{"id":676,"date":"2018-02-19T11:01:19","date_gmt":"2018-02-19T10:01:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.orbi.or.at\/?p=676"},"modified":"2018-02-19T22:06:35","modified_gmt":"2018-02-19T21:06:35","slug":"99-artikel-sommer-1980-und-100-artikel-herbst-1980","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2018\/02\/19\/99-artikel-sommer-1980-und-100-artikel-herbst-1980\/","title":{"rendered":"99. Artikel Sommer 1980 und 100. Artikel Herbst 1980:"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eVom Kreislauf des Lebendigen\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Wir leben in einer Zeit, die gro\u00dfe Entscheidung verlangt. Die Menschheit ist in ihrer Existenz bedroht, so sehr bedroht, dass man nicht selten die bange Frage h\u00f6rt, ob es nicht schon zu sp\u00e4t sei. Es ist nicht mehr getan mit den vielen \u201ekleinen Richtigkeiten\u201c, welche die Naturwissenschaft t\u00e4glich entdeckt. Es ist nicht mehr getan mit Umweltschutz-Gesetzen und beh\u00f6rdlichen Vorschriften, so n\u00f6tig sie auch sind. Auch die wohlorganisierte Weltgesundheitsorganisation vermag das Problem, vor dem die Heilkunst steht, vor dem die ganze Wissenschaft \u00fcberhaupt steht, nicht zu bew\u00e4ltigen. Es geht nicht um Reformen, um Reparaturen am Bestehenden, es geht um eine Reformation an Haupt und Gliedern. Es geht letzten Endes um den Menschen als geistiges und seelisches Wesen, und es geht darum, den Menschen zur\u00fcckzuf\u00fchren in die Gemeinschaft alles Lebenden auf der Erde, ohne die er zugrunde gehen muss und zugrunde gehen wird.<\/p>\n<p>Es wird gesagt, an diesen Erscheinungen sei die einseitige Entwicklung der kausal-analytischen Naturwissenschaft schuld, die die einseitige Entwicklung des Intellektes f\u00f6rdere und die Menschen zum mephistophelischen Materialismus f\u00fchre. Ich m\u00f6chte glauben, dass auch diese Entwicklung schon ein Entartungszeichen ist, dass die Ursachen also tiefer liegen. Die Wurzeln der Krankheit an Geist und Seele, die f\u00fcr den sogenannten modernen Menschen der Hochzivilisation, besonders der Gro\u00dfst\u00e4dte typisch ist, kann man an vielerlei Beobachtungen erkennen, an einfachen Beobachtungen von Lebensvorg\u00e4ngen, die auch heute noch allein zu gro\u00dfen Wahrheiten zu f\u00fchren verm\u00f6gen.<\/p>\n<p>Was war hier in Wirklichkeit geschehen? Es ist eigentlich ganz einfach und leicht zu erkennen: Die Kulturpflanzen wurden, im Gegensatz zur Wildpflanze, mehr und mehr der Teilnahme am nat\u00fcrlichen Lebenskreislauf beraubt, eines Kreislaufes, der in Form des Kreislaufes der sogenannten lebendigen Substanzen und Erbsubstanzen seinen wesentlichen Ausdruck findet. Wenn man der Kulturpflanze diese ihre Daseinsgrundlage entzieht, entartet sie und wird lebensunf\u00e4hig. Sie wird zugleich als Nahrung untauglich, denn sie \u00fcbertr\u00e4gt selbstverst\u00e4ndlich ihre Entartung auch auf alle ihre Nahrungsempf\u00e4nger, auf alle h\u00f6her entwickelten Organismen und nat\u00fcrlich auch auf den Menschen und seine Nutztiere.<\/p>\n<p>Der Beweis: Dort, wo es trotz ung\u00fcnstiger Umwelt, trotz widrigster Umst\u00e4nde gelingt, im Landbau die nat\u00fcrlichen Lebenskreisl\u00e4ufe wiederherzustellen, gewinnt sogar die k\u00fcnstliche Z\u00fcchtung ihre Fruchtbarkeit, ihre Abwehrf\u00e4higkeit gegen\u00fcber Insekten und Krankheiten, ihre Schmackhaftigkeit und Haltbarkeit zur\u00fcck, und nicht nur das: Auch im Tierstall kehrt die spontane Gesundheit und Fruchtbarkeit wieder. Und wer Augen hat zu sehen, der wird auch bemerken, dass sich das Verhalten der Tiere \u00e4ndert, denn sie sind nicht mehr b\u00f6sartig und aggressiv, sondern werden wieder gutm\u00fctige und willige Kameraden des Menschen, die sie fr\u00fcher immer waren. Es kann auch keine Rede davon sein, dass der nat\u00fcrliche Landbau eine arme, unrentable Sache ist, im Gegenteil: Auf organisch-biologisch gef\u00fchrten Bauernh\u00f6fen lie\u00df sich ausnahmslos eine Zunahme der Rentabilit\u00e4t nachweisen, in einzelnen Beispielen auf mehr als das Doppelte! Ganz zu schweigen von der biologischen G\u00fcte der Erzeugnisse, deren Verzehr dem Menschen und seinen tierischen Sch\u00fctzlingen genau das schenkt, was zur Erhaltung der Gesundheit und Regenerationsf\u00e4higkeit gebraucht wird, ganz im Gegensatz zu den Kunstd\u00fcngerprodukten, die au\u00dferdem zum Teil auch noch wirksame Lebensgifte mit sich bringen und denen die meisten Menschen hilflos ausgeliefert sind. Wenn das alles keine beweise sind, dann wei\u00df ich nicht, wie man \u00fcberhaupt noch biologische Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit beweisen soll.<\/p>\n<p>Die Naturwissenschaft wird dem Wohl und dem Gl\u00fcck des Menschen und allen seinen Sch\u00fctzlingen unter den Tieren und Pflanzen erst dann wahrhaft dienen k\u00f6nnen, wenn sie ihre Grundkonzeption um einen ganz entscheidenden Gedanken erweitert, n\u00e4mlich dann, wenn sie anerkennt, dass alles Lebendige auf der Erde schicksalhaft und unl\u00f6sbar miteinander verbunden ist. Dieser Gedanke war in den Menschen seit eh und je lebendig, und er ist es auch heute \u2013 nur nicht in der Naturwissenschaft, am wenigsten in der angewandten Naturwissenschaft. Sie hat die Menschen gelehrt, sich auf Kosten der lebendigen Umwelt zu bereichern. Was der Mensch aber den Tieren, den Pflanzen und der Muttererde antut, das tut er sich selbst an. Wo das nicht-menschliche Leben der Entartung preisgegeben wird, da entartet auch der Mensch, k\u00f6rperlich, seelisch und geistig.<\/p>\n<p>Denn &#8222;Gesundheit&#8220; ist nichts anderes als der Besitz optimal funktionierender lebender Zellsubstanz; von diesem Besitz h\u00e4ngen alle, aber auch alle Lebens\u00e4u\u00dferungen der Organismen ab, auch die des Menschen, ganz gleich, ob wir sie nun als k\u00f6rperliche, als seelische oder als geistige Lebens\u00e4u\u00dferungen betrachten. Und damit sind wir in allem und jedem, in unserem ganzen Wesen und unserem ganzen Verhalten, in das Ganze des Lebendigen auf der Erde unl\u00f6sbar integriert, unl\u00f6sbar verbunden &#8211; oder nicht verbunden, eben im Falle der Entartung. Die lebende Substanz, dieses gr\u00f6\u00dfte Wunderwerk der Sch\u00f6pfung, ist Materie gewordener Geist, den wir in seinen Werken zu erkennen verm\u00f6gen. Im Verhalten dieser lebenden Substanz wird sichtbar, was man &#8222;biologische Vernunft&#8220; nennen kann, denn sie ist materialisiertes Abbild des Sch\u00f6pfungsgedankens, und die Sch\u00f6pfung kann nur erhalten bleiben, wenn ihr &#8222;biologische Vernunft&#8220; innewohnt. Deshalb tr\u00e4gt jeder gesunde Organismus nicht nur sein eigenes Bild mit sich in Gestalt der ihm eigenen, lebenden Substanz, sondern zwangsl\u00e4ufig zugleich das Bild der ganzen, lebendigen Sch\u00f6pfung. Und das bezieht sich nicht allein etwa auf den Menschen, sondern auf jeden lebneden Organismus. Wir d\u00fcrfen es deshalb als einen Segen f\u00fcr die Naturerkenntnis betrachten, dass es heute nicht nur eine Psychologie des Menschen sondern auch eine Tierpsychologie gibt, und wenn nicht alles t\u00e4uscht, entwickelt sich in Zukunft sogar eine Psychologie der Pflanze, die vor langer Zeit von Raoul Franc\u00e8 vorausgesagt wurde.<\/p>\n<p>Wie wird nun in der Natur die Entartung verhindert oder beseitigt? Die Antwort auf diese Frage liefert die Direktiven f\u00fcr unsere zuk\u00fcnftige Zivilisation. Die biologische Grundlagenforschung ist heute in der Lage, die Antwort zu geben: Die Nahrungsstr\u00f6me, die, von der Muttererde ausgehend, alle Organismen durchlaufen, bringen mit ihrem Gehalt an lebenden Substanzen nat\u00fcrlicherweise alles mit, was zur st\u00e4ndigen Ausmerzung von Entartungsfehlern der Zellsubstanz-Garnituren n\u00f6tig ist. Der Mechanismus des Abtausches lebender Substanz ist in wesentlichsten Teilen wissenschaftlich abgekl\u00e4rt; dabei k\u00f6nnen auch \u2013 und das ist das Entscheidende \u2013 L\u00fccken der Erbsubstanz-Garnitur ausgef\u00fcllt werden, ja, es k\u00f6nnen sogar neue, erbliche Eigenschaften erworben werden, sofern es mit dem urspr\u00fcnglichen Zellbild vereinbar und zur Selbsterhaltung der Arten erforderlich erscheint. Auch die Wege, auf denen die Austauschsubstanz im Organismus-Stoffwechsel genau dorthin gelangt, wo sie gebraucht wird, sind heute ausreichend bekannt. Bei den Gro\u00dforganismen spielt dabei das sog. lymphatische System mit allen seinen Organen, das gr\u00f6\u00dfte Ordnungssystem des K\u00f6rpers, eine sehr wichtige Rolle bez\u00fcglich der Auswahl und des Transportes der lebenden Substanzen.<\/p>\n<p>Es kommt also f\u00fcr die menschliche Zivilisation vor allem darauf an, den Kreislauf der Lebendsubstanzen \u2013 zusammen mit ihrem sekund\u00e4ren Stoffbildungen und mineralischen Hilfsstoffen \u2013 intakt zu halten. Man muss zugeben, dass die Architekten der Zivilisation in den letzten 100 Jahren eigentlich alles getan haben, um den Menschen aus dem nat\u00fcrlichen Nahrungskreislauf auszuschlie\u00dfen in einem Ausma\u00df, wie es noch niemals zuvor gewagt worden ist. Niemand sollte sich deshalb dar\u00fcber wunden, dass die Entartung zum typischen Merkmal der Zivilisation geworden ist, so sehr, dass wir auf den Beschluss der Sch\u00f6pfung gefasst sein m\u00fcssen, uns zu vernichten. \u201eWen der Herr vernichten will, den schl\u00e4gt er mit Blindheit.\u201c Jeder Biologe, der mit der Zeit gegangen ist, vermag heute den Menschen zu sagen, was sie tun m\u00fcssten, um dem Chaos der Ausmerzung zu entgehen, aber es sieht nicht so aus, als ob sie darauf zu h\u00f6ren verm\u00f6chten. Zu gro\u00df ist die Allmacht der Gewohnheiten, der Industrie und Institutionen, die Tr\u00e4gheit der B\u00fcrokratie, zu tr\u00fcgerisch und verlockend das k\u00fcnstliche Scheinleben, und vielleicht schon zu weit fortgeschritten die Entartung an Geist und Seele.<\/p>\n<p>Trotzdem: Wer noch gesund genug ist, um die Gefahren zu sehen, der ist auch verpflichtet zu warnen und zu helfen. Deshalb noch einmal die Frage: Was muss geschehen, um die Entartung des Menschen zu verhindern? An erster Stelle steht die Regeneration der Lebensvorg\u00e4nge in der Muttererde, von denen wir leben: Verzicht auf jede k\u00fcnstliche Pflanzenern\u00e4hrung und l\u00fcckenloser Verzicht auf die Giftanwendung in der Landwirtschaft. Als zweites: Man muss lernen, den Verlust der Lebensmittel an Nat\u00fcrlichkeit und Lebendigkeit soweit irgend m\u00f6glich zu verhindern, sowohl beim Transport und der industriellen Verarbeitung und Lagerung wie auch in der K\u00fcche. Alles das ist m\u00f6glich und realisierbar. Als drittes: Verzicht auf die k\u00fcnstliche Medikamenten-Medizin an Tier und Mensch; auch das ist m\u00f6glich, und es gibt genug der richtungsweisenden Beispiele.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eVom Kreislauf des Lebendigen\u201c Wir leben in einer Zeit, die gro\u00dfe Entscheidung verlangt. 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