{"id":972,"date":"2019-02-10T16:05:00","date_gmt":"2019-02-10T15:05:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.orbi.or.at\/?p=972"},"modified":"2019-02-10T16:05:00","modified_gmt":"2019-02-10T15:05:00","slug":"115-artikel-fruehjahr-1987-zum-problem-der-mikroflora-sanierung-des-bodens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orbi.or.at\/index.php\/2019\/02\/10\/115-artikel-fruehjahr-1987-zum-problem-der-mikroflora-sanierung-des-bodens\/","title":{"rendered":"115. Artikel Fr\u00fchjahr 1987 \u2013 \u201eZum Problem der Mikroflora Sanierung des Bodens\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Bei der Floraforschung am Boden m\u00fcssen Verh\u00e4ltnisse zugrunde gelegt werden, die sich nur am kulturell unber\u00fchrten Boden finden, der kulturell ber\u00fchrte Boden ist derzeit f\u00fcr diese Forschung ungeeignet. Entsprechende Untersuchungen haben bez\u00fcglich der Humusbildung eine Analogie und Parallelit\u00e4t zum Prinzp der tierischen Verdauung, eine Verdauung in \u201eSchichten\u201c ergeben, wobei jeweils sehr verschiedenartige Mikrobien-Floren t\u00e4tig sind. Der letzte wichtige Vorgang bei der Humusbildung, der Abbau lebender Gewebe bis zum \u201elebendigen\u201c, sehr widerstandf\u00e4higen Makromolek\u00fcl als einer \u201eRuheform der lebenden Substanz, wird durch Mikrobien bewirkt, deren Eigenschaften denen der menschlich-tierischen Bakterien entsprechen.<\/p>\n<p>Es wird hier aufgezeigt, dass die Verwendung von Bakterien-Kulturen zur Sanierung der Humusflora ebenso m\u00f6glich ist, wie zur Sanierung der menschlich-tierischen Schleimhautflora. In der Umbildung der Nahrungsstoffe f\u00fcr alle Organismen von den Pflanzen bis zu den S\u00e4ugetieren und den Menschen spielen die bisher meist als \u201eSchmarotzer\u201c betrachteten Bakterien eine entscheidende Rolle, sowohl in Bezug auf die Bildung nachweisbarer Nahrungs-Qualit\u00e4ten-Vitamine Enzyme Antigene u.v.m. \u2013 wie in Bezug auf die gr\u00f6\u00dftenteils noch unbekannten plasmatischen Makromolek\u00fcle oder \u201elebende Substanz\u201c.<\/p>\n<p>Da die lebende Substanz unmittelbaren Einfluss nimmt sowohl auf die Gestaltung der \u00fcberall existierenden Bakterien-Floren wie auf die erblichen, biologisch-funktionellen Eigenschaften der Zellgewebe von Organismen, h\u00e4ngt die biologisch-funktionelle Beschaffenheit jeglicher Nahrung f\u00fcr Organismen, also des Nahrungskreislaufes zwischen Boden, Pflanze, Tier und Mensch von der durch Bakterien gebildeten Spezifit\u00e4t lebender Substanz ab.<\/p>\n<p>Die erkennbare Ordnung in diesem nat\u00fcrlichen Gang der Nahrungs-Produktion zeichnet sich ab in der Existenz sogenannter physiolobischer Bakterien-Floren, die eine physiologische Ausrichtung der produzierten Nahrungsstoffe sicherstellen und beweisen. Ihr Fehlen beweist die nicht-physiologische Beschaffenheit der abgelieferten Nahrungsstoffe. Die Bakterien-Floren sind demnach im ganzen Bereich des Nahrungskreislaufs ein untr\u00fcgliches Kriterium f\u00fcr deren biologische Beschaffenheit. Das ist auch im Kulturboden, in Acker und Garten der Fall.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Ausbildung einer bestimmten Flora ist der N\u00e4hrboden absolut entscheidend. Die Bodenflora lebt von den Abf\u00e4llen des Tier- und Pflanzenlebens. Die Bakterienflora \u2013 als letzte Station\u00a0 der Humusbildung \u2013 lebt au\u00dferdem von dem, was ihr die Sprosspilze hinterlassen. Nur der stufenweise Abbau der Abfallstoffe gew\u00e4hrleistet die Existenz einer physiologischen Bodenflora und damit eine physiologische Humusbildung. In der Kultur muss dieser Vorgang nachgeahmt werden.<\/p>\n<p>In acht Jahren experimenteller T\u00e4tigkeit, sowohl im Laboratorium wie in der Praxis der Agrikultur, hat sich erwiesen, dass drei Voraussetzungen f\u00fcr die Bildung eines physiologischen Humusbestandes erforderlich sind.<\/p>\n<ul>\n<li>Die regelm\u00e4\u00dfige Zufuhr f\u00e4ulnis-f\u00e4higer oder in F\u00e4ulnis befindlicher organischer Abf\u00e4lle,<\/li>\n<li>die Existenz einer nat\u00fcrlichen Bodendecke als Voraussetzung f\u00fcr die T\u00e4tigkeit der Sprosspilze und die Existenz der nat\u00fcrlichen Bodenschichtung und<\/li>\n<li>die Anwesenheit oder Anlieferung physiologischer Bakterien, die notfalls durch Boden-Impfung zugef\u00fchrt werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li>Es ist zu fordern, dass alles getan wird, dass die Landwirtschaft und G\u00e4rtnerei auf das absolute Primat der organischen D\u00fcngung umgestellt wird. Dabei soll ber\u00fccksichtigt werden, dass von vielen Vereinigungen und M\u00e4nnern in der ganzen Welt sehr wertvolle und unentbehrliche Vorarbeit geleistet worden ist, so dass zu fordern ist, geeignete Pers\u00f6nlichkeiten und Verfahren in die Vorbereitung zu der Umstellung massgeblich einzuschalten.<\/li>\n<li>Es ist weiter zu fordern, dass im Sinne der Ganzheits-Betrachtung gesundheitlicher und wirtschaftlicher Fragen der Nahrungs-Produktion eine \u00f6ffentliche Anstalt ins Leben gerufen wird, die die Fragen des Nahrungskreislaufes vom Boden bis zum Menschen anhand chemischer, physikalischer, mikrobiologischer, klinischer und anderer Untersuchungen zu kl\u00e4ren in der Lage ist und die f\u00fcr die Realisierung notwendigen Angaben ausarbeiten kann. Dabei soll ber\u00fccksichtigt werden, dass \u2013 insbesondere neben schulgem\u00e4\u00dfen Methoden und Pers\u00f6nlichkeiten \u2013 von au\u00dfer-schulm\u00e4\u00dfigen Forschern wertvolle Vorarbeit geleistet worden ist und diese ma\u00dfgeblich bei diesem Unternehmen eingesetzt werden m\u00fcssen.<\/li>\n<li>Man wolle in geeigneter Form alles tun, um dem Bewusstsein zum Durchbruch zu verhelfen, dass die Physiologie und Pathologie der Lebensvorg\u00e4nge auf der Erde niemals vollst\u00e4ndig mit chemisch-physikalisch-technischen Verfahren erforscht und gelenkt werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Floraforschung am Boden m\u00fcssen Verh\u00e4ltnisse zugrunde gelegt werden, die sich nur am kulturell unber\u00fchrten Boden finden, der kulturell ber\u00fchrte Boden ist derzeit f\u00fcr diese Forschung ungeeignet. 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