{"id":546,"date":"2010-03-03T08:47:46","date_gmt":"2010-03-03T07:47:46","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/o\/?p=546"},"modified":"2017-11-03T09:46:20","modified_gmt":"2017-11-03T08:46:20","slug":"moeschberg-erklaerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2010\/03\/03\/moeschberg-erklaerung\/","title":{"rendered":"M\u00f6schberg Erkl\u00e4rung"},"content":{"rendered":"<p>Zur Landwirtschaft von Morgen<\/p>\n<ol>\n<li>Hinter diesem Aufruf stehen verantwortungsbewusste Bauern und B\u00e4uerinnen, Fachleute aus dem landwirtschaftlichen Umfeld sowie besorgte Konsumentinnen und Konsumenten. In Achtsamkeit gegen\u00fcber dem Boden und der darauf gedeihenden Vielfalt wollen wir neue und zukunftsweisende Bewirtschaftungsformen verwirklichen, die das nat\u00fcrliche Prinzip des Werdens und Vergehens respektieren.<\/li>\n<li>Wir gehen davon aus, dass die Ern\u00e4hrung mit weitgehend eigenproduzierten Lebensmitteln ein Grundbed\u00fcrfnis und das sinnvolle landwirtschaftliche Ziel jeder lokalen Gemeinschaft, Region oder Nation ist.<\/li>\n<li>Bauern und B\u00e4uerinnen, aber auch viele andere Mitglieder der Gesellschaft tragen zu dieser verantwortungsvollen Aufgabe bei. \u00dcberschaubare und pers\u00f6nlich gestaltbare Verh\u00e4ltnisse sind die Grundlage f\u00fcr eine lebendige Landwirtschaft.<\/li>\n<li>Weltweit ist die kleinr\u00e4umige b\u00e4uerliche Landwirtschaft ein unverzichtbares Landschaftselement. Sie beherbergt eine \u00f6kologische Vielfalt an Pflanzen und Tieren und tr\u00e4gt ein biologisches, soziales und kulturelles Erbe. Dieser sorgsam bearbeitete Boden ist und bleibt die Lebensgrundlage f\u00fcr alle Menschen.<\/li>\n<li>Der Weltagrarbericht h\u00e4lt in eindr\u00fccklicher Weise fest, dass die heute dominierende Landwirtschaft in Strukturen gefangen ist, die der Biodiversit\u00e4t schaden und soziale Ungerechtigkeit verursachen. Die Hungerproblematik versch\u00e4rft sich anstatt gemildert zu werden. Um B\u00f6den, Luft, Gew\u00e4sser und Menschen wieder gesunden zu lassen, m\u00fcssen radikal andere Wege beschritten werden.<\/li>\n<li>Vieles dreht sich um den Schl\u00fcsselfaktor Erd\u00f6l. Die Industrialisierung der Nahrungsproduktion bewirkte, dass unsere Landwirtschaft die nachhaltige Nutzungsweise der nat\u00fcrlichen Grundlagen aus den H\u00e4nden gegeben hat und von nicht erneuerbarer Energie abh\u00e4ngig geworden ist. Die Begrenztheit der fossilen Energiereserven und die mit ihrem Verbrauch einhergehende Klimaver\u00e4nderung zwingen die Landwirtschaft der Industriel\u00e4nder, rasch aus der Energie verschlei\u00dfenden Produktionsweise herauszufinden.<\/li>\n<li>Die Schweiz ist durch Import\u00adund Exportverbindungen in die weltweite Agrarproblematik eingeflochten. Wir haben einen statistischen Selbstversorgungsgrad von etwa 50%. Energetisch betrachtet ist unser<\/li>\n<\/ol>\n<p>Selbstversorgungsgrad mit Lebensmitteln jedoch Null. Jede Kalorie, die uns ern\u00e4hrt, wird erst durch den \u201eEinkauf\u201c von nicht erneuerbaren Kalorien verf\u00fcgbar. Diese verdr\u00e4ngte Tatsache steht in auffallendem Widerspruch zum Verfassungsauftrag \u00fcber die Ern\u00e4hrung der Schweizer Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<ol start=\"8\">\n<li>Aufgrund des Gesagten ergeben sich vier offensichtliche Forderungen zur Sicherung der landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen als nachhaltige Lebensgrundlage: \u00adEher kleinere Betriebseinheiten und nicht gr\u00f6\u00dfere, \u00adMehr Arbeitskr\u00e4fte in der Landwirtschaft und nicht weniger, \u00adGr\u00f6\u00dfere nat\u00fcrliche Vielfalt auf den Betrieben, \u00adNeue Formen der nachbarschaftlichen und sozialen Zusammenarbeit.<\/li>\n<li>Diese Zielvorstellungen verlangen nach v\u00f6llig neuen Handlungsgrunds\u00e4tzen f\u00fcr Bauern und B\u00e4uerinnen. Dass der bisherige Fortschrittspfad der industriellen Landwirtschaft in eine Sackgasse f\u00fchrt, muss auch von der \u00fcbrigen Bev\u00f6lkerung erkannt und in den Konsequenzen mitgetragen werden. Selbst der biologische Landbau erweist sich unter der herrschenden wachstumsorientierten Denkweise als nicht nachhaltig. Politik, landwirtschaftliche Ausbildungsst\u00e4tten, die Agrarwissenschaft und wir alle sind aufgefordert, umzudenken und anders zu handeln.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Online Diskussion auf\u00a0<u><a href=\"http:\/\/www.bioaktuell.ch\/\">http:\/\/www.bioaktuell.ch\/<\/a><\/u>\u00a0(M\u00f6schberg Erkl\u00e4rung)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Landwirtschaft von Morgen Hinter diesem Aufruf stehen verantwortungsbewusste Bauern und B\u00e4uerinnen, Fachleute aus dem landwirtschaftlichen Umfeld sowie besorgte Konsumentinnen und Konsumenten. In Achtsamkeit gegen\u00fcber dem Boden und der darauf gedeihenden Vielfalt wollen wir neue und zukunftsweisende Bewirtschaftungsformen verwirklichen, die das nat\u00fcrliche Prinzip des Werdens und Vergehens respektieren. 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