{"id":548,"date":"2014-06-14T08:49:34","date_gmt":"2014-06-14T06:49:34","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/o\/?p=548"},"modified":"2017-11-03T09:45:58","modified_gmt":"2017-11-03T08:45:58","slug":"wir-gratulieren-frau-ing-helga-wagner-zu-ihrem-90-geburtstag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2014\/06\/14\/wir-gratulieren-frau-ing-helga-wagner-zu-ihrem-90-geburtstag\/","title":{"rendered":"Wir gratulieren Frau Ing. Helga Wagner zu ihrem 90. Geburtstag"},"content":{"rendered":"<p><b>Ein Leben f\u00fcr den biologischen Landbau und ein Leben f\u00fcr die Gesundung des Bodens als Tr\u00e4ger des Lebens auf unserer Erde<\/b><\/p>\n<p>Eigentlich haben wir alle es nicht glauben k\u00f6nnen: Ende Mai dieses Jahres feierte Arch. Ing. Helga Wagner ihren 90iger! Nat\u00fcrlich wurde sie von vielen Seiten, von kompetenten Stellen, von Vereinigungen und Bioverb\u00e4ndern, Gartenrunden, Freunden und Bekannten herzlichst begl\u00fcckw\u00fcnscht und ihre Leistungen f\u00fcr den Biolandbau entsprechend gew\u00fcrdigt. Dennoch m\u00f6chten auch wir von der F\u00f6rderungsgemeinschaft f\u00fcr gesundes Bauerntum und seitens des ORBI-Bauernladens uns den Gl\u00fcckw\u00fcnschen gerne anschlie\u00dfen und dies mit den folgenden Zeilen versuchen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/www.orbi.or.at\/images\/articles\/P6020045klein.png\" alt=\"P6020045klein\" width=\"300\" height=\"239\" \/>Helga Wagner wuchs in Linz-Kleinm\u00fcnchen auf, wo ihr Gro\u00dfvater einen Betrieb besa\u00df, dem auch ein Feld- und Gartenland angeschlossen war, das von ihrer Mutter professionell betrieben wurde und zu dem Obstb\u00e4ume, Gem\u00fcsebeete, Ackerfl\u00e4chen, Feldgem\u00fcse und allerlei Nutztiere geh\u00f6rten.<\/p>\n<p>Nach dem Besuch des Realgymnasiums mit Maturaabschluss und dem Besuch der Landfrauenschule in Miesbach\/Oberbayern folgte eine landwirtschaftliche\/g\u00e4rtnerische Lehrzeit zun\u00e4chst im Badischen, dann im ober\u00f6sterreichischen Salzkammergut und schlie\u00dflich im Landwirtschafts- und G\u00e4rtnereibetrieb Loheland bei Fulda.<\/p>\n<p>Dieser wurde nach Rudolf Steiners Empfehlungen bewirtschaftet, so dass es Helga m\u00f6glich wurde, die f\u00fcr diese Bearbeitung des Bodens notwendige Herstellung der Pr\u00e4parate kennen zu lernen. Helga Wagner war es auch, die in der Folge die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise nach \u00d6sterreich gebracht hat.<\/p>\n<p>1946 begann sie eine Ausbildung an der H\u00f6heren Bundeslehr- und Versuchsanstalt f\u00fcr Wein-, Obst- und Gartenbau in Klosterneuburg, Nieder\u00f6sterreich, eine dreij\u00e4hrige Anstellung in einer Baumschule und Gartengestaltungsfirma in der Schweiz folgte. Kontakte zum \u201eGoetheaneum\u201c in Dornach mit der Vertiefung ihres biologisch-dynamischen Wissens waren m\u00f6glich und wurden gen\u00fctzt. Sie baute damals ihre Verbindungen zu den in Fachkreisen hoch gesch\u00e4tzten Pers\u00f6nlichkeiten wie Ehrenfried Pfeiffer aus den USA, Erika Riese, Alwin Seifert, Nikolaus Reiner und Joseph Werr auf. Im Herbst 1951 kam sie an das Gartenamt der Stadt Linz, das f\u00fcr bis zu 350 Hektar Boden und rd. 260 Bedienstete verantwortlich war. Dort traf sie auf einen f\u00fcr ihre Ideen besonders aufgeschlossenen und verst\u00e4ndnisvollen Chef: dieser stand fr\u00fcher ebenfalls mit Alwin Seifert in Verbindung.<\/p>\n<p>So wurde es ihr erm\u00f6glicht, in Linz die Abfall- Kompostierung unter Verwendung des Steinmehls zu entwickeln, die sp\u00e4ter weltweites Interesse fand und Linz zu einem \u201eWallfahrtsort\u201c f\u00fcr biologische Kompostierung werden lie\u00df. Obgleich Helga Wagner f\u00fcr diese gro\u00dfartige Entwicklung allein zust\u00e4ndig und verantwortlich war, gelang es ihr immer mehr auch amtliche Stellen f\u00fcr dieses einzigartige Verfahren zu interessieren.<\/p>\n<p>Die Vermeidung jeglicher Kunstd\u00fcngeranwendung und des Einsatzes giftiger Spritzmittel sicherte dieser Kompostierungsmethode auch einen markanten wirtschaftlichen Erfolg. Helga Wagner fand damit Anerkennung und Wertsch\u00e4tzung auch in Form ehrender Auszeichnungen.<\/p>\n<p>Zur Arbeitsgruppe der organisch-biologisch wirtschaftenden Bauern stie\u00df Helga 1967 anl\u00e4sslich eines Vortrages von Alwin Seifert in Linz. Sie erkannte die gro\u00dfe Bedeutung des Modells der Bewirtschaftung des Bodens nach der Methode Dr. M\u00fcller\/Schweiz und hielt als Vorstandsmitglied der F\u00f6rdergemeinschaft auch dann die Treue, als ein Zerw\u00fcrfnis zwischen Ing. Willi und Dr. M\u00fcller zu einem Bruch zwischen F\u00f6rderungsgemeinschaft und der neuen Gemeinschaft biologisch wirtschaftender Bauern f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Dass die \u201eF\u00f6rderungsgemeinschaft\u201c in der Folge die \u00fcberaus wichtige Vorreiterrolle f\u00fcr den biologischen Landbau in \u00d6sterreich \u00fcbernehmen konnte, war vor allem auf den gro\u00dfartigen Einsatz von Helga Wagner zur\u00fcckzuf\u00fchren!<\/p>\n<p>So wurde erstmals in \u00d6sterreich ein staatlich gesch\u00fctztes Markenzeichen (ORBI) f\u00fcr die Bauern dieser Gemeinschaft geschaffen und als G\u00fctesiegel eingef\u00fchrt. Es gelang, die Richtlinien f\u00fcr die Bezeichnung von \u201eProdukten aus biologischem Anbau\u201c f\u00fcr den staatlichen \u201eLebensmittelkodex\u201c \u00d6sterreichs vorzugeben. Es wurde f\u00fcr die b\u00e4uerlichen Mitgliedsbetriebe Direktvermarktungsl\u00e4den (ORBI-L\u00e4den) auf zwei Linzer Gro\u00dfm\u00e4rkten geschaffen.<\/p>\n<p>Auf die so wichtige Ausbildung der Bauern in Kursen, Seminaren, Vortr\u00e4gen, Beratungen und Hofbegehungen legte Helga besonderen Wert, aber auch auf die nicht weniger wichtige Vermittlung geistiger Grundhaltungen und Werte wie Nachhaltigkeit, Ganzheitlichkeit, Verantwortung gegen\u00fcber der Sch\u00f6pfung, Denken in gr\u00f6\u00dferen Zusammenh\u00e4ngen und Zeitr\u00e4umen, in geschlossenen Kreisl\u00e4ufen und vor allem des Wertes, Anwalt des Lebendigen zu sein, also in und mit der Natur zu arbeiten und nicht gegen sie!<\/p>\n<p>Als Mittler und Tr\u00e4ger f\u00fcr diese Grundhaltungen hat Helga Wagner die Zeitschrift \u201eDer b\u00e4uerliche Pionier\u201c ins Leben gerufen, eine Zeitschrift, der alle, Bauern, Konsumenten, G\u00e4rtner oder auch einfach nur Freunde der F\u00f6rderungsgemeinschaft gr\u00f6\u00dfte Anerkennung entgegenbringen.<\/p>\n<p>Wenn heuer \u201eDer B\u00e4uerliche Pionier\u201c im 34.(!) Jahrgang erscheinen kann, so ist dies alleiniger Verdienst Helga Wagners wof\u00fcr wir ihr allergr\u00f6\u00dften Dank und Bewunderung schulden.<\/p>\n<p>Nach und nach fand so der Biolandbau in \u00d6sterreich durch das unerm\u00fcdliche Wirken Helga Wagners die entsprechende Anerkennung auch \u00f6ffentlicher Stellen. Ihre fachliche Kompetenz wurde gerade in den wichtigen Arbeitskreisen und Gremien besonders hoch gesch\u00e4tzt: z.B. in der ARGE Biolandbau aber auch bei den Kontakten mit dem Ministerium. Den Vermittlungsgespr\u00e4chen zwischen den verschiedenen Bioverb\u00e4nden mit deren oftmals divergierenden Vorstellungen und Anschauungen hat Helga Wagner besonderen Wert beigemessen. Das von ihr erstrebte Zusammenf\u00fchren der Verb\u00e4nde in ein \u201eBIO-HAUS \u00d6sterreich\u201c erm\u00f6glichte so eine zukunftsweisende Weiterentwicklung des Bio-Landbaus in \u00d6sterreich.<\/p>\n<p>Besondere Bedeutung f\u00fcr den Biolandbau in \u00d6sterreich sehe ich in Helga Wagners Forderung nach einer R\u00fcckbesinnung auf die Wurzeln des Biolandbaus. Ihre Fachbeitr\u00e4ge \u00fcber die grunds\u00e4tzliche Bedeutung der Bodengesundheit \u2013 als Grundlage der Gesundheit von Pflanze \u2013 Tier \u2013 Mensch, ist heute von allergr\u00f6\u00dfter Wichtigkeit und f\u00fcr die Zukunft des Biolandbaus richtungsweisend. Diese R\u00fcckkehr zu den Wurzeln der Biolandbaumethode nach Dr. M\u00fcller\/Dr. Rusch ist dabei Helgas besonderes Anliegen.<\/p>\n<p>Dass Helga Wagner jahrzehntelang gewisserma\u00dfen als \u201eGeneralsekret\u00e4rin\u201c die Geschicke der \u201eF\u00f6rderungsgemeinschaft f\u00fcr gesundes Bauerntum\u201c gepr\u00e4gt hat, muss hier noch angef\u00fcgt werden. Sie hat die Hauptlast der Arbeit in unserer Gemeinschaft getragen und tut dies noch heute!<\/p>\n<p>Dass es ihr gelungen ist, \u00fcber Jahre hin den \u201eRusch-Arbeitskreis\u201c so erfolgreich zu leiten und damit u.a. den Bio-Landbau wieder an seine Wurzeln herzanzuf\u00fchren, hat Helga Wagner in den letzten Jahren besonders viel Freude gemacht. Sie ist wie fr\u00fcher eine sehr gesuchte und beliebte Vortragende und Beraterin in den b\u00e4uerlichen Arbeitskreisen wobei, sie auf ihre gro\u00dfe Erfahrung zur\u00fcckgreifen kann, mit der sie bei ihren \u201eAuftritten\u201c die Zuh\u00f6rer \u2013 praktisch in ganz \u00d6sterreich und dar\u00fcber hinaus &#8211; immer wieder \u2013 und dies bis heute, zu begeistern und zu fesseln vermag.<\/p>\n<p>Selbst ein schwerer Unfall und eine jahrelange Rekonvaleszenz konnte ihre Arbeit und ihren Einsatz f\u00fcr die \u201eGesundung\u201c unser \u201eMutter Erde\u201c nur geringf\u00fcgig vermindern.<\/p>\n<p>Als Mitbegr\u00fcnderin der \u201eSchl\u00e4gler Bio-Gespr\u00e4che\u201c spielt Helga Wagner bei der Ausgestaltung dieser fachlich herausragenden Treffen stets eine wichtige Rolle. Fragen der Anwendung des Urgesteinsmehls, der Bedeutung des Rusch-Tests f\u00fcr die Bodeng\u00fcte und der Bestimmung des Redox-Potentials f\u00fcr die Qualit\u00e4tsbestimmung unserer Lebensmittel sind f\u00fcr Helga ebenso bedeutungsvoll, wie \u00fcberhaupt die Schaffung und der Aufbau eines aktiven, gesunden, lebendigen Bodens als Grundlage gesunder Pflanzen, gesunder Tiere und gesunder Menschen!<\/p>\n<p>Nun w\u00fcnschen wir Helga Wagner f\u00fcr die Zukunft vor allem Gesundheit und auch weiterhin noch viel Freude an ihrer Arbeit f\u00fcr den biologischen Landbau in \u00d6sterreich.<\/p>\n<p align=\"RIGHT\">Gebhard Rieger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Leben f\u00fcr den biologischen Landbau und ein Leben f\u00fcr die Gesundung des Bodens als Tr\u00e4ger des Lebens auf unserer Erde Eigentlich haben wir alle es nicht glauben k\u00f6nnen: Ende Mai dieses Jahres feierte Arch. Ing. Helga Wagner ihren 90iger! 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