkeit, etwa die Kunstd\u00fcngerwirtschaft durch die Humuswirtschaft zu erg\u00e4nzen und die Humuswirtschaft muss restlos auf alle Praktiken verziechten, die von der Agrikulturchemie in vielen Jahrzehnten entwickelt wurden, um die erzeugte Pflanzenmasse zu vermehren und das Wachstum k\u00fcnstlich anzutreiben.<br \/>\nWir haben uns im Laufe unserer Arbeit am Boden oft genug gefragt, ob nicht Kompromisse m\u00f6glich w\u00e4ren, ob sich nicht \u201eN\u00e4hrstoffe\u201c der chemischen Industrie im biologischen Landbau verwenden lie\u00dfen, man h\u00e4tte sich so die Arbeit erleichtern k\u00f6nnen. Aber am Ende jeder Untersuchung und jeder \u00dcberlegung stand das Eingest\u00e4ndnis, dass es keine Zwischenl\u00f6sung gibt.<br \/>\nWer erkannt hat, dass jeder k\u00fcnstliche Eingriff in den biologischen Substanzkreislauf zum Schaden der Substanz selbst geschieht, der darf nichts anderes fordern, als den Verzicht darauf.<br \/>\nEs liegt im Wesen der echten und vollkommenen Humuswirtschaft, dass sie ihre Existenzberechtigung und ihre \u00dcberlegenheit nun nachweisen kann, wenn sie kompromisslos auf jeden Eingriff in alle die Lebensvorg\u00e4nge verzichtet, die im \u201eOrganismus\u201c eines Bauernhofes ablaufen. Eine einzige Stickstoffgabe, eine einzige Spritzung, eine einzige Giftbehandlung im Viehstall verhindert, dass der biologische Substanzkreislauf in Gang kommt. Das Wunder der Humuswirtschaft geschieht erst dann, wenn der Bauer, der Saatz\u00fcchter, der Viehz\u00fcchter und der G\u00e4rtner bewusst wreden, dass jede seiner Handlungen an Boden, Pflanze, Tier und Mensch Einfluss hat, nicht nur auf das Einzelne, sondern auf das Ganze.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDas Wunder der Humuswirtschaft Diesem Artikel ging die Botschaft voraus, dass Dr. Rusch vom Sanatorium in sein Heim in S\u00fcdfrankreich zur\u00fcckgekehrt sei. Wir haben begr\u00fcndet, warum es nach unserer Auffassung keinen Kompromiss zwischen k\u00fcnstlicher und nat\u00fcrlicher Pflanzenern\u00e4hrung zwischen chemischen und biologischen Landbau geben kann. Das Kernst\u00fcck der Kunstnahrung ist der synthetisierte Stickstoff, der in den &hellip; <a href=\"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2017\/10\/11\/90-artikel-sommer-1977\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">90. 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