109. Artikel Sommer 1985 – „Weshalb ergibt Stallmist und Laub zusammen keinen wertvollen Kompost?“

Die biologische Boden- und Kompostuntersuchung deckt manchen Fehler auf, der bislang bei der Kompostbehandlung gemacht wird. Sie hat zum Beispiel auch erwiesen, dass die Beimischung von Laub zu Komposten eine höchst ungünstige Wirkung auf die lebendigen Vorgänge bei der Kompostierung hat.

Beim Kompostieren soll die in dem Ausgangsmaterial enthaltene Lebendsubstanz möglichlist vollkommen und hochwertig erhalten bleiben. Wenn man das erreichen will, dann muss man dafür sorgen, dass die Lebensvorgänge im Kompost keinen Augenblick abreißen. Sie dürfen niemals unterbrochen werden. Die für die Umsetzung zuständigen Geschöpfe, Pilze, Bakterien, Würmer (zB. der Regenwurm) formen die Lebendsubstanzen des Ausgangsmaterials so um, dass eine Lebendsubstanz entsteht, die echte Humussubstanz zu bilden imstande ist.

Wird nun dieser Umsetzungsprozess in irgend einer Weise unterbrochen, stirbt die Lebendsubstanz teilweise ab und verliert mehr und mehr an Wert und der Kompost wirkt nur noch zu einem geringen Teil fruchtbar.

Demgemäß ist das wichtigste Problem bei der Verwertung von Abfallmaterial die richtige Lagerung und Behandlung. Und ganz genau so ist es mit den Komposten, die aus betriebseigenem Material landwirtschaftlicher Betriebe aufgesetzt werden, schon geringe Fehler können das Material so entwerten, dass sich das Aufsetzen nicht mehr lohnt.

Es kann aber keinen Zweifel daran geben, dass die richtige Kompostierung das weitaus beste Verfahren für die Verwertung von Humusstoffen ist, ganz besonders im Hinblick auf die Gesundheit der Erzeugnisse, die Garebildung im Boden, die Schädlingsfreiheit und die Stabilität der Wachstumsvorgänge. Wir müssen deshalb nach den Gründen suchen, wenn wir Entwertungen von Komposten bemerken.

Eine solche entsteht bei der Beimischung von Laub zu Stallmist. Das Laub legt sich flächenhaft zusammen, verklebt miteinander, bildet ganze Teller, die absolut luft- und wasserdicht sind. Auf diese Weise wird Lebensvorgängen im Kompost, die ja niemals aufhören dürfen, die Luft und das Wasser abgestellt; sie ersticken buchstäblich. Ohne Luft und Wasser gibt es kein Leben. Laub ist als Beimischung zu Komposten nicht geeignet, besonders nicht in bedeutenden Mengen.

Laub wird in Gärtnereien einzeln verkompostiert zu Lauberde, die über vorzügliche Lockerungseigenschaften verfügt.

 

 

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