50. Artikel Sommer 1967

„Die organisch-biologische Kulturpflanze und ihr Gegenstück“

Ein sehr eindeutiges Zeichen des Gegensatzes dieser beiden Pflanzenerscheinungen sind die Gesundheitszeichen.
Es gibt sehr eindeutige Gesundheitszeichen bei den Lebewesen, seien es nun Menschen, Tiere oder Pflanzen. Auf diese Weise kann man den biologischen Wert von Lebensmitteln bzw. Kulturpflanzen prüfen und nur auf diese Weise. Diese Zeichen sprechen eine ganz deutliche Sprache.

So ist es fü den vollkommenen biologischen Landbau typisch, dass die Felder gleichmäßig schön stehen, das ist ein erstes Gesundheitszeichen.

Ein zweites, sehr viel wichtigeres Zeichen ist das Verhalten der Pflanze während ihres Daseins. Es ist in der Natur so eingerichtet, dass diejenigen Lebewesen die größten Lebens-Chancen haben, die gesund sind, dh. wenn sie sich zu wehren verstehen gehen die natürlichen Angriffe der Umwelt; sowohl der unbelebten Natur wie Hitze, Trockenheit, Kälte, Nässe, als auch der belebten Natur und hier vorzüglich gegen den Schädlingsbefall. Der Schädling, seien es Käfer, Würmer, Bakterien oder Pilze, ist ein ganz normales Geschöpf wie alle anderen auch und nimmt sich was er braucht. Er geht in eine seuchenhafte Vermehrung, wenn man es mit kranken Pflanzen zu tun hat, die befallen und geschädigt, bzw. auch aufgefressen oder ausgerottet werden. Um diese kranken Gewächse wenigstens bis zur Ernte am Leben zu erhalten, muss man zum Gift greifen, um sogenannten Pflanzenschutz. Mit zunehmender Kunstdüngung wurde das Auftreten von Krankheitserscheinungen zur normalen Begleiterscheinung. Die kunstgedüngte Pflanze kann sich gegen solche Angriffe nicht wehren im Gegensatz zur Pflanze aus dem organisch-biologischen Anbau. Das ist ein zweites Gesundheitszeichen.

Mit dem Anwachsen der Kunstdüngung entstanden im Tierstall allerlei Probleme unter anderem die Unfruchtbarkeit. Auf den organisch-biologischen Betrieben stirbt die Unfruchtbarkeit von selbst aus. Schon nach wenigen Jahren kann man damit rechnen, dass kaum noch Sterilität vorkommt und das jetzt, da es sich bereits um viele Hunderte von Ställen und vielen Tausenden von Rindern handelt. Ein weiteres Gesundheitszeichen für die organisch-biologische Kulturpflanze.

Nun zur Gegenüberstellung der beiden Ernährungsrichtungen. Die zunehmende Kenntnis über die Ernährung hat den Beweis erbracht, dass man auf keine Weise künstliche Ernährung herstellen könne. Die einzelnen Verhältnisse der Stoffe, die sich in einer natürlichen Nahrung befinden sind kompliziert. Die Ordnungen nach denen sich Nahrungen in der Natur bildet, sind so wenig nachzuahmen, dass man niemals dahin kommen wird, auf künstliche Weise eine Nahrung so vollkommen zuzubereiten, wie die natürlichen beschaffen sind. Die Pflanzennahrung wird im Boden zubereitet: dazu muss der Boden leben, dh. er muss möglichst viele und möglichst vielfältige Lebensvorgänge in sich haben. Dr. Caspari sagt: „Düngen heißt nicht die Pflanzen füttern, sondern den Boden lebendig machen.“ Dies geschieht mit den Abfällen aus dem Bezirk des oberirdischen Lebens und mit Urgesteinsmehl. Diese Nahrung aber ist für die Pflanze echt Heilnahrung. Man darf sich nicht in den Kreislauf der Nahrungssubstanzen einmischen, dann entsteht von selbst Gesundheit.

Der liebe Gott kann uns ein gewisses Maß an „Künstlichkeit“ hingehen lassen, weil es die Gesamtheit der lebendigen Schöpfung noch nicht gefährdet; wenn wir dieses Maß aber überschreiten, dann setzt er seine „Gesundheitspolizei“ (sog. Schädlinge) ein, dann straft er uns mit Entartung, mit Krankheit und Siechtum. Er allein bestimmt die Grenzen, die wir einzuhalten haben. Der biologische Landbau ist eigentlich nichts anderes, als die bewusste und organisierte Beschneidung auf die natürlichen Grenzen unseres Könnens, auf die Grenzen, die die Agrikulturchemiker nicht geachtet haben.

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