{"id":853,"date":"2018-10-07T21:17:28","date_gmt":"2018-10-07T19:17:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.orbi.or.at\/?p=853"},"modified":"2018-10-07T21:23:37","modified_gmt":"2018-10-07T19:23:37","slug":"113-artikel-fruehjahr-1986-ueber-erhaltung-und-kreislauf-der-lebendigen-substanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2018\/10\/07\/113-artikel-fruehjahr-1986-ueber-erhaltung-und-kreislauf-der-lebendigen-substanz\/","title":{"rendered":"113. Artikel Fr\u00fchjahr 1986 \u2013 \u201e\u00dcber Erhaltung und Kreislauf der lebendigen Substanz\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die \u00fcberlieferte Zell- und Gewebslehre ging von der Hypothese aus, dass zwischen der Nahrung aller Organismen und ihrem Endverbraucher, der Gewebszelle, mehrere chemisch-physikalisch wirksame Schranken liegen, die nur von leicht l\u00f6slichen, auf jeden Fall nur von mikro-molekularen Stoffen durchschritten werden k\u00f6nnen. Diese Hypothese, niemals direkt bewiesen, wurde durch die physiologisch-biochemische Forschung laufend best\u00e4tigt und schlie\u00dflich stillschweigend als Tatsache angesehen. War es doch eindeutig, dass jeder Organismus, der Verdauungseinrichtungen besitzt, s\u00e4mtliche angebotene N\u00e4hrmaterialien vor allem die organischen, mechanisch und chemisch bis zu einfachen l\u00f6slichen Verbindungen zu zerkleinern imstande ist. Seit Jahrzehnten hat sich die gesamte Ern\u00e4hrungslehre f\u00fcr Pflanze Tier und Mensch nach diesen Auffassungen ausgerichtet.<\/p>\n<p>Besteht diese These zu Recht, dass alle Organismen zwecks Stoffwechsel und Ern\u00e4hrung nur uniforme und chemisch mehr-minder leicht identifizierbare Molek\u00fcle in sich aufnehmen, so wird die ganze Ern\u00e4hrung letztlich zu einem rein chemischen Problem. Sie wird gew\u00e4hrleistet, wenn der Organismus ein bestimmtes Gemisch aus Aminos\u00e4uren, Monosacchariden, verseiften Fetten, Vitaminen, Enzymen und Spurenelementen bekommt. Die Herkunft dieser N\u00e4hrstoffe ist dabei prinzipiell gleichg\u00fcltig; falsch ern\u00e4hrt wird der Organismus indem dem Nahrungsgemisch wichtige N\u00e4hrstoffe fehlen, wobei man den chemisch identifizierbaren Inhalt durch Analyse pr\u00fcft.<\/p>\n<p>Nun enth\u00e4lt eine jede nat\u00fcrliche Nahrung aber zwangsl\u00e4ufig organische Gro\u00dfmolek\u00fcle aus den Zellen, Geweben und Fl\u00fcssigkeiten der Nahrungsspender, Zellkernbestandteile, Zerfallsprodukte der Blutk\u00f6rperchen, das Chlorophyll der pflanzlichen und Algenzellen. Bei dieser Makromolekular- oder \u201elebendigen\u201c Substanz handelt es sich keineswegs um indifferente uniforme Substanz, sondern um Komplexe, die ihrer Herkunft entsprechend formiert und biologisch aktiv sind. Sie sind, wenn sie aus einer biologisch intakten \u201egesunden\u201c Zelle stammen, zweckentsprechend f\u00fcr die Leistungen ausgestattet, die sie intrazellul\u00e4r zu vollbringen haben. Gesetzt dem Fall die Organismen w\u00e4ren imstande wahlweise Substanz dieser Art aus dem reichen Angebot jeder nat\u00fcrlichen Nahrung in sich und ihre Zellen aufzunehmen, so w\u00e4re die Herkunft der Nahrung ganz allgemein keineswegs gleichg\u00fcltig, sondern von allerh\u00f6chster Bedeutung. Der Organismus w\u00fcrde dann n\u00e4mlich imstande bzw. gen\u00f6tigt sein, lebendige Zellsubstanz andere Organismen als Zellbausteine in sich aufzunehmen. Wenn diese Substanz aus intakten Zellen, Geweben und Organismen stammt, so wird sie dem Ideal gesunder Zellen entsprechen und imstande sein, Zellen, Gewebe und Organismen physiologisch zu ern\u00e4hren, ja sogar imstande sein, die biologische Wertigkeit jener Zellen aufzubessern, deren Substanz nicht mehr dem Ideal entspricht.<\/p>\n<p>Ohne Zweifel war die \u00dcbertragung \u201elebendiger\u201c Substanz, ja schon die \u00dcbertragung spezifischer Nukleins\u00e4ure-Komplexe von Organimsus zu Organismus von ungeheurem Einfluss auf die Gestaltung der menschlichen Zivilisation. Es w\u00e4re dann n\u00e4mlich nicht allein wichtig, dass diese lebende Substanz Organismen entstammt, deren biologische Existenz durch nat\u00fcrliche Angriffe nicht gef\u00e4hrdet werden, dh. die gesund sind.<\/p>\n<p>Die Frage nach der Gesundheit eines Nahrungsmittels war mehr die Frage der Hygiene und der Rentabilit\u00e4t, aber nicht die Frage der biologischen Wertigkeit. Bei der meist in Gro\u00dfbetrieben gezogenen Pflanzennahrung ist der gewichtsm\u00e4\u00dfige Ertrag entscheidend, nicht aber die Gesundheit der Pflanze. Die Umwandlung der nat\u00fcrlichen Gesundheit in eine \u201ek\u00fcnstliche\u201c bei Tieren und Kulturpflanzen verhindert jedes exakte Urteil \u00fcber die wirkliche Gesundheit. Man wei\u00df nicht mehr welche unserer Nahrungsspender imstande sind, uns brauchbare Zellsubstanz zu liefern.<\/p>\n<p>Es steht entschieden au\u00dfer Zweifel, dass dem Menschen von heute nur eine Nahrung zugef\u00fchrt wird, die in jeder Beziehung biologisch minderwertig ist.<\/p>\n<p>Beispiel: die Kartoffel, hat sie keine physiologische Makromolekular-Nahrung zur Verf\u00fcgung, schwindet ihre Abwehrf\u00e4higkeit, sie wird virus-krank oder f\u00e4llt dem Kartoffelk\u00e4fer zum Opfer. Sie wird das Opfer ihrer Zellgewebe-Entartung infolge einer falschen D\u00fcngung.<\/p>\n<p>Zellgewebe-Entartungen sind zahlreiche infolge der biologische minderwertigen Ern\u00e4hrung auch beim Menschen festzustellen, m\u00f6glicherweise bereits bei Kindern, bei denen man dann mit Mandel- und Blinddarmoperationen versucht das \u00dcbel zu heilen.<\/p>\n<p>Im Kreislauf der Substanzen zur Ern\u00e4hrung der Organismen scheint demnach der biologisch wichtigste, ja entscheidende, der Kreislauf der spezifischen lebendigen Substanz zu sein. Es ist aber der zugleich am wenigsten erforschte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><a name=\"_Toc525587201\"><\/a><\/h2>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00fcberlieferte Zell- und Gewebslehre ging von der Hypothese aus, dass zwischen der Nahrung aller Organismen und ihrem Endverbraucher, der Gewebszelle, mehrere chemisch-physikalisch wirksame Schranken liegen, die nur von leicht l\u00f6slichen, auf jeden Fall nur von mikro-molekularen Stoffen durchschritten werden k\u00f6nnen. Diese Hypothese, niemals direkt bewiesen, wurde durch die physiologisch-biochemische Forschung laufend best\u00e4tigt und schlie\u00dflich &hellip; <a href=\"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2018\/10\/07\/113-artikel-fruehjahr-1986-ueber-erhaltung-und-kreislauf-der-lebendigen-substanz\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">113. 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