49. Artikel Frühjahr 1967

„Biologischer Landbau – Warum?“

Man kann es in 2 Sätzen sagen: Weil der gegenwärtige agrikulturchemisch ausgerichtete Landbau eine Gefahr für die Gesundheit aller Menschen ist, und weil dieser Landbau keineswegs in der Lage ist, der Menschheit gesund-machende Heilnahrung zu liefern.
Zunächst also um des Giftes willen: Man sollte doch heutzutage nicht mehr zu behaupten wagen, dieses tausend-tonnenweise alljährlich ausgestreute unzerstörbare Gift sei harmlos für das Lebendige. Man weiß wie es sich in alles Leben einschleicht, wie man schon das DDT in den antarktischen Fischen wiederfindet, wo ganz gewiss kein solches Gift gebraucht wird. Der Weg Schädlinge durch Gift abzuwehren, ist einfach falsch, von Anfang an grundfalsch. Wenn sich die Schädlinge, die normalerweise ganz harmlose Genossen sind, sich plötzlich seuchenhaft vermehren, dann lässt sich dieser Vorgang nicht mit Gift wegdisputieren. Man muss der Sache auf den Grund gehen und fragen, ob wir etwa die Gleichgewichte der Natur gestört haben.
Auf diesbezügliche falsche Handlungen folgt prompt die Gegenreaktion. Man hat in der Kunstdüngerwirtschaft oft die Pflanze falsch ernährt. Die künstliche Pflanzenernährung ist keine natürliche Ernährung. Wir müssen der wachsenden Pflanze die Auswahl ihrer Nahrung selbst überlassen, sie kann das besser. Das heißt: Wir müssen das Leben des Bodens pflegen, damit die Pflanze sich dort aussuchen kann, wessen sie zur vollen Gesundheit bedarf. Wenn uns das gelingt, dann bleibt die Pflane gesund und es tritt keine seuchenhafte Schädlingsvermehrung mehr auf, denn dem Schädling schmeckt die gesunde Pflanze nicht.

Nun zum zweiten Satz: Der agrikulturchemische Landbau ist nicht imstande, der Menschheit gesund-machende Heilnahrung zu liefern.
Eine Kulturpflanze, die des künstlichen Schutzes bedarf, kann sich offensichtlich nicht selbst beschützen. Heilen aber kann man diese Pflanze nur, wenn man auf die großen künstlichen Eingriffe in den Stoffwechsel der Kulturpflanze ganz verzichtet, vor allem auf den synthetisierten Stickstoff. Eine schädlingsanfällige Pflanze kann niemals als Heilnahrung dienen. Wenn wir diese Zusammenhänge zwischen Bodengesundheit und dem Zustand Pflanze, Tier und Mensch durchdenken, dann geht uns etwas auf von der Weisheit, mit der die Natur gelenkt wird, dann ahnen wir etwas von der Macht, die über uns ist und der wir am besten gehorchen, wenn es uns und unseren Nachkommen wohler gehen soll.
Wenn wir aber weiter so wenig gehorsam sind wie in den letzten Jahrzehnten, wenn wir weiter die Industrialisierung vornean setzen und das Lebendige vergessen, dann wachsen von selbst die kranken Gehirne, die Massenvernichtungsmittel auf die Menschheit loslassen werden und dann gibt es immer mehr Menschen, die das geduldig hinnehmen.
Ein kranker Boden macht kranke Pflanzen und kranke Pflanzen machen kranke Tiere und Menschen. Der künstliche Landbau bringt uns nur die Möglichkeit der Regeneration, der Genesung von der Degeneration von der Entartung, er bestiehlt uns um die Heilnahrung, wie sie bereits der alte Arzt Hippokrates gefordert hatte.
Dies ist die Antwort auf die Frage: Warum biologischer Landbau?

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