10. Artikel, Winter 1955

„Bodenbearbeitungsfragen: Im Blick auf die Erhaltung und Mehrung der lebenden Substanz im Boden“ 

Die Landwirtschaft steht niemals Stille ­ es fließt alles ­ so wie in anderen Berufen, die mit
Lebendigem zu tun haben, zB in der Heilkunde.

Der Bauer hat sich angewöhnt seinen Acker zum säen, pflanzen, lockern, krümeln und
Unkraut jäten mit vielerei Maschinen alljährlich viele Male zu befahren, umzustürzen und zu zermahlen. Je öfter desto besser!
Es war mehr eine Frage der Arbeitskraft und der Zeit wie viele Male das jährlich geschah als
eine Frage, wie weit das nützlich oder schädlich sein könnte.
Wenn wir die Fragen der Bodenbearbeitung in diesem Geiste ansehen, so wird es uns leicht fallen zu begreifen, wieviel es da noch zu entwickeln gibt. Die Umsetzung der organischen Stoffe im Boden geht in verschiedenen Schichten vor sich. Nur wenn die Arbeit dieser Schichten reibungslos ablaufen kann, gibt es eine optimale, eine bestmögliche Humusbildung.

Die Umsetzung geht dann, wenn wir den Acker dauernd umdrehen und verfurchen wohl
auch vor sich, aber unvollkommen. Der Acker kann viel weniger von den Vorteilen einer
großen Lebendigkeit Gebrauch machen. Jedes Mal wenn der Pflug die Schichtbildung in der lebendigen Oberschicht zerstört, geht ein Teil der Organismen zugrunde.
Seine Teile müssen sich erst mühsam und langsam wieder zu einer Ordnung
zusammenfinden.

Die Zahl der Kleintiere und Mikrobien geht mit jedem Mal robuster Bearbeitung zurück bis die Entlebung des Bodens vollständig wird.

Es kann deshalb daran kein Zweifel bestehen: Die Landwirtschaft der Zukunft wird danach
streben den Pflug als Mittel der Boden-Bearbeitung möglichst auszuschalten. Sie wird
Maschinen benutzen, die die Schichtbildung des Bodens möglichst wenig stören. Sie wird
die Oberfläche nur gerade so viel bearbeiten, wie es für die Zwecke der Kultur unbedingt
notwendig ist. Pioniere ans Werk! (Pflugloser Ackerbau, bereits dafür entwickelte Geräte zB Eco Dyn ­ System)

Bodenbedeckung: Die Umsetzung der organischen Stoffe im Boden zu fruchtbarem Humus, das A und O im biologischen Landbau, hat zwei unerbittliche Feinde: das Tageslicht und die Trockenheit.

Die Bodenbedeckung hilft sie fernhalten und darin liegt ihre größte Bedeutung. Die
Bodenbedeckung ist teilweise der Maschinenbearbeitung im Weg, auch hier werden neue
Geräte zu entwickeln sein (ebenfalls Eco Dyn System).

„Welche sind die wichtigsten Fehler beim Kompostieren“

Die Arbeit des Kompostierens verrichten kleine und kleinste Lebewesen in tausenden von
Arten, die überall da sind, wenn organische Materie nach Beendigung eines
Lebensprozesses umgearbeitet werden soll zu neuer Brauchbarkeit. Bei diesem Vorgang
herrscht wie überall in der Natur eine wundervolle Ordnung und Zweckmäßigkeit.
Bei der Kompostierung kommt es darauf an, genau die Bedingungen zu erfüllen, unter denen die Umsetzung organischer Materie in der Natur vor sich geht.

· Genügend Feuchtigkeit! Ist das Material zu trocken (Schönwetterperioden, trockenes
Material) muss gewässert werden · Genügend Luft, Atemluft für die aeroben Bakterien und Luftstickstoff für den Aufbau von Eiweißstoffen, daher locker aufsetzen, egal wie hoch Haufen oder Walme sind. Im Kompostvorgang gibt es eine Abbauphase und eine Aufbauphase. Die Lebewesen der Abbauphase brauchen mehr Wasser und die Lebewesen der Aufbauphase brauchen mehr Luft.
· Haufen und Walme zudecken mit Strohhäckseln, Grasschnitt, Kompostvließ. Die Decke
muss luft- und feuchtigkeitsdurchlässig sein, muss das Licht, den Wind und den Gussregen
draußen lassen. Sie schützt die Materie vor störenden Einwirkungen.
· Komposte gehören weder in Gruben noch auf Betonplatten sondern auf den gewachsenen Boden. Sehr zu empfehlende Zusätze sind Wildkräuter und Urgesteinsmehl.

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