{"id":857,"date":"2018-10-07T21:24:18","date_gmt":"2018-10-07T19:24:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.orbi.or.at\/?p=857"},"modified":"2019-02-10T16:02:59","modified_gmt":"2019-02-10T15:02:59","slug":"114-artikel-sommer-1986-ueber-erhaltung-und-kreislauf-der-lebendigen-substanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2018\/10\/07\/114-artikel-sommer-1986-ueber-erhaltung-und-kreislauf-der-lebendigen-substanz\/","title":{"rendered":"114. Artikel Sommer 1986 \u2013 \u201e\u00dcber Erhaltung und Kreislauf der lebendigen Substanz\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Wir k\u00f6nnen behaupten, dass wir den Nachweis haben, dass hochspezifische lebende Substanzen durchaus s\u00e4mtliche \u201eSchranken\u201c eines jeden Organismus zu passieren verm\u00f6gen, nicht nur die Schranke Verdauungskanal-Blut, sondern auch die Schranke Lymphe-Zelle. Es scheint dabei auch die These h\u00f6chst wahrscheinlich, dass die normale intakte gesunde Oberfl\u00e4che und Gewebszelle zwischen sch\u00e4dlicher und unsch\u00e4dlich-n\u00fctzlicher Lebendsubstanz unterscheiden vermag.<\/p>\n<p>Die Annahme eines Kreislaufes lebendiger Substanzen im Rahmen der Substanzkreisl\u00e4ufe \u00fcberhaupt ist jetzt schon eindeutig mehr als eine Hypothese. Man darf annehmen, dass es neben zahlenm\u00e4\u00dfig verschwindend wenigen pathogenen Lebendsubstanzen in den Nahrungskreisl\u00e4ufen fast nur noch nicht pathogene gibt, wie es seit Jahrzehnten von verschiedenen Forschern schon vermutet wurde und durch diesbez\u00fcgliche Arbeiten (Winter, Buchner, A. Koch) nachgewiesen wurde.<\/p>\n<p>Erst damit w\u00fcrde sich das biologisch eigentlich selbstverst\u00e4ndliche Postulat einer Verbindung zwischen allem Lebendigen ergeben, die f\u00fcr das individuelle Schicksal eines jeden Organismus, ob Pflanze Tier Mensch oder Mikrobie schlechthin schicksalsbestimmend ist. Es w\u00fcrde damit die eigentliche Grundlage der wissenschaftlichen Lenkung der menschlichen Lebensordnung geschaffen.<\/p>\n<p>Denn wenn funktionell intakte, biologisch aktive, organisch zellwirksame und nicht nur lebloses mikromolekulares, herkunftsm\u00e4\u00dfig indifferentes N\u00e4hrmaterial von Organismus zu Organismus \u00fcbertragen wird, dann h\u00e4ngt die gesamte Lebensgemeinschaft der Organismen auf der Erde bez\u00fcglich ihres gesundheitlichen Schicksals auf die Dauer absolut voneinander ab.<\/p>\n<p>Dann muss der, der sich als Nahrung Substanz von biologisch minderwertigen Nahrungsspendern, ganz gleich, ob von Pflanzen Tier oder Mikrobien \u2013 zuf\u00fchrt, selbst zwangsl\u00e4ufig biologisch minderwertig werden, weil der Einbau abwegiger Austauschsubstanz die einzelnen Zellen mehr und mehr biologisch-funktionell abwertet.<\/p>\n<p>Wer sich mit dem Kreislauf der Substanzen in allen seinen Pflanzen vom Lebensvorgang \u201eMutterboden\u201c bis zum Menschen und zur\u00fcck besch\u00e4ftigt, bemerkt alsbald, dass normalerweise die Substanzen mitsamt den lebendigen Bestandteilen niemals direkt von Organismus zu Organismus gelangen, sondern auf dem Umweg \u00fcber zahlreiche Arten von Mikrobien als \u201eZwischenstation\u201c. Diese ein-zelligen Lebewesen haben also unsere h\u00f6chste Aufmerksamkeit zu beanspruchen.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen uns freilich grunds\u00e4tzlich von der Einstellung freimachen, dass Mikrobien entbehrlich, \u00fcberfl\u00fcssig und h\u00f6chstens sch\u00e4dlich oder gar gef\u00e4hrliche seien. Tats\u00e4chlich kommt sch\u00e4tzungsweise eine gef\u00e4hrliche Mikrobie auf eine Million ungef\u00e4hrlicher, sogar im Bereich des heutigen Menschen. Man darf sich nicht dadurch beirren lassen, dass der hochzivilisierte und damit leider meist abwehrschwache Mensch normale Bakterien schlecht vertr\u00e4gt. Physiologisch ist in der Natur allein der st\u00e4ndige Umgang mit Mikrobien, die sogar planm\u00e4\u00dfig zu ganz entscheiden den Aufgaben der Selbsterhaltung und Fortpflanzung heran gezogen werden. Die Fruchtbarkeit des Mutterbodens ist ohne Mikrobien ebenso undenkbar wie die Gesundheit der Organismen.<\/p>\n<p>Der Mutterboden ist ein geradezu klassisches Studienobjekt f\u00fcr die Wanderung der lebendigen Substanz vom Abfall alles Lebendigen bis zur Pflanze, vom Herabsteigen des Lebendigen in die \u201eMutter Erde\u201c, seiner vielf\u00e4ltigen T\u00e4tigkeit, Umformung und Lagerung bis zum Wiederaufstieg als Sicht in die Welt der oberirdischen Organismen. Die gro\u00dfe Masse der Bodensubstanz wird uns zwar erst als n\u00e4hrstoffbildendes Chlorophyll wieder deutlich sichtbar, aber Chlorophyll w\u00e4re ohne die Arbeit der unz\u00e4hlig vielen Bodenorganismen undenkbar.<\/p>\n<p>Was bei allen Symbionten Arbeiten ins Auge fiel, dass bei allen untersuchten Organismen, tierischer wie pflanzlicher als auch beim Mutterboden die gleichen Arten von bakteriellen Symbionten auftreten und zwar durchwegs sogenannte Milchs\u00e4urebildner. Die \u00dcbereinstimmung der mikrobiellen Ordnung bei Organismen und Mutterboden geht aber noch viel weiter. Die von unz\u00e4hliger Arten von Kleintieren verarbeiteten R\u00fcckst\u00e4nde aus den oberirdischen Lebensvorg\u00e4ngen werden systematisch zun\u00e4chst von Spro\u00dfpilzen (Myceten, Hefen, Schimmel) als Vorstufe verarbeitet und erst dann an die bakteriellen \u201eBodensymbionten\u201c weitergereicht. Diese hinterlassen nach ihrem Tod die Lebendsubstanz der Bodenbakterien und sind die Voraussetzung f\u00fcr die Entstehung der sogenannten \u201eBoden-Gare\u201c, das hei\u00dft der Ausbildung des durchl\u00fcfteten lockeren wasserspeichernden lebend-verbauten (Sekera) fruchtbaren Mutterbodens.<\/p>\n<p>Die Klebrigkeit der Mikroben-Reste verkittet die leblose Mineralsubstanz der Bodenerosion zu Bodenkr\u00fcmeln. Das alles verdient den alten Namen \u201eHumus\u201c als eine Kongregation von lebender und lebloser Substanz. Die Humusbildung ist eine Art Vorverdauung f\u00fcr die Pflanze und der Humusboden eine Vorratskammer f\u00fcr die Zeiten der Vegetationsperiode in denen die Pflanze mangels W\u00e4rme Wasser und Sonne nicht wachsen kann.<\/p>\n<p>Humus ist weder Mineralsubstanz noch lebende Substanz, weder organischer Abfall, noch Mikrobien, sondern nur eine Ehe zwischen dem Zerfallsprodukten ganz bestimmter Kleinlebewesen und erodiertem Mineral. Er ist eine neue biologische Gestalt und hat als solche auch seine eigenen Gesetze.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir k\u00f6nnen behaupten, dass wir den Nachweis haben, dass hochspezifische lebende Substanzen durchaus s\u00e4mtliche \u201eSchranken\u201c eines jeden Organismus zu passieren verm\u00f6gen, nicht nur die Schranke Verdauungskanal-Blut, sondern auch die Schranke Lymphe-Zelle. 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