9. Artikel, Herbst 1955

„2 Jahre Praxis der biologischen Bodenuntersuchung in der Schweiz“ 

Der biologische Landbau denkt zuerst an den Boden und dann erst an die Pflanze, weil er
weiß, dass derjenige doch den längeren Atem hat, der den besseren und lebendigeren
Boden hat. Das gerade prüft die biologische Untersuchung und das gerade hat man von ihr
zu erwarten. Der Bauer gewöhnt sich leicht an, nur an den nächsten Herbst zu denken und
nicht an die vielen Jahre, die darauf folgen. In der Angst um Existenz und Rentabilität stirbt
der echte und natürliche Landbau!

Es ist und bleibt das Ziel des biologischen Landbaus den Boden lebendig zu machen und es ist und bleibt das Ziel der biologischen Kultur und Düngung das Bodenleben zu erhalten und nötigenfalls bis zum höchsten Wert zu mehren. Die Pflanzen-Probleme – Ertrag, Ernährung, Schädlingsbefall und Krankheit – lösen sich dann von selbst. Die biologische Untersuchung sieht zuerst den Boden und immer wieder zuerst den Boden, die Pflanze in zweiter Linie.

Wir haben die Mineralfrage vom Boden aus zu lösen, nicht von der Pflanze allein aus und wir werden sie auch von dorther lösen, wir werden lernen, das natürliche Mineralbedürfnis
vollkommen zu befriedigen (Urgesteinsmehl).

Prüfung von Komposten: Eine Probeentnahme von frischem Material und eine vom gleichen Haufen nach beendeter Kompostierung.

Prüfung von Äckern und Wiesen: Probeentnahmen an möglichst vielen Stellen der oberen
(15cm) lebendigen Bodenschicht, sie können zu allen Jahreszeiten durchgeführt werden.

Das Aufdecken von Fehlern ist durch einmaligen Test schwer, eine fortlaufende Testierung
bietet hier Abhilfe. Wir müssen den biologischen Landbau auf wissenschaftlich exakte
Grundlagen stellen, damit er sich durchsetzen und beweisen kann.

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