46. Artikel Sommer 1966

„Gedanken über den Bodentest zu seinem 17. Geburtstag“ 

Mit dem Anschlag seiner 95 Thesen an der Schlosskirche zu Wittenberg und seinem Bekenntnis zur „Freiheit des Christenmenschen“ hat Martin Luther den Christen den Weg zur Erneuerung ihrer Kirche gewiesen. Es war eine Elite, die den Kampf gegen die Trägkeit des Denkens und der Gewohnheiten aufnahm und die Geschichte hat ihnen recht gegeben. Das war vor 500 Jahren.

Vor 150 Jahren erfand der junge Chemiker Justus v. Liebig die Elementaranalyse und begründete die moderne Chemie. Der reife, erfahrene und weise alte Mann vertrat in späteren Schriften sehr nachdrücklich die organische Düngung des Bodens mit den organischen Abfallprodukten der Städte. (1865 Auftrag ein Gutachten zu erstellen über die Entsorgung der Abfallstoffe der Kanalisation von London, dh. Rückführung in den Kreislauf des Lebendigen).

Er lehnte die künstliche Stickstoffdüngung ab, damals den Chilesalpeter und vertrat die Ansicht, dass die „Mehrzahl der Kulturpflanzen darauf angewiesen seien, ihre Nahrung von der Ackerkrume durch die eigene Wurzeltätigkeit zu empfangen und dass sie absterben, wenn ihnen die Nahrung in einer Lösung zugeführt werde.“

Die Erkenntnisse des alten Liebig wuden damals nicht mehr gehört und wuden vom Tisch gewischt. Sie waren jedoch das Tor zu großen, neuen, biologischen Erkenntnissen.

Vor 60 Jahren wurde im Rahmen der jungen oganisch-biologischen Landbaumethode der Rusch-Test entwickelt – als Instrument zu Messung vor gegebener Düngermenge und biologischer Bodengüte.

Die Entwicklung hoher biologischer Qualität, das letzte Ziel unserer Mühen wurde mit Hilfe des Testes weitgehend gefördert. Die biologische Qualität eines Bodens besteht darin, dass er imstande ist, der wachsenden Pflanze ein reichhaltiges Angebot an sogenannten lebenden Substanzen zur Verfügung zu stellen. Diese lebendigen Kräfte, die ein leistungsfähiger Boden zu liefern vermag, verleihen den Kulturpflanzen alle die Fähigkeiten, die sie haben müssen, um ohne künstlichen Schutz zu wachsen und zu gedeihen.

Mit unserem Test können wi feststellen, ob ein Boden ein solch reichhaltiges Angebot an lebendigen Kräften hat oder nicht und dann die einzusetzenden Maßnahmen an Pflege und Düngung danach zu richten.

Es werden auch angebotene organische Dünger untersucht, bei denen sich erstaunliche Unterschiede ergeben wonach man sie empfehlen kann oder nicht.

Die Entwicklung und Steigerung hoher biologischer Bodenqualität wird gefördert:

  • Jeder kultivierte Boden muss ständig etwas Urgesteinsmehl zur Verfügung haben, wobei zu berücksichtigen ist, dass die Wirkung des Urgesteins nur ganz allmählich zustandekommt.
  • Je öfter und je rücksichtsloser man die Bodenschichten durch tiefgreifende Bodenarbeit durcheinander bringt, um so geringer ist die biologische Bodenqualität.

Im Übrigen können wir glücklich sein, dass wir einen unbestechlichen Test haben, mit dem wir uns selbst und unsere Arbeit kontrollieren können.

Der Rusch-Test wird nur mehr in kleinem Rahmen von der Förderungsgemeinschaft für gesundes Bauerntum für ihre Bauern mit guten Erfolgen durchgeführt im Labor Mag. Andrè Gilhofer, Rebenleiten 10, 4170 Haslach, Österreich.

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