55. Artikel Herbst 1968

Hemmstoffe im Boden

Es handelt sich dabei um wurzelschädliche organische Stoffe im Boden, die den biologischen Anbau gefährden können bis zur vollen Vernichtung. Im organisch-biologischen Landbau kommt es ja sehr darauf an, dass die Widerstandskraft der Kulturpflanzen groß genug ist, um Krankheiten und Schädlingen zu widerstehen, ohne die sonst übliche Hilfe durch Fremd- und Giftstoffe.

 

Beim Auftreten solcher Hemmstoffe zeigen die Pflanzenkulturen Krankheitserscheinungen, die bis zum Tod gehen können. Die Ursache dieser Hemmstoffe liegt im Boden. Solche fehlerhafte Böden lassen, wie mikrobiologische Untersuchungen zeigen, keine Entwicklung von „guten Bakterien – Hochleistungsbakterien“ zu.

 

Allen diesen Böden ist eines gemeinsam: Die organische Substanz war zur luftlosen (anaeroben) Vergärung, dh. zur Fäulnis gezwungen worden. Solches kann geschehen im Kulturboden, indem man organische Substanz unterpflügt, im Kompost, im Festmist, in Gülle und Jauche durch falsche, luftlose Behandlung.

 

Jede Art von Fäulnis bildet Hemmstoffe, teils sehr starke und für die Pflanzenwurzel sehr giftige. Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Wurzel-Organismus der Pflanze (Darm der Pflanze) und der Entwicklung der sauerstoffliebenden Bakterienflora der Wurzel, der sog. Rhizosphären-Flora. Wenn diese Bakterienflora durch Hemmstoffe behindert wird, dann entwickelt sich auch die Wurzel schlecht und umgekehrt.

 

Das Gedeihen der Pflanze hängt absolut vom Gedeihen ihres Feinwurzelsystems (ist mit freiem Auge nur teilweise sichtbar) ihres Verdauungsorgans, das den Stoffwechsel der Pflanze bewältigt, ab. Dieses Feinwurzelsystem hält den Kontakt zwischen dem Organismus Mutterboden, den Bodenbakterien, den lebenden Bodensubstanzen und Nährstoffen.

 

Es ist hochempfindlich gegen jede Art von Hemmstoffen, die dann luftlose Vergärung – Fäulnis – entstehen. Fäulnis ist eben ein Feind alles Lebendigen, das für uns Menschen wichtig ist, daher muss jegliche Fäulnis verhindert werden. Die Fäulnis hinterlässt die verhängnisvollen Hemmstoffe, die nur sehr langsam vom Boden vernichtet werden können. Daher niemals unvergarene organische Substanz eingraben, sondern als Nährdecke oben darauf legen, wo die Luft dazu kann und eine aerobe Vergärung gewährleistet ist und damit eine höchstmögliche Gare, eine gute Bodenerwärmung und die bestmögliche Pflanzennahrung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.