{"id":674,"date":"2018-02-19T10:59:04","date_gmt":"2018-02-19T09:59:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.orbi.or.at\/?p=674"},"modified":"2018-02-19T10:59:04","modified_gmt":"2018-02-19T09:59:04","slug":"97-artikel-winter-1979-und-98-artikel-fruehjahr-1980","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2018\/02\/19\/97-artikel-winter-1979-und-98-artikel-fruehjahr-1980\/","title":{"rendered":"97. Artikel Winter 1979 und 98. Artikel Fr\u00fchjahr 1980"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eEs geht um die Substanz des Menschen\u201c<\/strong><\/p>\n<p>\u201eZerst\u00f6re mir meine Kreise nicht!\u201c, so rief Archimedes, Wissenschafter des Altertums, als ein Landsknecht seine Zeichnungen zertrampelte. Es war sein letztes Wort, der Krieger erschlug ihn kurzerhand. Dieses historische Gleichnis kommt mir in den Sinn, wenn ich sehe, wie wir uns hier um wissenschaftliche Wahrheiten bem\u00fchen, derweilen drau\u00dfen die Menschen ihre lebendige Umwelt St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck vergewaltigen und blindlings in ihr Verderben rennen. Deshalb meine ich, es sei unsere Aufgabe, uns nicht nur mit biologischen Fachfragen zu besch\u00e4ftigen, sondern auch mit den Schicksalsfragen der Menschheit und der Bedrohung ihrer Existenz.<\/p>\n<p>Es sollte niemand mehr daran zweifeln, dass die Menschheit tats\u00e4chlich in ihrer Existenz t\u00f6dlich bedroht ist, nicht etwa nur durch die Atombombe nicht nur durch Umweltverschmutzung, nicht nur durch kalte und hei\u00dfe Kriege, sondern durch den Verlust ihrer Substanz. Es geht um den Menschen als geistiges, seelisches und k\u00f6rperliches Wesen, um seine Kultur und um die Gesundheit der menschlichen Gesellschaft. Es ist f\u00fcr uns \u00c4rzte nicht mehr damit getan, dass wir das Problem den anderen \u00fcberlassen, den Politikern etwa oder den Verwaltungsbeamten, den P\u00e4dagogen oder den Volkswirtschaftern \u2013 wir hier sollten uns berufen f\u00fchlen, denn wir haben die M\u00f6glichkeit, die Pathologie der menschlichen Entartung zu durchschauen.<\/p>\n<p>Vor die Therapie haben die G\u00f6tter die Diagnose gesetzt. Es ist also die Frage: Was hat die Menschen dazu gebracht, sich so unvern\u00fcnftig, so widernat\u00fcrlich, so selbstm\u00f6rderisch zu verhalten? Die Menschen k\u00f6nnten doch heutzutage wissen, wie sie leben m\u00fcssten, um gesund zu sein und gesunde Nachkommen zu haben, aber sie tun es nicht. Die Politiker m\u00fcssten doch wissen, dass es nun mehr geht als um Partei -ideologien und Wirtschaftswachstum, um W\u00e4hrungsprobleme und wirtschaftlichen Wohlstand. Jeder Arzt sollte doch heutzutage versuchen, diese widernat\u00fcrliche Medikamenten-Medizin zu \u00fcberwinden, er hat doch genug der Beispiele f\u00fcr eine bessere Heilkunst vor Augen, aber er klammert sich ans Gewohnte und Althergebrachte. Jeder Landwirt sollte doch endlich begriffen haben, wie bedenklich und verderblich diese Kunstd\u00fcnger- und Giftwirtschaft ist, er sollte doch allm\u00e4hlich ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn er seinen Mitmenschen diese entartete und vergiftete Nahrung verkauft, aber er bleibt dabei, trotz so vieler Beispiele des biologischen Landbaues. Und die Wissenschaft? Sie verschwendet allj\u00e4hrlich viele Milliarden, um die \u00fcberlieferten Halbwahrheiten zu konservieren. Wo man auch hinschaut \u2013 es ist \u00fcberall dasselbe: Die Menschen verhalten sich, als h\u00e4tten sie sich selbst aufgegeben Warum tun sie das?<\/p>\n<p>Das alte Testament sagt es mit einem Wort: \u201eWen der Herr vernichten will, den schl\u00e4gt er mit Blindheit.\u201c Das Entartete rottet sich selbst aus. So will es ein unerbittliches Naturgesetz. Wer blind ist, sieht nicht mehr das Physiologische, hat keinen blick mehr f\u00fcr das biologische Optimum, f\u00fcr das Gesunde und seine Symptome. Er vermag nicht mehr zu sehen, dass mit dem Schwund der k\u00f6rperlichen Gesundheit auch die menschliche Kultur verf\u00e4llt, dass das Abnorme und Abwegige triumphiert, dass sich das H\u00e4ssliche und Schmutzige ausbreitet. Wer mit Blindheit geschlagen ist, verliert den Sinn f\u00fcr biologische Vernunft, verliert Geist und Seele zugunsten eines geist- und seelenlosen Intellekts. Wo aber der kalt-rechnende Intellekt regiert, da stirbt das Herz, da stirbt alles, was den Menschen ausmacht vor allem anderen Lebendigen auf der Erde. Das ist der Anfang vom Ende. Ich glaube nicht daran, dass allein die Entwicklung einer einseitigen Naturwissenschaft und Technik daran schuld ist, wie man \u00f6fters h\u00f6rt. Ich glaube nicht, dass dies allein zur einseitigen Entwicklung des Intellektes, zum materialistischen Egoismus und zur Krankheit der menschlichen Gesellschaft f\u00fchrt. Ich glaube vielmehr, dass auch das schon Merkmal der biologischen funktionalen Entartung ist. Deshalb, meine ich, ist es unsere Aufgabe, \u00fcber die Mechanismen der Arterhaltung und der Entartung nachzudenken und die Wege zur \u00dcberwindung der Entartung zu erschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Nehmen wir als Beispiel den sogenannten Abbau der Kulturpflanzen, jener Pflanzen also, von denen wir und unsere Haustiere leben. Diese Pflanzen betrachtet die Natur ohnehin mit Argwohn, denn sie sind k\u00fcnstliche Z\u00fcchtungen. Als man aber damit begann, diese Pflanzen auch noch k\u00fcnstlich zu ern\u00e4hren, wurde der Argwohn der Natur zur offenen Feindschaft. Seitdem bem\u00fcht sie sich, diese entarteten Gesch\u00f6pfe mit allen ihren Mitteln auszurotten. Heere von Insekten, Bakterien, Pilzen und Viren, Schwund der Fruchtbarkeit von Boden und Pflanze, Verlust der Abwehrf\u00e4higkeiten, pathologische Verschiebung der Bakterienfloren, Verlust von Geruch und Geschmack der Fr\u00fcchte. Und die angeblich hochwissenschaftliche Reaktion, die man wirklich nur primitiv nennen kann: Entwicklung und Anwendung riesiger Mengen f\u00fcrchterlichen Giften und lebensbedrohenden Medikamenten. Die Landwirtschaft wurde zum gr\u00f6\u00dften Umweltverschmutzer aller Zeiten.<\/p>\n<p>Das Gegenbeispiel ist der sogenannte biologische Landbau. Hier wurde \u2013 trotz ung\u00fcnstigster Umwelt und gegen erbitterten Widerstand \u2013 die Kulturpflanze wieder in die nat\u00fcrlichen Substanzkreisl\u00e4ufe hineingestellt. Sie antwortet prompt, indem sie ihre naturgegebenen Leistungsf\u00e4higkeiten wiedergewinnt: Fruchtbarkeit, Abwehrf\u00e4higkeit, Schmackhaftigkeit, Haltbarkeit \u2013 kurz: Sie \u00fcberwindet die Entartung. Und nicht nur das: Auch im Tierstall kehrt die spontane Gesundheit und Fruchtbarkeit wieder. Seine Leistungen steigern sich, die Rentabilit\u00e4t ist gesichert und steigt konsequent von Jahr zu Jahr an. In einem solchen Tierstall hat der Veterin\u00e4r keine Sorgen mehr, die Tiere sind von selbst gesund.<\/p>\n<p>Es stellt sich hier die Frage, wie es die Natur fertigbringt, fortlaufend die Entartung zu \u00fcberwinden und optimale Lebensleistungen zu erzeugen. Die Antwort wurde gefunden dank einer jahrzehntelangen Grundlagenforschung, die das \u201eGesetz von der Erhaltung der lebendigen Substanz\u201c entwickelte. \u2013 Publiziert in der \u201eWiener medizinischen Wochenschrift 1951\u201c \u2013 und dem Kreislauf der lebendigen Substanzen als Arbeitshypothese in unseren medizinischen und landbaulichen Arbeitskreisen zu realisieren versucht \u2013 mit \u00fcberraschendem Erfolg.<\/p>\n<p>Es geht dabei \u2013 in aller K\u00fcrze \u2013 um folgendes: Organismen bestehen aus Zellen, das hei\u00dft aus Geh\u00e4usen, in denen lebende Substanzen wirken. Die Funktion eines jeden Organismus h\u00e4ngt von der Funktion ihrer lebenden Substanzen ab. Sobald Teile dieser Substanz-Garnituren unbrauchbar werden, werden sie abgesto\u00dfen und aus dem Stoffwechselangebot durch neue und taugliche ersetzt. <u>Das ist der Vorgang der Zellregeneration.<\/u><\/p>\n<p>Der Vorgang setzt voraus, dass die Zelle sich dessen bewusst ist, was sie zur Regeneration braucht. Sie muss wissen, was physiologisch, was pathologisch ist. Dieses Zellbewusstsein entspricht immer dem biologischen Optimum.<\/p>\n<p>Zugleich aber muss eine jede Zelle ein Organismus-Bewusstsein besitzen, sie muss wissen, dass sie im Interesse des Ganzen handeln muss, sie muss sich ihm unterordnen. Experimente, bei denen aus einzelnen Zellen der ganze Organismus heruasw\u00e4chst, k\u00f6nnten nicht gelingen, wenn nicht in jeder Zelle der Plan des Ganzen stecken w\u00fcrde. Die Lymphozyten, die den Transport spezifischer lebender Substanz zu bewirken haben, bringen sie mit Sicherheit genau dorthin, wo sie hingeh\u00f6ren. Kein Organismus k\u00f6nnte in Ordnung bleiben, wenn seine Zellen kein Organismus-Bewusstsein h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Die ganze lebendige Sch\u00f6pfung k\u00f6nnte nicht intakt bleiben, wenn nicht jedem einzelnen Lebewesen, ja jeder ihrer Zellen eine gemeinsame biologische Vernunft innewohnen w\u00fcrde. Denn nur sie ist es, die \u201edie Welt im Innersten zusammenh\u00e4lt\u201c. Die materiell fassbare Darstellung der schicksalhaften Verkn\u00fcpfung aller Lebewesen auf Erden aber hei\u00dft \u201eLebendige Substanz\u201c.<\/p>\n<p>Und nun zur\u00fcck zu der Frage, wie eine Entartung von Zellgeweben von Organismen und ganzen Organismus-Gesellschaften wie die des Menschen zustande kommt.<\/p>\n<p>Man wei\u00df heute, dass es viele Tausende von Entartungsm\u00f6glichkeiten gibt, ganz gleich ob in der Muttererde oder innerhalb der Organismen, wie zB. durch Anheften von Fremdstoffen oder radioaktive Strahlung. Wir m\u00fcssen uns vorstellen, dass heute im Kreislauf der lebenden Substanzen der Anteil an abwegigen pathologischen Gro\u00dfmolek\u00fclen durch den Gebrauch riesiger Mengen an synthetischen Giftstoffen so gro\u00df geworden ist, dass die biologischen Selbstreinigungs-Einrichtungen der Natur nicht mehr ausreichen, ganz \u00e4hnlich wie die Selbstreinigung der Fl\u00fcsse gro\u00dfteils zusammengebrochen ist.<\/p>\n<p>Gesundheit im weitesten Sinn ist nichts anderes als der Besitz optimal leistungsf\u00e4higer lebender Zellsubstanz. Nat\u00fcrlicher Weise kann der Organismus diesen seinen kostbaren Besitz bewahren, indem abgebrauchte oder verdorbene Lebendsubstanz und Erbsubstanz ausgetauscht wird, vorausgesetzt, dass ihm im Nahrungsangebot gen\u00fcgend unversehrte Substanz zur Verf\u00fcgung steht. Das ist nicht mehr der Fall, echte Regeneration ist im Bereich der Hochzivilisation nicht mehr m\u00f6glich, die Konsequenz ist die zunehmende Degeneration als Massenph\u00e4nomen in allen denkbaren Variationen als k\u00f6rperliches, seelisches und geistiges Gebrechen. Da die Entartung erblich ist, sind dem Versuch einer Regeneration von vornherein Grenzen gesetzt, sie k\u00f6nnte nur in vielen Generationen \u00fcberwunden werden. Das wenige, was derzeit unter dem Schlagwort \u201eUmweltschutz\u201c geschieht, reicht dazu nicht aus, es ist nicht mehr, als der bekannte Tropfen auf dem hei\u00dfen Stein.<\/p>\n<p>Was m\u00fcsste geschehen? Was k\u00f6nnen wir \u00c4rzte tun, um der Entartung Einhalt zu gebieten? Das Aufkommen einer biologischen Heilkunst hat sehr zur Aufkl\u00e4rung der Menschen beigetragen, weiters die geduldige Erziehung zur vern\u00fcnftigen, nat\u00fcrlichen Lebensf\u00fchrung, die st\u00e4ndige Warnung vor vergifteter Nahrung, vor bedenklichen, vor allem synthetischen Medikamenten.<\/p>\n<p>Sehr hilfreich der \u00fcberall im Wachsen begriffene biologische Landbau; das Verlangen nach einem eigenen Garten ohne Gift und Kunstd\u00fcnger. Die Besinnung vieler Bauern auf ihre Pflicht ihren Mitmenschen gesunde Nahrung zu liefern.<\/p>\n<p>Es wurden dar\u00fcber hinaus Heilverfahren mit ausgesprochen regenerativer Wirkung entwickelt, die sogenannte Bakterientherapie (Symbioselenkung), fu\u00dfend auf den physiologischen Bakterien, die vom Boden bis zum Menschen \u00fcberall vorkommen und ausgesprochen regenerative Wirksamkeit haben.<\/p>\n<p>Ich pers\u00f6nlich habe seit geraumer Zeit am Problem der Entartung gearbeitet und glaube das Recht zu einem gewissen Optimismus zu haben. Die Dinge sind immerhin in Fluss gekommen, das biologische Gewissen r\u00fchrt sich allenthalben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Sch\u00f6pfung den von ihr geschaffenen Menschen ohne weiteres, ohne jede Chance, kl\u00e4glich an seiner eigenen Degeneration zugrundegehen l\u00e4sst. Es geh\u00f6rt zum Wesen des Lebendigen, dass es entgegen dem Strom der materiellen Entropie wirkt, dass es also st\u00e4ndig nach Regeneration strebt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEs geht um die Substanz des Menschen\u201c \u201eZerst\u00f6re mir meine Kreise nicht!\u201c, so rief Archimedes, Wissenschafter des Altertums, als ein Landsknecht seine Zeichnungen zertrampelte. Es war sein letztes Wort, der Krieger erschlug ihn kurzerhand. Dieses historische Gleichnis kommt mir in den Sinn, wenn ich sehe, wie wir uns hier um wissenschaftliche Wahrheiten bem\u00fchen, derweilen drau\u00dfen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2018\/02\/19\/97-artikel-winter-1979-und-98-artikel-fruehjahr-1980\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">97. Artikel Winter 1979 und 98. 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